Bild folgtKI-generierte IllustrationScolochloa festucacea
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An den stattlichen, breitblättrigen Halmen und der weit ausladenden Rispe (ein locker verzweigter Blütenstand) lässt sich das Gewöhnliche Schwingelschilf sofort erkennen. Es ist ein seltener Gast in unseren Gärten, doch ökologisch unersetzlich als Lebensraum für spezialisierte Falter wie den Spiegelfleck-Dickkopffalter (Heteropterus morpheus) oder den Gelbwürfeligen Dickkopffalter (Carterocephalus palaemon). In Feuchtgebieten oder am Teichrand bietet es wertvolle Struktur und Rückzugsorte für die heimische Fauna. Da die Art in Deutschland auf der Roten Liste steht, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen echten Beitrag zum Artenschutz. Wenn du eine nasse Stelle im Garten hast, solltest du diesem besonderen Gras eine Chance geben.
Gefährdeter Uferschatz: Ein sicherer Hafen für seltene Dickkopffalter.
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Dieses Gras ist eine wertvolle Futterpflanze für verschiedene Schmetterlingsarten. Nach aktuellen Daten profitieren insbesondere der Spiegelfleck-Dickkopffalter (Heteropterus morpheus) und der Gelbwürfelige Dickkopffalter (Carterocephalus palaemon) von den Beständen. Auch der Schwarzfleckige Golddickkopffalter (Carterocephalus silvicola) nutzt das Schwingelschilf als Lebensraum. Neben Insekten schätzen auch Vögel die Pflanze: Die Stockente (Anas platyrhynchos) besucht die Bestände regelmäßig zur Nahrungssuche oder als Deckung. Da die Art als gefährdet (Rote Liste 3) eingestuft ist, fungiert sie im Garten als wichtige Arche für die regionale Biodiversität.
Achtung, das Gewöhnliche Schwingelschilf wird als nicht kindersicher eingestuft. Dies liegt vor allem an den oft scharfen Blatträndern, die bei unvorsichtiger Berührung zu kleinen Schnittwunden führen können. Die Pflanze selbst ist nicht giftig, sollte aber aufgrund der Verletzungsgefahr nicht direkt an Spielbereichen stehen.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Jun – Jul
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
1.33 m
Standort : Wähle einen vollsonnigen bis halbschattigen Platz direkt in der Flachwasserzone deines Teiches oder an einem permanent nassen Uferstreifen.
Boden : Das Substrat sollte nährstoffreich und schlammig sein, damit sich die Wurzeln gut verankern können.
Pflanzzeit : Setze das Gras bevorzugt von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November ein, solange kein Frost herrscht.
Wasserbedarf : Der Boden muss dauerhaft nass sein; die Pflanze verträgt Wassertiefen bis etwa 20 Zentimeter problemlos.
Düngung : In normalen Gartenteichen ist keine zusätzliche Düngung nötig, da das Gras Nährstoffe direkt aus dem Wasser und Schlamm zieht.
Schnitt : Schneide die alten Halme erst im späten Februar zurück, um überwinternden Tieren Schutz zu bieten.
Vermehrung : Die Pflanze breitet sich durch Rhizome (unterirdisch kriechende Sprossachsen) von selbst aus.
Besonderheit : Die Art geht eine AM (Arbuskuläre Mykorrhiza), also eine nützliche Lebensgemeinschaft mit Bodenpilzen, ein.
Kombination : Eine ideale Partnerin ist die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) – beide teilen den Lebensraum im Flachwasser und fördern gemeinsam die Wasserreinigung.
Das Gewöhnliche Schwingelschilf (Scolochloa festucacea) gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) innerhalb der Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Als indigene (ursprünglich heimische) Art besiedelt es vor allem in Deutschland und Österreich die Verlandungszonen (Bereiche, in denen Wasserflächen langsam zu Land werden) stehender oder langsam fließender Gewässer. Morphologisch fällt es durch seine beachtliche Größe und die typischen, schwingelähnlichen Ährchen auf, die ihm seinen Namen gaben. Es ist ein ausläuferbildendes Gras, das eng an das Leben im Schlamm und Flachwasser angepasst ist.
38 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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