Erfahre, wie Unterwasserpflanzen den Nährstoffkreislauf im Gartenteich regulieren und die Algenblüte im Mai biologisch verhindern. Tipps für Deinen Naturgarten.
Im Mai erwacht das Leben in Deinem Gartenteich mit voller Intensität. Während die Sonne das Wasser erwärmt, setzt am Teichgrund die mikrobielle Aktivität ein. Mikroorganismen zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und Laub aus dem Vorjahr. Dabei entsteht zunächst Ammonium (NH4+), das durch spezialisierte Bakterien der Gattungen Nitrosomonas und Nitrobacter in zwei Schritten über Nitrit (NO2-) zu Nitrat (NO3-) umgewandelt wird. Diesen Vorgang bezeichnen wir als Nitrifikation (biochemische Oxidation von Ammonium zu Nitrat).
Nitrat ist ein essenzieller Pflanzennährstoff, doch im Mai droht ein Ungleichgewicht. Wenn die höheren Wasserpflanzen noch nicht ihre volle Biomasse erreicht haben, nutzen opportunistische Algenarten wie die Fadenalge (Spirogyra) das Überangebot an Nährstoffen und die steigende Lichtintensität für eine explosionsartige Vermehrung, die sogenannte Algenblüte. Um dies zu verhindern, musst Du die biochemische Wirkweise von Unterwasserpflanzen und Repositionspflanzen (Pflanzen, die Nährstoffe fixieren und dem Wasser entziehen) gezielt nutzen.
Echte Unterwasserpflanzen, auch Hydrophyten genannt, sind Deine wichtigsten Verbündeten. Im Gegensatz zu Seerosen nehmen sie Nährstoffe nicht primär über Wurzeln aus dem Sediment auf, sondern über ihre gesamte Blattoberfläche direkt aus dem Wasser. Sie stehen somit in direkter Nahrungskonkurrenz zu einzelligen Schwebealgen.
Besonders effektiv im Mai ist das Rauhe Hornblatt (Ceratophyllum demersum). Es benötigt keine Einwurzelung und beginnt bereits bei niedrigen Temperaturen mit dem Wachstum. Ebenfalls wertvoll ist das Durchwachsene Laichkraut (Potamogeton perfoliatus), das durch seine robusten Blätter Sauerstoff in tiefere Wasserschichten transportiert. Dieser Sauerstoff ist entscheidend, um die Denitrifikation (Umwandlung von Nitrat in gasförmigen Stickstoff) durch anaerobe Bakterien im Bodenschlamm zu unterstützen.
Nicht nur die Pflanzen im Wasser, sondern auch die Vegetation am Teichrand spielt eine entscheidende Rolle im Nährstoffmanagement. Repositionspflanzen am Ufer bilden eine Barriere gegen Oberflächenabflüsse, die Düngereste oder nährstoffreiches Erdreich in den Teich spülen könnten. Hier bieten sich verschiedene heimische Arten an, die feuchte Standorte bevorzugen.
Die Rote Lichtnelke (Silene dioica) ist eine ideale Wahl für den wechselfeuchten Übergangsbereich. Sie bindet Stickstoff in ihrer Biomasse und bietet gleichzeitig Nahrung für spezialisierte Insekten wie die Hummel-Schwebfliege (Volucella pellucens). In schattigeren Randbereichen übernimmt die Goldnessel (Lamium galeobdolon) oder die eng verwandte Goldnessel (Lamiastrum galeobdolon) diese Filterfunktion. Für die trockeneren Böschungsoberkanten ist die Wiesen-Witwenblume (Artengruppe) (Knautia arvensis) hervorragend geeignet, um den Boden zu stabilisieren und den Nährstoffeintrag zu minimieren.
| Pflanzengruppe | Beispielsart | Mechanismus der Nährstoffbindung |
|---|---|---|
| Unterwasserpflanzen | Rauhes Hornblatt (Ceratophyllum demersum) | Direkte Aufnahme von Nitrat und Phosphat über die Blätter. |
| Schwimmblattpflanzen | Wasserfeder (Hottonia palustris) | Hohe Sauerstoffabgabe, Förderung der Nitrifikation. |
| Uferrandpflanzen | Rote Lichtnelke (Silene dioica) | Filterung von Oberflächenwasser, Bindung von Stickstoff. |
| Schattenverträgliche Filterpflanzen | Goldnessel (Lamium galeobdolon) | Bodenabdeckung und Erosionsschutz am Teichrand. |
Durch die gezielte Förderung heimischer Pflanzenstrukturen schaffst Du ein selbstreinigendes System. Der Verzicht auf Torf bei der Bepflanzung und die Verwendung von ungewaschenem Kies oder Sand als Substrat verhindern zudem die Freisetzung von Huminsäuren, welche den pH-Wert unnötig absenken könnten. Ein stabiler pH-Wert zwischen 7,5 und 8,5 im Mai ist ein guter Indikator für einen funktionierenden Nährstoffkreislauf.
Steigende Temperaturen und Lichtintensität treffen auf hohe Nitratwerte durch Zersetzungsprozesse am Teichgrund, was Algen als Wachstumsschub nutzen.
Unterwasserpflanzen wie das Rauhe Hornblatt (Ceratophyllum demersum) nehmen Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf und entziehen den Algen die Lebensgrundlage.
Ja, das mechanische Entfernen entzieht dem Teich Nährstoffe. Achte dabei aber penibel darauf, keine Kaulquappen oder Molchlarven mit aus dem Wasser zu fischen.
Ja, Repositionspflanzen wie die Rote Lichtnelke verhindern als Pufferzone, dass Dünger oder nährstoffreiche Erde von außen in den Teich gespült werden.
Hauptartikel: Naturgarten im Mai: Vegetationssprung und Artenschutz am Teich
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