
Capsella bursa-pastoris
Auch bekannt als: Säcklichrut, Taschenkraut, Löffeli, Gewöhnliches Hirtentäschelkraut, Herzkraut, Bauernsenf, Gemeines Hirtentäschen, Schinkenkraut, Schneiderbeutel
60
Arten
interagieren
78
Interaktionen
dokumentiert
2
Wirtsbeziehungen
Arten
An den markanten, herzförmigen Samenkapseln lässt sich das Gewöhnliche Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) sofort erkennen. Es ist ein unermüdlicher Blüher, der fast das ganze Jahr über Nahrung bietet, selbst wenn andere Pflanzen noch im Winterschlaf sind. Besonders der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) nutzt es gerne als Kinderstube für seine Raupen, während der Sechsbindige Bienenwolf (Cerceris arenaria) die kleinen weißen Blüten besucht. In deinem Garten ist es ein wertvoller Lückenfüller, der zeigt, dass auch unscheinbare Wildkräuter eine große Wirkung haben. Lass es in einer Ecke gewähren, und du wirst staunen, wie viel Leben es anzieht. Schau doch mal genau hin, ob du die kleinen Herzchen schon jetzt im Februar entdeckst.
Die Ganzjahres-Tankstelle: Frischer Nektar und Samen von Januar bis Dezember.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist das Hirtentäschel eine essenzielle Ressource, da es von Januar bis Dezember blühen kann. Es dient dem Aurorafalter (Anthocharis cardamines) als wichtige Raupenfutterpflanze und lockt räuberische Wespen wie den Sechsbindigen Bienenwolf (Cerceris arenaria) an. Die ganzjährige Verfügbarkeit von Samen macht es zu einer wichtigen Futterquelle für Vögel, darunter nachweislich auch die Mähnengans (Chenonetta jubata). Da es auch auf kleinsten Flächen gedeiht, schließt es ökologische Lücken in der Gartenlandschaft. Wer diese Pflanze stehen lässt, bietet Insekten auch an milden Wintertagen eine Tankstelle.
Nach gärtnerischen Datenbanken wird die Pflanze als nicht kindersicher eingestuft. Auch wenn sie keine bekannten starken Gifte enthält, solltest du sie in Bereichen, in denen kleine Kinder spielen, nicht gezielt fördern. Eine Verwechslungsgefahr mit gefährlichen Giftpflanzen besteht aufgrund der einzigartigen Herzform der Schötchen praktisch nicht.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Starkzehrer (Nährstoffreicher/Fetter Boden)
Blütezeit
Jan – Dez
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.18 m
Das Hirtentäschel ist ein Starkzehrer (benötigt nährstoffreichen Boden) und bevorzugt vollsonnige Plätze.
Die Erde sollte stets frisch (mäßig feucht) sein, wobei die Pflanze Staunässe vermeiden möchte.
Eine Pflanzung im Garten ist von März bis Mai oder im Herbst von September bis November möglich.
Da die Pflanze meist ein- oder zweijährig wächst, empfiehlt es sich, die Selbstaussaat zuzulassen.
Es benötigt keine Mykorrhiza (Symbiose mit Bodenpilzen), was es zu einem robusten Pionier macht.
Achte darauf, den Boden an seinem Standort nicht durch Sand abzumagern, da es Kraft für die Dauerblüte braucht.
Im Winter solltest du die verblühten Stängel unbedingt stehen lassen.
Die Samen dienen Vögeln in der kalten Jahreszeit als wichtige Energiequelle.
Eine gute Partnerin ist die Wilde Möhre (Daucus carota).
Beide Arten teilen sich ähnliche Standortansprüche auf nährstoffreichen Böden und ergänzen sich in der Insektenförderung.
Dieses Kraut gilt als Archäophyt (Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet. Es besiedelt bevorzugt nährstoffreiche Böden und sonnige Standorte im Siedlungsraum. Die Pflanze bildet zunächst eine Grundrosette aus fiederteiligen Blättern, aus der dann der verzweigte Blütenstängel mit den typischen Schötchen emporwächst. Eine Besonderheit ist der Status als NM-Pflanze (Nicht-Mykorrhiza-Pflanze), was bedeutet, dass sie ohne die Hilfe von Wurzelpilzen auskommt und somit gestörte Böden sehr schnell besiedeln kann.
35 Arten interagieren mit dieser Pflanze
2 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
23 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_815634647
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →