
Anthriscus sylvestris
Auch bekannt als: Wiesenkerbel, Wild-Kälberkropf, Wiesen-Kerbel
Artengruppe
76
Arten
interagieren
205
Interaktionen
dokumentiert
5
Wirtsbeziehungen
Arten
Schon von weitem faellt der Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) durch seine filigranen, weissen Bluetendolden und die farnartig gefiederten Blaetter auf. Er ist ein unverzichtbarer Bestandteil naturnaher Wiesen und bietet einen wertvollen Lebensraum fuer spezialisierte Insekten. Besonders wichtig ist er als Kinderstube fuer den prachtvollen Schwalbenschwanz (Papilio machaon) und das seltene Kaminfegerle (Odezia atrata). Wenn du in deinem Garten eine Ecke fuer diesen Doldenbluetler reservierst, leistest du einen echten Beitrag zum Artenschutz. Du machst damit alles richtig, wenn du ihm etwas Raum zur Entfaltung gibst.
Wichtige Kinderstube fuer den Schwalbenschwanz und vier weitere Nachtfalterarten.
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Nach aktuellen Bestaeubungsdaten ist diese Pflanze eine zentrale Lebensgrundlage fuer zahlreiche Falter. Sie dient als wichtige Raupenfutterpflanze fuer den Schwalbenschwanz (Papilio machaon) und das Kaminfegerle (Odezia atrata). Auch die Triangel-Bodeneule (Xestia triangulum) und der Braungewinkelte Zwergspanner (Idaea aversata) finden hier ihre Nahrung. Zudem profitieren spezialisierte Arten wie Eupithecia virgaureata von dem krautigen Bewuchs. Da die Bluetezeit bereits im Maerz beginnt und bis in den September reicht, stellt der Wiesen-Kerbel ueber viele Monate hinweg eine verlaessliche Ressource dar.
Der Wiesen-Kerbel ist als nicht kindersicher eingestuft. Es besteht eine hohe Verwechslungsgefahr mit dem hochgiftigen Gefleckten Schierling (Conium maculatum), der jedoch einen auffaellig rot gefleckten Stängel und einen unangenehmen Geruch nach Maeuseurin besitzt. Zudem koennen die Blaetter bei Beruehrung in Kombination mit Sonnenlicht bei empfindlichen Personen leichte Hautreizungen hervorrufen.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Mär – Sep
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.84 m
Standort: Waehle einen sonnigen bis halbschattigen Platz in deinem Garten.
Boden: Er liebt naehrstoffreiche, frische bis feuchte Boeden mit hohem Humusanteil.
Pflanzzeit: Die beste Zeit zum Pflanzen ist von Maerz bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange kein Frost herrscht.
Pflege: Die Pflanze ist sehr robust und benoetigt kaum Aufmerksamkeit.
Vermehrung: Er versamt sich sehr freudig von selbst, was in Natuergaerten erwuenscht ist.
Schnitt: Falls du die Ausbreitung begrenzen willst, solltest du die Dolden nach der Bluete abschneiden.
Mykorrhiza: Die Art geht eine AM-Verbindung (Arbuskulaere Mykorrhiza - eine Lebensgemeinschaft mit Pilzen im Boden) ein, die sie widerstandsfaehiger macht.
Kombination: Eine passende Partnerin ist die Wiesen-Glockenblume (Campanula patula).
Begruendung: Beide Arten kommen in natuerlichen Glatthaferwiesen (naehrstoffreiche Flachland-Mähwiesen) gemeinsam vor und ergaenzen sich optisch.
Naturschutz: Lass im Winter die vertrockneten Stängel stehen, da sie als Winterquartier dienen.
Der Wiesen-Kerbel gehoert zur Familie der Doldenbluetler (Apiaceae) und ist in Deutschland, Oesterreich sowie der Schweiz indigen (einheimisch). Er waechst bevorzugt in Fettwiesen (naehrstoffreiche, oft geduengte Wiesen) und an Waldraendern. Charakteristisch fuer diese Artengruppe ist der hohle, gefurchte Stängel, der im Inneren oft weisslich markig ist. Als Archaeophyt (Pflanze, die vor 1492 ohne menschliches Zutun oder durch fruehen Ackerbau einwanderten) ist er fest in unsere Oekosysteme integriert.
3 Videos zu Wiesen-Kerbel (Artengruppe)



47 Arten interagieren mit dieser Pflanze
5 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
24 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_234299148
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