
Daphne mezereum
Auch bekannt als: Echter Seidelbast, bois-gentil, Gemeiner Seidelbast
9
Arten
interagieren
13
Interaktionen
dokumentiert
Wer Gewöhnlichen Seidelbast (Daphne mezereum) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Seine purpurrosa Blüten sitzen im Vorfrühling direkt am noch blattlosen Holz und verströmen einen intensiven Duft. Dieser heimische Strauch ist ökologisch wertvoll, da er bereits ab Februar Nektar für hungrige Insekten bietet. Besonders der C-Falter (Polygonia c-album) und die Helle Erdhummel (Bombus terrestris) profitieren von diesem frühen Angebot. Als Gärtner setzt du mit ihm ein wichtiges Zeichen für den frühen Artenschutz in deinem Garten. Er ist die ideale Wahl für alle, die das Erwachen der Natur im Schattengarten kaum erwarten können.
Frühstart für Falter: Purpurrosa Blütenpracht ab Februar direkt am Holz.
Klicken hebt Verbindungen hervor · Nochmals klicken öffnet die Artenseite
Netzwerk wird geladen...
In der kargen Zeit ab Februar ist der Seidelbast eine lebenswichtige Energiequelle für die ersten Erwachten. Nach aktuellen Bestäubungsdaten nutzen besonders Schmetterlinge wie der Kleine Fuchs (Aglais urticae) und der C-Falter (Polygonia c-album) das Nektarangebot. Auch für Hummeln ist die Pflanze unverzichtbar; so konnten die Helle Erdhummel (Bombus terrestris) und die Sandhummel (Bombus veteranus) regelmäßig beim Blütenbesuch beobachtet werden. Da er einer der ersten Blüher im Gartenjahr ist, sichert er das Überleben dieser wichtigen Bestäuber in einer Phase, in der kaum andere Nahrung zur Verfügung steht. Seine ökologische Bedeutung als Brückenpflanze im Vorfrühling ist daher kaum zu unterschätzen.
Achtung: Der Gewöhnliche Seidelbast ist in allen Teilen hochgiftig und daher nicht kindersicher. Besonders die roten Beeren und die Rinde enthalten starke Giftstoffe, die bereits bei Hautkontakt Reizungen auslösen können. Trage beim Pflanzen oder bei der Pflege zu deiner Sicherheit immer Handschuhe.
Licht
Schatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Feb – Apr
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Strauch
Verholzung
Verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.79 m
Standort: Wähle einen schattigen Platz in deinem Garten, der die kühle Waldatmosphäre imitiert.
Boden: Die Pflanze ist ein Mittelzehrer (Pflanze mit mäßigem Nährstoffbedarf) und benötigt normalen, humosen Gartenboden.
Feuchtigkeit: Der Boden sollte frisch sein, was bedeutet, dass er eine mäßige, gleichmäßige Feuchte aufweist und nie ganz austrocknet.
Pflanzzeit: Setze den Strauch am besten von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden offen und frostfrei ist.
Pflege: Der Seidelbast wächst sehr langsam und verträgt Schnitte nur schlecht; lass ihn am besten natürlich wachsen.
Vermehrung: Da er empfindlich auf Wurzelstörungen reagiert, solltest du ihn nach dem Einpflanzen nicht mehr umsetzen.
Besonderheit: Eine Mulchschicht aus Laub schützt die Wurzeln und hält die Feuchtigkeit im Boden.
Kombinationsempfehlung: Eine gute Partnerin ist das Leberblümchen (Hepatica nobilis). Beide Arten teilen sich in der Natur denselben Lebensraum im kalkreichen Buchenwald und bilden im zeitigen Frühjahr eine wunderschöne, ökologisch wertvolle Einheit.
Der Gewöhnliche Seidelbast gehört zur Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet. Er wächst bevorzugt in schattigen, kalkreichen Laubmischwäldern auf frischen Böden. Ein auffälliges Merkmal ist die Stammblütigkeit (Cauliflorie), bei der die Blüten nicht an den Spitzen, sondern direkt an den verholzten Trieben des Vorjahres erscheinen. Der Strauch wächst langsam, aufrecht und erreicht meist eine Höhe von etwa einem Meter. In der regionalen Flora ist er als indigene (einheimische) Art fest verankert.
2 Videos zu Gewöhnlicher Seidelbast


8 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_330350940
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →