
Lamium album
Auch bekannt als: Weisse Taubnessel, Lamium album
61
Arten
interagieren
278
Interaktionen
dokumentiert
18
Wirtsbeziehungen
Arten
Wer die Weiße Taubnessel (Lamium album) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Mit ihren schneeweißen Lippenblüten, die in Etagen um den vierkantigen Stängel angeordnet sind, ist sie eine markante Erscheinung an jedem Gehölzrand. Für deinen Naturgarten ist sie ein echter Gewinn, da sie als eine der wenigen Pflanzen fast das ganze Jahr über Nahrung bietet. Besonders langrüsselige Hummeln wie die Gartenhummel (Bombus hortorum) und Schmetterlinge wie der Pantherspanner sind auf ihre tiefen Blüten angewiesen. Wenn du ihr ein nährstoffreiches Plätzchen gönnst, dankt sie es dir mit Robustheit und einer Blütezeit von April bis in den November hinein. Schau doch mal nach, ob du die fleißigen Ackerhummeln (Bombus pascuorum) an ihren Blüten entdeckst.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist die Pflanze eine wahre Nektar-Tankstelle: Jede Blüte produziert beachtliche 1,987 Mikroliter Nektar. Da die Kronröhre (der verwachsene Teil der Blütenblätter) mit 10,6 Millimetern recht tief ist, profitieren spezialisierte Bestäuber wie die Gartenhummel (Bombus hortorum) und die Baumhummel (Bombus pratorum). Auch für Schmetterlinge wie den Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea didyma) und den Kleinen Fuchs ist sie eine wichtige Anlaufstelle. Zudem dient sie als Raupenfutter für Arten wie die Putris-Erdeule und den Pantherspanner. Mit 0,725 Milligramm Pollen pro Blüte liefert sie wertvolle Eiweißressourcen für die Brutpflege verschiedener Wildbienen, darunter auch die Hosenbiene.
Die Weiße Taubnessel besitzt keine Brennhaare und kann daher gefahrlos berührt werden. Laut Datenbank wird sie für Kinder jedoch nicht als sicher eingestuft, weshalb Vorsicht geboten ist. Eine Verwechslung mit der giftigen Zaunrübe ist aufgrund der völlig unterschiedlichen Blütenform und Wuchsweise nahezu ausgeschlossen.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Starkzehrer (Nährstoffreicher/Fetter Boden)
Blütezeit
Apr – Nov
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.32 m
Kronröhre
10.6 mm
Nektar
1.987 µl/Blüte
Pollen
0.725 mg/Blüte
Wähle für die Weiße Taubnessel einen Standort im Halbschatten, da sie direkte Mittagssonne meidet.
Der Boden sollte frisch (mäßig feucht) und sehr nährstoffreich sein – als Starkzehrer liebt sie Gaben von reifem Kompost.
Du kannst sie im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst bis Ende November pflanzen, solange der Boden offen ist.
Da sie Ausläufer bildet, eignet sie sich hervorragend als pflegeleichter Bodendecker unter Sträuchern.
Ein Rückschnitt nach der ersten Hauptblüte im Juni fördert einen kräftigen Neuaustrieb und eine spätere Zweitblüte.
Die Vermehrung gelingt dir ganz unkompliziert durch Teilung des Wurzelstocks im zeitigen Frühjahr.
Achte darauf, dass die Erde nie vollständig austrocknet, da sie empfindlich auf Wassermangel reagiert.
Gute Partnerin: Die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) – beide teilen die Vorliebe für halbschattige, fetter Böden und ergänzen sich hervorragend in ihrer ökologischen Funktion für Insekten.
Die Weiße Taubnessel gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und gilt in unserer Region als Archäophyt (eine Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde oder bereits heimisch war). Sie besiedelt bevorzugt nährstoffreiche Säume und frische Wegränder in ganz Mitteleuropa. Ein typisches Merkmal ist ihr vierkantiger Stängel und die kreuzgegenständige Blattstellung (jeweils zwei gegenüberliegende Blätter sind um 90 Grad zum nächsten Paar versetzt). Als Starkzehrer (Pflanze mit hohem Nährstoffbedarf) zeigt sie uns im Garten zuverlässig an, wo der Boden besonders fruchtbar ist.
3 Videos zu Weiße Taubnessel



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42 Arten interagieren mit dieser Pflanze
18 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•FloRes_2022
•FloRes Database — Takkis et al. (2018), DOI: 10.1371/journal.pone.0202501 (CC0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_265182191
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