
Rumex acetosa
Auch bekannt als: Sauerampfer, Sauerlump, Gartensauerampfer, Großer Sauerampfer, Großer Sauer-Ampfer
42
Arten
interagieren
66
Interaktionen
dokumentiert
14
Wirtsbeziehungen
Arten
Wer den Wiesen-Sauer-Ampfer (Rumex acetosa) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Die pfeilförmigen Blätter mit den charakteristischen, nach hinten gerichteten Zipfeln und die rötlich leuchtenden Blütenrispen sind im Frühsommer unverkennbar. Er ist ein ökologisches Schwergewicht in deinem Garten, da er als unverzichtbare Kinderstube für Schmetterlinge wie den Kleinen Feuerfalter (Lycaena phlaeas) dient. Auch die Schwarzgefleckte Herbsteule nutzt ihn als wichtige Futterquelle für ihren Nachwuchs. Mit dieser robusten Wildpflanze holst du dir ein Stück lebendige Wiesen-Natur direkt ans Haus, die wenig Pflege verlangt und viel für den Artenschutz leistet. Du machst hier alles richtig, wenn du einen naturnahen Akzent setzen möchtest.
Unverzichtbare Kinderstube für den leuchtenden Kleinen Feuerfalter.
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Nach aktuellen ökologischen Daten ist der Wiesen-Sauer-Ampfer eine Schlüsselpflanze für spezialisierte Insekten. Er dient als Raupenfutterpflanze für den Kleinen Feuerfalter (Lycaena phlaeas), den Eckfleck-Bürstenspinner (Orgyia recens) sowie die Schwarzgefleckte Herbsteule. Auch der Ampfer-Purpurspanner ist auf diese Pflanze angewiesen. Neben Faltern besuchen spezialisierte Käfer wie der Ampfer-Blattelrüssler (Apion frumentarium) die Bestände. Da die Pflanze von April bis September blüht, bietet sie über einen langen Zeitraum eine verlässliche Lebensgrundlage in der Gartenlandschaft. Sogar die Graubraune Frühherbsteule nutzt ihn regelmäßig als Nahrungsquelle.
Die Pflanze wird als nicht kindersicher eingestuft, da sie größere Mengen Oxalsäure enthält. Der Verzehr großer Mengen kann bei Kindern und Haustieren zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Verwechslungsgefahr besteht mit anderen Ampfer-Arten, die jedoch ähnliche Eigenschaften besitzen und nicht hochgiftig sind.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Apr – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.44 m
Standort: Wähle einen Platz in der vollen Sonne, damit sich die rötliche Färbung der Blütenstände voll entfalten kann.
Boden: Die Pflanze benötigt 'frische' Standorte. Das bedeutet für dich: Der Boden sollte gleichmäßig feucht sein, aber keine Staunässe bilden.
Nährstoffe: Als Mittelzehrer kommt er mit normalem Gartenboden bestens zurecht und benötigt keine zusätzlichen Düngergaben.
Pflanzzeit: Setze den Ampfer im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden frostfrei ist.
Pflege: Er ist sehr robust. Wenn du eine unkontrollierte Ausbreitung durch Samen verhindern willst, schneide die Blütenstände nach dem Abblühen im Spätsommer zurück.
Vermehrung: Eine Vermehrung durch Teilung des Wurzelstocks im zeitigen Frühjahr ist sehr einfach möglich.
Begleitpflanzen: Gute Partnerin ist das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) oder der Scharfe Hahnenfuß (Ranunculus acris). Diese Arten teilen die Vorliebe für frische, sonnige Standorte und ergänzen sich optisch zu einem natürlichen Wiesenbild.
Der Wiesen-Sauer-Ampfer (Rumex acetosa) gehört zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz heimisch. Als ausdauernde, krautige Pflanze besiedelt er bevorzugt frische, nährstoffreiche Wiesen und Weiden. Morphologisch auffällig ist seine Zweihäusigkeit (männliche und weibliche Blüten auf getrennten Individuen) und die Arbuskuläre Mykorrhiza (AM), eine Symbiose zwischen Wurzeln und Bodenpilzen zur besseren Nährstoffaufnahme. Er ist ein Archäophyt (eine Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde oder bereits indigen war) und gilt in der Region als nicht gefährdet.
3 Videos zu Wiesen-Sauer-Ampfer



8 Arten interagieren mit dieser Pflanze
14 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
20 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Grigoriy Pisockiy / Adobe Stock
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →