
Ajuga reptans
Auch bekannt als: Kriechender Günsel, Kriechender Güünsel
93
Arten
interagieren
313
Interaktionen
dokumentiert
An seinen oberirdischen Ausläufern und den tiefblauen Blütenkerzen lässt sich der Kriech-Günsel (Ajuga reptans) sofort erkennen. Er ist ein unverzichtbarer Bodendecker für naturnahe Gärten, da er kriechend dichte Teppiche bildet und so den Boden vor Austrocknung schützt. Besonders die Gartenhummel (Bombus hortorum) und der Frühlings-Perlmutterfalter (Boloria euphrosyne) profitieren von seinem reichhaltigen Nektarangebot im späten Frühjahr. Wenn du eine robuste Pflanze suchst, die halbschattige Ecken unter Gehölzen zuverlässig belebt, liegst du mit dem Günsel genau richtig. Du förderst damit aktiv die Artenvielfalt direkt vor deiner Terrassentür.
Blaue Nektar-Tankstelle: 0,8 Mikroliter Kraftstoff pro Blüte für unsere Hummeln.
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Der Kriech-Günsel ist eine wertvolle Tankstelle für Wildbienen. Nach aktuellen Bestäubungsdaten bietet jede Blüte ein Nektarvolumen von etwa 0,81 Mikrolitern – ein beachtlicher Wert, der vor allem langrüsseligen Arten wie der Gartenhummel (Bombus hortorum) und der Ackerhummel (Bombus pascuorum) zugutekommt. Auch die Dunkelgrüne Schmalbiene (Lasioglossum nitidulum) und die Hosenbiene (Dasypoda hirtipes) besuchen die Blüten regelmäßig. Mit einer Kronröhrentiefe (Abstand zum Nektar) von 10,0 mm ist er perfekt auf spezialisierte Insekten zugeschnitten. Zudem dient er dem Frühlings-Perlmutterfalter (Boloria euphrosyne) als wichtige Nektarquelle.
Der Kriech-Günsel wird in Datenbanken als nicht kindersicher eingestuft. Auch wenn er keine hochgiftige Pflanze ist, solltest du in Gärten mit kleinen Kindern darauf achten, dass keine Pflanzenteile verzehrt werden. Eine Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Arten besteht bei genauer Betrachtung der typischen Ausläufer und Blütenform kaum.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Mai – Aug
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.16 m
Kronröhre
10 mm
Nektar
0.8097 µl/Blüte
Pollen
0.65 mg/Blüte
Standort: Der Günsel bevorzugt den Halbschatten. Er kommt aber auch in der Sonne zurecht, solange der Boden nicht austrocknet.
Boden: Er gedeiht am besten auf frischen (mäßig feuchten) Böden. Als Mittelzehrer (Pflanze mit mäßigem Nährstoffbedarf) benötigt er normalen Gartenboden ohne zusätzliche Düngung.
Pflanzzeit: Setze junge Pflanzen entweder im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange kein Frost herrscht.
Pflege: Die Pflanze ist sehr pflegeleicht. Durch ihre Stolone (oberirdische Ausläufer) vermehrt sie sich von selbst und bildet dichte Matten.
Vermehrung: Möchtest du ihn an einer anderen Stelle im Garten haben, kannst du bewurzelte Ausläufer im Frühherbst einfach abtrennen und verpflanzen.
Kombination: Ein idealer Partner ist die Bach-Nelkenwurz (Geum rivale). Beide heimischen Arten schätzen frische Standorte und ergänzen sich optisch hervorragend durch ihre unterschiedlichen Wuchsformen.
Der Kriech-Günsel (Ajuga reptans) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet und besiedelt natürlicherweise frische Wiesen sowie lichte Waldränder. Typisch sind die zygomorphen (spiegelsymmetrischen) Blüten, die in Scheinquirlen (kranzartige Anordnung um den Stängel) übereinanderstehen. Als Archäophyt (Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde) oder indigene Art ist er perfekt an unser Klima angepasst und gilt laut Roter Liste als ungefährdet.
1 Video zu Kriech-Günsel

66 Arten interagieren mit dieser Pflanze
27 weitere Arten besuchen die Blüten
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloRes_2022
•FloRes Database — Takkis et al. (2018), DOI: 10.1371/journal.pone.0202501 (CC0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Orest Lyzhechka / Adobe Stock
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