Schütze die Erdkröte im Gartenteich: Tipps für die kritische Metamorphose im Mai. Erfahre alles über Kaulquappen-Schutz, Uferbepflanzung und Amphibienschutz.
Im Mai vollzieht sich in den heimischen Gartenteichen eines der faszinierendsten biologischen Phänomene: Die Metamorphose der Amphibienlarven. Während die Erdkröte (Bufo bufo (Linnaeus, 1758)) ihre Eier bereits im zeitigen Frühjahr in Form von meterlangen Laichschnüren (gallertartige Eihüllen) um Wasserpflanzen gewickelt hat, bevölkern nun unzählige schwarze Kaulquappen das Gewässer. Als Gartenbesitzer trägst du in diesem Monat eine besondere Verantwortung, da die Tiere beim Übergang vom Wasser- zum Landleben extrem vulnerabel (verletzlich) sind.
Die Larven der Erdkröte unterscheiden sich deutlich von denen anderer Arten. Während Larven vom Grasfrosch (Rana temporaria Linnaeus, 1758) meist bräunlich gefleckt und eher einzelgängerisch sind, bilden Erdkrötenkaulquappen dichte, tiefschwarze Schwärme. Dies dient nach aktuellen Beobachtungen dem Schutz vor Fressfeinden, da die Larven bereits in diesem Stadium Bitterstoffe in ihrer Haut produzieren.
Im Laufe des Mais entwickeln sich zuerst die Hinterbeine, gefolgt von den Vorderbeinen. Parallel dazu findet ein komplexer innerer Umbau statt: Das Tier wechselt von der Kiemenatmung zur Lungenatmung. In dieser Phase müssen die Jungkröten die Wasseroberfläche leicht erreichen können, um atmosphärischen Sauerstoff aufzunehmen. Ein steiles Ufer ohne Flachwasserzonen kann hier zur tödlichen Falle werden.
Sobald der Schwanz vollständig resorbiert (vom Körper aufgenommen) ist, verlassen die nun etwa einen Zentimeter kleinen Jungkröten das Wasser. Dieser sogenannte Landgang erfolgt meist massenhaft nach Regenfällen Ende Mai oder Anfang Juni. Zu diesem Zeitpunkt benötigen sie ein Mikroklima, das sie vor Austrocknung schützt. Eine dichte Vegetation aus heimischen Pflanzen bietet hier den notwendigen Schatten und Schutz vor Prädatoren (Fressfeinden).
| Entwicklungsphase | Merkmal | Lebensraumanspruch |
|---|---|---|
| Frühe Larve | Ruderschwanz, Außenkiemen | Sonnige Flachwasserzonen mit Algenaufwuchs |
| Metamorphose | Beinbildung, Lungenentwicklung | Zugang zur Wasseroberfläche, krautige Wasserpflanzen |
| Jungtier (Metamorphling) | Vollständige Rückbildung des Schwanzes | Feuchte Ufervegetation, Totholz, Steinhaufen |
| Adultes Tier | Warzige Haut, waagerechte Pupillen | Waldnahe Gärten, Erdlöcher, Laubschichten |
Um die Überlebensrate der Jungtiere signifikant zu erhöhen, solltest du die Bepflanzung gezielt auf die Bedürfnisse der Amphibien abstimmen. Die Rote Lichtnelke (Silene dioica) ist eine ideale Uferstaude, die im Mai blüht und durch ihren dichten Wuchs am Boden Feuchtigkeit hält. Auch die Goldnessel (Lamium galeobdolon) eignet sich hervorragend, um schattige Rückzugsorte unter den Blättern zu schaffen. In sonnigeren Abschnitten des Gartens bietet die Wiesen-Witwenblume (Artengruppe) (Knautia arvensis) zwar weniger direkten Bodenschutz, lockt aber Insekten an, die wiederum die Nahrungsgrundlage für die heranwachsenden Kröten bilden.
Abschließend ist zu betonen, dass die Erdkröte (Bufo bufo (Linnaeus, 1758)) nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützt ist. Es ist untersagt, die Tiere, ihren Laich oder die Larven aus der Natur zu entnehmen oder umzusiedeln. Ein naturnah gestalteter Garten, der auf invasive Arten verzichtet und stattdessen Standorte für den Gelber Fingerhut (Digitalis lutea subsp. lutea) oder die Goldnessel (Lamiastrum galeobdolon) bietet, schafft von selbst die Voraussetzungen für eine stabile Population. Durch deine Beobachtung und die Bereitstellung sicherer Korridore leistest du einen messbaren Beitrag zum lokalen Artenschutz.
Sie sind tiefschwarz, bilden oft dichte Schwärme und entwickeln sich aus langen Laichschnüren, die um Wasserpflanzen gewickelt wurden.
Nein, das ist laut Bundesnaturschutzgesetz verboten. Amphibien und ihre Entwicklungsstadien stehen unter besonderem Schutz und dürfen nicht entnommen werden.
Jungkröten verlassen im Mai oft massenhaft das Wasser. Sie sind winzig, verstecken sich im hohen Gras und werden von Mähern leicht übersehen und getötet.
In der ersten Phase weiden sie hauptsächlich Algen und Kleinstlebewesen (Einzeller) von Steinen und Wasserpflanzen ab.
Hauptartikel: Naturgarten im Mai: Vegetationssprung und Artenschutz am Teich
Schlagwörter
Erfahre, wie du im Mai deinen Naturgarten pflegst. Alles zu Lichtnelke, Goldnessel und dem Schutz von Erdkröte und Grasfrosch. Jetzt Biodiversität fördern!
VertiefungErfahre, wie Unterwasserpflanzen den Nährstoffkreislauf im Gartenteich regulieren und die Algenblüte im Mai biologisch verhindern. Tipps für Deinen Naturgarten.
VertiefungErfahre, wie du Wasserlinsen und Fadenalgen im Mai ökologisch regulierst. Tipps zum Nährstoffaustrag und zum Schutz von Libellenlarven und Amphibien.
VertiefungErfahre, wie du im Mai eine sichere Insektentränke baust. Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Moos und Steinen für Wildbienen und Schmetterlinge am Teichrand.
VertiefungBestimme Libellenarten an deinem Gartenteich im Mai durch das Finden verlassener Larvenhäute (Exuvien). Fachanleitung für Monitoring und Artenschutz am Ufer.
Alle Artendaten stammen aus wissenschaftlichen Quellen (CC BY 4.0 / CC0). Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →