
Angelica sylvestris
Auch bekannt als: angélique des bois, Wald-Engelwurz, Waldengelwurz
129
Arten
interagieren
189
Interaktionen
dokumentiert
11
Wirtsbeziehungen
Arten
Typisch für die Wilde Engelwurz (Angelica sylvestris) sind ihre imposanten, fast kugelförmigen Blütendolden in Weiß bis zartem Rosa und die kräftigen, oft rötlich überlaufenen Stängel. Im Naturgarten ist sie eine unverzichtbare Säule der Artenvielfalt, da sie als eine der wichtigsten Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen wie die des Schwalbenschwanzes (Papilio machaon) dient. Auch spezialisierte Falter wie der Hochstaudenflur-Blütenspanner (Eupithecia tripunctaria) sind auf sie angewiesen. Wenn du einen eher feuchten Bereich in deinem Garten hast, ist diese Staude die perfekte Wahl, um Struktur und Leben hineinzubringen. Mit ihrer stattlichen Höhe bietet sie zudem Schutz und Nahrung für viele Nützlinge.
Majestätischer Riese und Geburtsort für den Schwalbenschwanz.
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Nach aktuellen Beobachtungsdaten ist die Wilde Engelwurz ein Magnet für Schwebfliegen, Käfer und Schlupfwespen, die den leicht zugänglichen Nektar der offenen Dolden nutzen. Besonders wertvoll ist sie als Raupenfutterpflanze: Acht verschiedene Falterarten, darunter die Glanzeule (Lacanobia thalassina) und der Schwalbenschwanz (Papilio machaon), sind direkt auf sie angewiesen. Auch der Veränderlichen Rindeneule (Acronicta rumicis) und dem Grünen Blütenspanner (Chloroclystis v-ata) dient sie als Kinderstube. Im Winter bieten die verblühten Samenstände eine wichtige Energiequelle für samenfressende Vögel wie den Stieglitz.
Die Pflanze ist nicht als kindersicher eingestuft. Sie enthält Furocoumarine, die bei Berührung in Kombination mit Sonnenlicht zu Hautreizungen (Phototoxie) führen können. Achte beim Hantieren auf Handschuhe und vergleiche sie genau mit dem Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), dessen Saft deutlich aggressiver ist; die Wilde Engelwurz bleibt meist kleiner und hat glattere Stängel.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Jun – Aug
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.82 m
Wähle einen Standort mit feuchtem bis nassem Boden, da die Wilde Engelwurz einen hohen Wasserbedarf hat.
Der Boden sollte nährstoffreich und tiefgründig sein; schwere Lehmböden werden gut vertragen.
Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Platz, etwa am Teichrand oder in einer feuchten Senke.
Die Pflanzzeit liegt zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis November.
Da die Pflanze oft nur zwei bis vier Jahre alt wird (mehrjährig-monokarpisch, stirbt nach der Blüte meist ab), solltest du die Selbstaussaat zulassen.
Ein Rückschnitt im Spätwinter reicht völlig aus, damit die hohlen Stängel im Winter als Insektenquartier dienen können.
Eine Düngung mit Kompost im Frühjahr unterstützt das kräftige Wachstum.
Gute Partnerin: Das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) – beide lieben nasse Standorte und bilden gemeinsam ein stabiles Biotop für Feuchtwiesen-Insekten.
Auch der Blutweiderich (Lythrum salicaria) passt ökologisch hervorragend, da er ähnliche Bodenverhältnisse bevorzugt.
Die Wilde Engelwurz gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist in ganz Mitteleuropa heimisch. Man findet sie natürlicherweise in Flachmooren, auf Feuchtwiesen oder in Auwäldern (periodisch überflutete Wälder an Flussläufen). Charakteristisch sind die hohlen, tief gefurchten Stängel und die großen, doppelt gefiederten Blätter mit ihren auffällig aufgeblasenen Blattscheiden (Blattstielansätze, die den Stängel umschließen). Als ausdauernde krautige Pflanze erreicht sie oft eine beachtliche Höhe von bis zu zwei Metern.
48 Arten interagieren mit dieser Pflanze
70 weitere Arten besuchen die Blüten
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_870702945
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