Baue im Juni eine Versickerungsmulde, um Regenwasser im Garten zu speichern. Anleitung zu Planung, Bau und Bepflanzung für mehr Biodiversität und Trockenresistenz.
Der Juni markiert oft den Übergang von den feuchten Frühjahrsmonaten in die heiße Sommerphase. Während die Verdunstung zunimmt, sinken die Pegel der Regentonnen. Eine Versickerungsmulde – eine flache, bepflanzte Bodenvertiefung – ist eine bauliche Maßnahme, um Starkregenereignisse aufzufangen und das Wasser langsam im Gartenboden versinken zu lassen. Dies stärkt die Widerstandsfähigkeit deines Gartens gegenüber Dürrephasen und entlastet das kommunale Abwassersystem.
Bevor du mit dem Spaten ansetzt, ist die Prüfung der Infiltrationsrate (die Geschwindigkeit, mit der Wasser in den Boden eindringt) entscheidend. Sandige Böden leiten Wasser schnell weiter, während lehmige Böden eine längere Verweilzeit bewirken. Nach hydrologischen Erfahrungswerten sollte eine Mulde etwa 10 bis 20 Prozent der angeschlossenen Dach- oder Versiegelungsfläche umfassen.
Der Standort muss mindestens zwei Meter Abstand zum Hausfundament wahren, um Feuchtigkeitsschäden am Gebäude zu vermeiden. Achte darauf, dass die Mulde ein Gefälle von etwa 1:3 an den Rändern aufweist. Dies verhindert Erosion (Bodenabtrag durch Wasser) und ermöglicht es Tieren wie dem Maulwurf (Talpa europaea), der unter strengem Artenschutz steht, sich sicher im Garten zu bewegen, ohne bei Starkregen in steilen Gruben festgesetzt zu werden.
Eine Versickerungsmulde ist kein Teich, sondern ein temporärer Wasserspeicher. Das Wasser sollte innerhalb von 24 Stunden vollständig versickert sein. Die Auswahl der Pflanzen richtet sich nach den verschiedenen Feuchtigkeitszonen der Mulde.
| Zone | Standortbedingungen | Geeignete Pflanzenarten (Beispiele) |
|---|---|---|
| Muldensohle | Zeitweise nass, nährstoffreich | Weiße Taubnessel (Lamium album), Blutweiderich (Lythrum salicaria) |
| Muldenhang | Wechselhaft (feucht bis trocken) | Wiesen-Witwenblume (Artengruppe) (Knautia arvensis), Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) |
| Muldenrand | Eher trocken, gut drainiert | Anis (Pimpinella anisum), Kornelkirsche (Cornus mas) im Hintergrund |
Die Weiße Taubnessel (Lamium album subsp. album) ist hierbei besonders wertvoll. Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist sie eine Hauptnahrungsquelle für die Ackerhummel (Bombus pascuorum). Die Wiesen-Witwenblume (Artengruppe) (Knautia arvensis) am trockeneren Oberhang zieht spezialisierte Insekten wie die Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) an, die auf den Pollen dieser Pflanzenart angewiesen ist.
Im Juni ist der Boden oft noch aufnahmefähig, während die Oberflächenhitze bereits zunimmt. Die Versickerungsmulde wirkt wie ein Schwamm. Das Wasser, das du jetzt speicherst, kühlt durch Verdunstung das Mikroklima deines Gartens. Zudem finden Vögel wie die Singdrossel (Turdus philomelos) an den feuchten Rändern eher Regenwürmer und Nahrung, wenn die umliegenden Rasenflächen bereits austrocknen. Verzichte konsequent auf chemische Pflanzenschutzmittel oder Schneckenkorn, da diese Wirkstoffe durch die Versickerung direkt in das lokale Grundwasser gelangen könnten.
Durch diese bauliche Maßnahme schaffst du eine naturnahe Lösung, die sowohl ökologisch wertvoll als auch funktional ist. Dein Garten wird so von einem reinen Verbraucher von Leitungswasser zu einem aktiven Bestandteil des natürlichen Wasserkreislaufs.
Die optimale Tiefe liegt zwischen 30 und 40 Zentimetern in der Mitte, mit flach auslaufenden Rändern in einem Verhältnis von 1:3.
Nur unverschmutztes Regenwasser von Dachflächen oder Terrassen darf eingeleitet werden. Wasser von befahrenen Hofeinfahrten ist oft belastet.
Einmal jährlich sollte die Sohle von Laub und Feinsedimenten befreit werden, um die Versickerungsleistung (Infiltration) dauerhaft zu erhalten.
Nein. Da das Wasser innerhalb von 24 Stunden versickert, reicht die Zeit für die Larvenentwicklung von Stechmücken (Culicidae) nicht aus.
label_main_article: Naturgarten-Strategie: Von der Frühjahrsblüte zur sommerlichen Vielfalt
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