
Papaver rhoeas
Auch bekannt als: Mohnblume, Klatschrose
83
Arten
interagieren
254
Interaktionen
dokumentiert
Wer den Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Seine vier hauchdünnen, scharlachroten Kronblätter, die oft einen dunklen Fleck am Grund tragen, leuchten schon von weitem. In deinem Naturgarten ist er ein wertvoller Kulturbegleiter, der als Archäophyt (eine Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde) unsere Landschaft seit Jahrtausenden bereichert. Er bietet spezialisierten Arten wie dem Schwarzen Apollo (Parnassius mnemosyne) und dem Kleinen Fuchs (Aglais urticae) wichtige Nahrung. Mit dieser Pflanze holst du dir ein Stück lebendige Agrargeschichte direkt ans Haus. Probier es einfach aus, er ist unkomplizierter, als du vielleicht denkst.
Leuchtfeuer im Sommergarten: Ein rotes Paradies für den Schwarzen Apollo.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist der Klatsch-Mohn eine wichtige Anlaufstelle für Schmetterlinge wie den Schwarzen Apollo (Parnassius mnemosyne) und den Kleinen Fuchs (Aglais urticae). Auch andere Insektengruppen wie die Gräserblattwespe und verschiedene Punktkäfer nutzen die Pflanze intensiv als Lebensraum oder Nahrungsquelle. Da er im Juli blüht, stellt er ein wichtiges Angebot im Hochsommer dar. Die winzigen Samen in den Kapseln dienen zudem im Winter als wertvolle Energiequelle für Vögel. Auch wenn er primär Pollen statt Nektar bietet, ist er für die Artenvielfalt in der offenen Gartenlandschaft unverzichtbar.
Der Klatsch-Mohn ist nicht kindersicher, da alle Pflanzenteile, insbesondere der Milchsaft, Alkaloide enthalten und schwach giftig sind. Es besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr mit anderen Mohnarten, die jedoch ähnliche Inhaltsstoffe aufweisen. Achte darauf, dass kleine Kinder keine Pflanzenteile verzehren.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Mai – Jul
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.45 m
Standort : Wähle einen vollsonnigen Platz, damit die Blüten ihre volle Pracht entfalten.
Boden : Der Mohn ist ein Mittelzehrer (Pflanze mit mäßigem Nährstoffbedarf) und bevorzugt frische, also mäßig feuchte Erde.
Pflanzzeit : Säe oder pflanze ihn von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden offen ist.
Pflege : Er ist sehr genügsam; vermeide Staunässe und zu starken Dünger, um die Standfestigkeit nicht zu gefährden.
Vermehrung : Da er einjährig ist, solltest du die Kapseln im Spätsommer ausreifen lassen, damit er sich für das nächste Jahr selbst versät.
Bodenleben : Er geht eine Symbiose mit AM-Mykorrhiza (nützliche Bodenpilze) ein, was seine Nährstoffaufnahme verbessert.
Kombination : Die Kornblume (Cyanus segetum) ist eine ideale Nachbarin, da beide als klassische Ackerwildkräuter dieselben Standorte lieben und ökologisch perfekt harmonieren.
Der Klatsch-Mohn gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet. Als einjähriges Kraut besiedelt er bevorzugt frische, mäßig nährstoffreiche Böden in voller Sonne. Charakteristisch ist der borstige Stängel, der bei Verletzung einen weißen Milchsaft absondert. Die Frucht bildet sich als typische Porenkapsel aus, aus der die feinen Samen bei Wind herausgeschleudert werden. Er gilt als Indigen (einheimisch) beziehungsweise Archäophyt und ist laut Roter Liste derzeit nicht gefährdet.
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63 Arten interagieren mit dieser Pflanze
20 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_596067544
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