
Campanula patula
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222
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dokumentiert
Mit ihren weit geöffneten, trichterförmigen Blüten in zartem Violett, die an feinen, verzweigten Stielen im Wind wiegen, fällt die Wiesen-Glockenblume (Campanula patula) sofort auf. Sie ist ein wertvoller Bestandteil unserer heimischen Flora und steht bereits auf der Vorwarnliste (Kategorie V) der Roten Liste gefährdeter Arten. Für spezialisierte Insekten wie die Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi) stellt sie eine unverzichtbare Lebensgrundlage dar. In deinem Garten sorgt sie für eine natürliche Leichtigkeit und unterstützt aktiv den Artenschutz. Wenn du ihr einen sonnigen Platz schenkst, wirst du mit einer besonders langen Blütezeit belohnt.
Zarter Violettschimmer von April bis September – Heimat der Scherenbiene.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist diese Art eine Schlüsselpflanze für Wildbienen. Besonders die Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi) ist auf den Pollen angewiesen. Auch die Dunkelgrüne Schmalbiene (Lasioglossum pauxillum) und die Gewöhnliche Furchenbiene (Halictus tumulorum) sind regelmäßige Gäste. Neben Bienen profitieren Käferarten wie der Glanzläufer (Diachromus germanus) und Hemicrepidius hirtus von der Pflanze. Da sie von April bis September blüht, bietet sie über ein halbes Jahr hinweg eine verlässliche Nahrungsquelle. Im Winter dienen die stehengelassenen Stängel als Überwinterungsquartier für Kleinstlebewesen.
Bitte beachte, dass die Wiesen-Glockenblume laut Datenbank nicht als kindersicher eingestuft wird. Auch wenn Glockenblumen gemeinhin nicht als stark giftig gelten, sollten Kinder darauf hingewiesen werden, die Pflanze nicht zu verzehren. Eine Verwechslungsgefahr mit hochgiftigen Arten besteht aufgrund der markanten Blütenform im blühenden Zustand praktisch nicht.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Apr – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.36 m
Damit die Wiesen-Glockenblume in deinem Garten gut gedeiht, hier meine Erfahrungswerte:
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, damit sie ihre volle Blütenpracht entfaltet.
Boden: Ideal ist ein frischer, also mäßig feuchter Boden, der weder zu Staunässe noch zu extremer Trockenheit neigt.
Nährstoffe: Als Mittelzehrer (Pflanze mit durchschnittlichem Nährstoffbedarf) kommt sie mit normalem Gartenboden bestens zurecht.
Pflanzzeit: Die beste Zeit zum Setzen ist von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden nicht gefroren ist.
Pflege: Da die Pflanze oft zweijährig ist, solltest du die verblühten Stängel erst im Spätwinter zurückschneiden. So kann sie sich durch Versamung selbst im Garten erhalten.
Vermehrung: Lass die Samen in den Kapseln reifen; sie säen sich an offenen Bodenstellen von allein aus.
Kombination: Eine hervorragende Partnerin ist die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare). Beide teilen den Standortanspruch an sonnige, frische Wiesen und ergänzen sich optisch perfekt.
Die Wiesen-Glockenblume gehört zur Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) innerhalb der Ordnung der Asternartigen (Asterales). Sie ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch und besiedelt bevorzugt frische, mäßig nährstoffreiche Wiesen. Charakteristisch sind die schmalen Blätter und der oft zweijährige Lebenszyklus, bei dem im ersten Jahr eine bodennahe Blattrosette gebildet wird. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 60 Zentimetern fügt sie sich filigran in die Vegetation ein.
3 Videos zu Wiesen-Glockenblume



35 Arten interagieren mit dieser Pflanze
19 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_28670897
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