Bild folgtKI-generierte IllustrationAjuga genevensis
Auch bekannt als: Genfer Günsel
23
Arten
interagieren
34
Interaktionen
dokumentiert
An seinen aufrechten, intensiv blauvioletten Blütenkerzen und den beidseitig behaarten Stängeln lässt sich der Heide-Günsel (Ajuga genevensis) sofort erkennen. Im Gegensatz zum weit verbreiteten Kriechenden Günsel bildet er keine oberirdischen Ausläufer, was ihn zu einem horstigen Bewohner für sonnige Plätze macht. Da die Art auf der Vorwarnliste der Roten Liste steht, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Besonders seltene Falter wie der Gemeine Scheckenfalter (Melitaea didyma) oder der Hummelschwärmer finden hier im späten Frühjahr eine wichtige Energiequelle. Wenn du einen trockenen, mageren Standort im Garten hast, solltest du diesem robusten Überlebenskünstler unbedingt einen Platz geben.
Blaue Rettungsinsel für seltene Dickkopffalter auf kargen Böden.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist der Heide-Günsel eine lebensnotwendige Tankstelle für spezialisierte Falter wie den Marmorierten Dickkopffalter (Carcharodus lavatherae) und den Heilziest-Dickkopffalter (Carcharodus floccifera). Auch die Wiesenhummel (Bombus pratorum) sucht die Blüten regelmäßig auf, um Nektar zu sammeln. Für den Braunkolbigen Braun-Dickkopffalter (Thymelicus sylvestris) und den Gemeinen Scheckenfalter (Melitaea didyma) bietet die Art in den Monaten Mai und Juni eine verlässliche Nahrungsgrundlage. Da die Pflanze trockene Magerstandorte besiedelt, fördert sie eine hochspezialisierte Insektengemeinschaft, die in gedüngten Gärten heute kaum noch Lebensraum findet.
Die Datenbank stuft den Heide-Günsel als nicht kindersicher ein, weshalb er nicht in Reichweite von Kleinkindern gepflanzt werden sollte. Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem Kriechenden Günsel (Ajuga reptans), der jedoch oberirdische Ausläufer bildet. In der freien Natur ist er kaum mit giftigen Arten zu verwechseln.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mai – Jun
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.17 m
Diesen Günsel pflegst du am besten, indem du ihn weitgehend in Ruhe lässt. Hier sind die wichtigsten Praxistipps:
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz. Die Pflanze liebt Wärme und kommt mit Trockenheit hervorragend zurecht.
Boden: Er ist ein Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) und benötigt einen mageren, gut durchlässigen Untergrund.
Pflanzzeit: Setze ihn von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden offen ist.
Pflege: Da er keine Ausläufer bildet, bleibt er kompakt an seinem Platz und muss nicht eingedämmt werden. Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich.
Vermehrung: Eine Teilung des Wurzelstocks im zeitigen Frühjahr ist möglich.
Kombination: Ein idealer Partner ist der Echte Natternkopf (Echium vulgare). Beide teilen die Vorliebe für trockene Standorte und ergänzen sich in der Blütezeit, was die Attraktivität für Bestäuber maximiert.
Der Heide-Günsel gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist in Mitteleuropa als indigenes Gewächs oder Archäophyt (Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde) heimisch. Sein natürlicher Lebensraum sind Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) und sonnige Böschungen. Er lebt in einer Mykorrhiza-Symbiose (Lebensgemeinschaft zwischen Pilz und Wurzel) vom Typ AM, was seine Nährstoffaufnahme auf kargen Böden verbessert. Morphologisch unterscheidet er sich durch seine rübenartige Wurzel und den rundherum behaarten Stängel von seinen Verwandten.
3 Videos zu Heide-Günsel



23 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →