Erfahre, wie du im Februar ein Sandarium für Wildbienen anlegst. Anleitung zu Standort, Substrat und Bepflanzung für mehr Biodiversität in deinem Garten.




In unseren Gärten finden Wildbienen oft ausreichend Nahrung, aber es mangelt an geeigneten Nistplätzen. Während klassische „Insektenhotels“ meist nur oberirdisch nistende Arten ansprechen, ist der Großteil der Wildbienen auf offene Bodenstellen angewiesen. Durch die zunehmende Versiegelung und dichte Bepflanzung fehlen diese xerothermen (trocken-warmen) Habitate in der Landschaft.
Indem du ein Sandarium anlegst, schaffst du einen Ersatzlebensraum für spezialisierte Arten wie Sandbienen (Andrena). Diese Insekten sind essenziell für die Bestäubung deiner Obstgehölze und Zierpflanzen. Da sie solitär leben – also keine Staaten bilden und keinen Honig verteidigen –, sind sie völlig friedfertig und können gefahrlos beobachtet werden.
Der Erfolg deines Sandariums hängt maßgeblich von der Materialbeschaffenheit ab. Verwende keinesfalls gewaschenen Spielsand oder Quarzsand. Diesen fehlt das sogenannte Schlämmkorn (feine Ton- und Schluffanteile), welches wie ein Kleber wirkt. Ohne diesen Bindestoff würden die Brutröhren sofort einstürzen.
Achte bei der Planung im Februar auf eine südliche Ausrichtung. Die Wärme der Sonne ist notwendig, damit sich die Larven in den Erdröhren entwickeln können. Schattenplätze oder Standorte unter großen Bäumen sind ungeeignet, da die Bodenfeuchtigkeit dort zu hoch ist.
| Material | Eignung | Grund |
|---|---|---|
| Gewaschener Spielsand | Ungeeignet | Zu instabil, Gänge stürzen ein |
| Grubensand (ungewaschen) | Sehr gut | Enthält Lehmanteile für stabile Röhren |
| Sand-Lehm-Gemisch (8:1) | Sehr gut | Optimale Stabilität bei Trockenheit |
| Rheinsand | Bedingt | Meist zu rundkörnig und sauber |
Ein Nistplatz ohne Nahrung ist wertlos. Wildbienen haben oft einen geringen Flugradius von nur 100 bis 300 Metern. Kombiniere das Sandarium daher mit trockenheitsliebenden Pflanzen. Auf der Mauerkrone oder am Rand eignet sich die Garten-Gänsekresse (Arabis caucasica). Für die Sommermonate bietet der Garten-Wiesenknopf (Poterium sanguisorba) wertvollen Pollen. Auch Nutzpflanzen wie die Garten-Erdbeere (Fragaria ananassa) profitieren direkt von den kurzen Wegen der Bestäuber. Wenn du eine mehrjährige Nutzpflanze suchst, ist die Garten-Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica) eine exzellente Wahl, da ihre Blüten sehr attraktiv für Wildbienen sind.
Der Februar ist ideal, da du das Sandarium fertigstellen kannst, bevor die ersten Erdbienen im März aus ihrer Winterruhe erwachen.
Nein. Ein gut angelegtes Sandarium mit Hügelform lässt Wasser abfließen. Die Larven sind in 40 cm Tiefe ausreichend vor Frost geschützt.
Lege dornige Zweige, zum Beispiel von Brombeeren, locker über die Sandfläche. Das schreckt Katzen ab, behindert die Bienen aber nicht.
Sand muss nicht getauscht werden. Entferne lediglich aufkommenden Bewuchs, damit mindestens 50 % der Fläche für die Bienen offen bleiben.
Nein, das Sandarium ist ein Biotop. Durch Betreten werden die empfindlichen Brutgänge zerstört. Es ist ein Beobachtungsort, kein Spielplatz.
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