Erfahre, wie Du Nachtfalter im Garten fördern kannst. Tipps zu Lichtverschmutzung, Nachtduftern und wertvollen Futterpflanzen für eine lebendige Nachtfauna.
Wenn sich im Februar die ersten Vorboten des Frühlings zeigen, planst Du vermutlich bereits die kommende Gartensaison. Während viele Gartenbesitzer den Fokus auf farbenfrohe Tagblüher für Bienen legen, bleibt eine entscheidende Gruppe oft unbeachtet: die Nachtfalter. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind rund 95 Prozent der Schmetterlingsarten nachtaktiv. Sie sind keineswegs nur „graue Motten“, sondern faszinierende Bestäuber mit erstaunlichen Fähigkeiten.
Diese Insekten sind für das Ökosystem – die Lebensgemeinschaft von Organismen und ihrer Umwelt – von unschätzbarem Wert. Viele Pflanzenarten haben sich in ihrer Evolution (der stammesgeschichtlichen Entwicklung) so spezialisiert, dass sie ihren Nektar – eine zuckerreiche Flüssigkeit zur Anlockung von Insekten – erst in der Dämmerung freigeben. Ohne die nächtlichen Besucher bliebe die Befruchtung dieser Pflanzen aus.
Ein kritischer Faktor für das Überleben der Nachtfalter ist die Lichtverschmutzung. Viele Falter besitzen eine positive Phototaxis – einen angeborenen Bewegungsmechanismus, der sie zum Licht führt. Ursprünglich diente der Mond als Orientierungshilfe. Künstliche Lichtquellen im Garten irritieren diesen inneren Kompass. Die Tiere umkreisen die Leuchten bis zur völligen Erschöpfung oder werden leichte Beute für Prädatoren (Fressfeinde) wie die Wald-Dickkieferspinne (Pachygnatha listeri Sundevall, 1830).
Um Nachtfalter effektiv zu unterstützen, solltest Du bei der Gartenplanung im Februar Pflanzen wählen, die durch Duft und helle Blütenfarben überzeugen. Weiße oder hellgelbe Blüten reflektieren das restliche nächtliche UV-Licht der Sterne und des Mondes besser als dunkle Farben. Ein hervorragendes Beispiel ist der Gewöhnliche Wasserdost (Eupatorium cannabinum), der mit seinen hellen Dolden bis in den September hinein wertvolle Nahrung bietet.
In der folgenden Tabelle findest Du eine Auswahl an Pflanzen, die sowohl als Nektarquellen für ausgewachsene Falter (Imagines) als auch als Futterpflanzen für deren Raupen dienen:
| Pflanzenart | Blütezeit (Monate) | Ökologische Bedeutung |
|---|---|---|
| Große Brennnessel (Urtica dioica) | 4–9 | Unverzichtbare Raupenfutterpflanze für viele Arten |
| Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare) | 4–9 | Hoher Nektargehalt, zieht auch Nachtfalter an |
| Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) | 6–7 | Intensiver Duft leitet Falter über weite Strecken |
| Echter Fenchel (Foeniculum vulgare) | 6–10 | Futterpflanze für den Schwalbenschwanz |
| Fetthenne (Sedum telephium) | 8 | Wichtige späte Nektarquelle vor der Überwinterung |
Obwohl der Gewöhnliche Sommerflieder (Buddleja davidii) oft als Schmetterlingsmagnet beworben wird, solltest Du im Sinne der Biodiversität (Artenvielfalt) auch auf heimische Alternativen setzen. In der Schweiz gilt er teilweise als invasiv, da er heimische Arten verdrängt. Ergänze Deinen Garten stattdessen mit Arten wie Buddleja alternifolia oder dem heimischen Gewöhnlichen Wasserdost (Eupatorium cannabinum), um eine stabile ökologische Bilanz zu erzielen.
Wenn Du jetzt im Februar die Weichen stellst und vielleicht 20 bis 50 Euro in hochwertiges Saatgut oder heimische Stauden investierst, verwandelst Du Deinen Garten in eine lebenswichtige Oase für die Nachtschicht der Natur.
Hauptartikel: Schmetterlingsgarten anlegen: Heimische Arten gezielt fördern
Sie bestäuben Pflanzen, die nachts blühen oder duften, und dienen als wichtige Nahrungsquelle für Fledermäuse und Vögel.
Warmweißes Licht mit geringem Blauanteil (unter 3.000 Kelvin) und der Einsatz von Bewegungsmeldern minimieren die Lockwirkung.
Ja, die Große Brennnessel (Urtica dioica) ist die wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler heimischer Schmetterlingsarten.
Der Februar ist ideal, um Standorte zu planen und Saatgut für nektarreiche Stauden und Kräuter zu bestellen.




Erhältlich bei Gartenexpedition.de
Partnerhinweis: Die verlinkten Produkte stammen von Gartenexpedition.de. Bei einem Kauf unterstützt du unsere Arbeit.
Schlagwörter
Erfahre, wie du im Februar den perfekten Schmetterlingsgarten planst. Mit Fachanleitung zu Nektarpflanzen, Raupenfutter und ökologisch wertvollen Strukturen.
VertiefungPlane jetzt deinen Schmetterlingsgarten: Erfahre, wie du mit einem Blühkalender von Frühling bis Herbst eine lückenlose Nektarquelle für Falter schaffst.
VertiefungErfahre, welche 5 Pflanzen die Raupen des Schwalbenschwanzes zum Überleben brauchen. Praxisnahe Tipps für Gartenbesitzer zur Förderung von Papilio machaon.
VertiefungErfahre, wie du eine Schmetterlingstränke selber machst. Praktische Anleitung mit Sand, Steinen und Mineralien für Edelfalter in deinem Garten. Jetzt lesen!
VertiefungErfahre, wie Du Brennnesseln für Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge im Garten integrierst, ohne die Ordnung zu verlieren. Tipps für die Planung im Februar.
Alle Artendaten stammen aus wissenschaftlichen Quellen (CC BY 4.0 / CC0). Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →