Bild folgtKI-generierte IllustrationCirsium oleraceum
Auch bekannt als: Cnicus oleraceus
58
Arten
interagieren
104
Interaktionen
dokumentiert
An ihren hellgelben Blütenköpfen, die von großen, gelbgrünen Hochblättern schützend umschlossen werden, lässt sich die Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleraceum) sofort erkennen. Anders als viele ihrer Verwandten sticht sie kaum und wirkt durch ihr sattes Blattgrün fast wie eine Nutzpflanze. In deinem Naturgarten ist sie eine wertvolle Bereicherung für feuchte Stellen, da sie spezialisierten Insekten wie der Kuckuckhummel eine wichtige Nahrungsquelle bietet. Auch der Rotbeinige Zipfelkäfer ist regelmäßig an ihren Blüten zu finden. Diese Distel ist ein Zeichen für einen gesunden, lebendigen Boden und zeigt an, dass genügend Feuchtigkeit vorhanden ist. Wenn du eine robuste Pflanze suchst, die ökologisch viel leistet, ohne viel Mühe zu machen, ist sie die richtige Wahl für dich.
Helle Köpfe für feuchte Böden: Die Kohl-Kratzdistel lockt seltene Käfer an.
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Die Kohl-Kratzdistel ist ein wichtiger Baustein für das ökologische Gleichgewicht in deinem Garten. Nach aktuellen Bestäubungsdaten profitiert insbesondere die Kuckuckhummel von dem verlässlichen Nektarangebot zwischen Mai und September. Auch für die heimische Käferwelt ist die Pflanze ein Magnet: Du kannst hier den Punktkäfer und den auffälligen Rotbeinigen Zipfelkäfer bei der Nahrungssuche beobachten. Sogar nützliche Laufkäfer wie Amara familiaris und Ophonus azureus nutzen die Bestände als Lebensraum. Da die Blütezeit bis in den September reicht, schließt sie eine wichtige Versorgungslücke für Insekten im Spätsommer. Die stehengelassenen Samenstände bieten zudem eine Struktur für überwinternde Kleinstiere. Ihre Fähigkeit zur Mykorrhiza-Bildung fördert zudem die Vernetzung nützlicher Pilze im Boden.
Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten besteht bei dieser markanten Distelart praktisch nicht. Die Kohl-Kratzdistel selbst ist ungiftig, wird jedoch aufgrund ihrer weichen Stacheln an den Blättern als nicht kindersicher eingestuft. In Gärten mit kleinen Kindern ist daher beim Anfassen etwas Vorsicht geboten, um kleine Pikser zu vermeiden.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Mai – Sep
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.88 m
Für die Kohl-Kratzdistel solltest du einen Platz im Halbschatten wählen, da sie keine pralle Mittagssonne verträgt. Der Boden sollte frisch (mäßig feucht) sein, also dauerhaft eine leichte Feuchtigkeit halten, aber nicht im Wasser stehen. Als Mittelzehrer (Pflanzen mit durchschnittlichem Nährstoffbedarf) kommt sie mit normaler, mäßig nährstoffreicher Gartenerde bestens zurecht. Du kannst sie entweder im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst bis Ende November pflanzen, solange der Boden offen und frostfrei ist. Achte beim Pflanzen auf genügend Platz, da sie recht üppig wächst. Die Vermehrung erfolgt unkompliziert über die reifen Samen im Spätsommer. Ein Rückschnitt sollte erst im zeitigen Frühjahr erfolgen, damit die Stängel im Winter als Schutz dienen können. Da sie die Arbuskuläre Mykorrhiza (Symbiose mit nützlichen Bodenpilzen) nutzt, profitiert sie von einem lebendigen Bodenleben.
Gute Partnerin: Die Bach-Nelkenwurz (Geum rivale).
Begründung: Beide Arten teilen die Vorliebe für frische Standorte und schaffen gemeinsam ein naturnahes Bild am Teichrand oder in feuchten Wiesenstücken.
Die Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleraceum) ist ein typischer Vertreter der Korbblütler (Asteraceae) und in Mitteleuropa weit verbreitet. Als indigen (einheimisch) besiedelt sie bevorzugt Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die frisch (mäßig feucht) sind. Morphologisch (gestaltlich) fällt sie durch ihre bis zu 1,5 Meter hohen Stängel und die charakteristischen, blattartigen Hochblätter unter dem Blütenstand auf. Sie geht eine Arbuskuläre Mykorrhiza (AM - eine Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln) ein, was ihre Nährstoffaufnahme verbessert. Ihr Status auf der Roten Liste ist als ungefährdet markiert, was sie zu einem stabilen Partner für die Gartenkultur macht.
33 Arten interagieren mit dieser Pflanze
25 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →