Plane jetzt deinen Schmetterlingsgarten: Erfahre, wie du mit einem Blühkalender von Frühling bis Herbst eine lückenlose Nektarquelle für Falter schaffst.
Im Februar ruht die Natur im DACH-Raum noch weitgehend, doch unter der Erdoberfläche bereiten sich die ersten Boten des Frühlings vor. Als Naturfreund weißt du: Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen die Luft auf über 10 Grad Celsius erwärmen, erwacht der Zitronenfalter aus seiner Winterstarre. In dieser kritischen Phase entscheidet das Vorhandensein von Nahrung über Leben und Tod. Ein durchdachter Blühkalender für Schmetterlinge ist daher kein bloßer Gestaltungsplan, sondern eine lebenswichtige Infrastruktur für unsere heimische Fauna.
Ein zentraler Begriff in der Biologie ist die Phänologie. Sie beschreibt die Lehre von den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen. In deinem Garten bedeutet das: Wir pflanzen so, dass die Blütezeit einer Art nahtlos an die der nächsten anschließt. Nur so verhindern wir sogenannte Hungerlöcher, in denen die Imago (das ausgewachsene, geschlechtsreife Insekt) keine Energie findet.
Um eine lückenlose Versorgung zu gewährleisten, solltest du Pflanzen mit unterschiedlichen Blühschwerpunkten kombinieren. Dabei ist es wichtig, sowohl Nektarquellen für die Falter als auch Raupen-Futterpflanzen zu integrieren.
| Zeitraum | Pflanzenart (Botanisch) | Nutzen für Schmetterlinge |
|---|---|---|
| April – September | Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare) | Wichtige Nektarquelle für viele Bläulinge |
| Mai – September | Gewöhnlicher Wasserdost (Eupatorium cannabinum) | Magnet für den Russischen Bären und Kaisermantel |
| Juni – Juli | Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) | Hochwertiger Nektar für Weißlinge und Dickkopffalter |
| Juni – August | Gewöhnlicher Wasserdost (Eupatorium cannabinum) | Starker Nektarmagnet für Tagpfauenaugen und Kaisermantel |
| Juni – Oktober | Echter Fenchel (Foeniculum vulgare) | Hauptfutterpflanze für die Raupen des Schwalbenschwanzes |
| August – Oktober | Fetthenne (Sedum telephium) | Letzte wichtige Energiereserve vor der Überwinterung |
Ein Schmetterlingsgarten ist unvollständig, wenn er nur als Gaststätte dient. Wir müssen ihn zum Wohnzimmer machen. Die Große Brennnessel (Urtica dioica) wird oft fälschlicherweise als Unkraut bekämpft. Dabei ist sie die existenzielle Grundlage für den Nachwuchs von Admiral, Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs. Ohne diese stickstoffliebenden Pflanzen gibt es keine Raupen und somit keine zukünftigen Falter.
Ebenso wertvoll ist der Echter Fenchel (Foeniculum vulgare). Wenn du im Spätsommer die gelben Dolden betrachtest, kannst du mit etwas Glück die prächtigen, grün-schwarz gestreiften Raupen des Schwalbenschwanzes entdecken. Wer diese Tiere im Garten haben möchte, muss eine gewisse Unordnung zulassen und darf verblühte Stängel nicht sofort zurückschneiden.
Ein Garten, der für Falter optimiert ist, nützt der gesamten Biozönose (Lebensgemeinschaft von Organismen). An den Dolden des Fenchels finden sich oft auch verschiedene Wespenarten ein, wie die Feldwespe (Polistes dominula (Christ, 1791)), Polistes biglumis (Linnaeus, 1758) oder Polistes gallicus (Linnaeus, 1767). Diese Tiere sind friedfertige Jäger, die im Garten als natürliche Schädlingsbekämpfer fungieren. Auch die Heide-Feldwespe (Polistes nimpha (Christ, 1791)) profitiert von der Strukturvielfalt. In Bodennähe sorgt die Wald-Dickkieferspinne (Pachygnatha listeri Sundevall, 1830) für ein biologisches Gleichgewicht, indem sie Kleinstinsekten in Schach hält.
Bestandsaufnahme: Gehe durch deinen Garten und notiere, in welchen Wochen im vergangenen Jahr keine Blüten zu sehen waren. Diese Lücken füllen wir nun gezielt.
Pflanzplanung: Bestelle jetzt Stauden wie den Gewöhnlicher Wasserdost (Eupatorium cannabinum) oder die Sommeraster (Callistephus chinensis). Die Kosten liegen meist zwischen 4 und 8 Euro pro Topf, was eine nachhaltige Investition in die Artenvielfalt darstellt.
Struktur schaffen: Plane sonnige, windgeschützte Plätze ein. Schmetterlinge sind wechselwarm und benötigen Sonnenplätze, um ihre Flugmuskulatur aufzuheizen.
Heimische Nektarstauden nutzen: Setze auf bewährte Schmetterlingsmagneten wie Gewöhnlicher Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare) oder Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea). Diese heimischen Arten bieten nicht nur Nektar, sondern auch Raupenfutter und fördern so den gesamten Lebenszyklus der Falter.
Späte Blüher einplanen: Die Verbena bonariensis ist eine filigrane Schönheit, die bis zum ersten Frost Nektar liefert und sich wunderbar zwischen andere Stauden webt.
Durch diese gezielte Planung im Februar legst du den Grundstein für ein lebendiges Gartenjahr. Jeder Quadratmeter zählt, um die Biodiversität in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv zu fördern.
Hauptartikel: Schmetterlingsgarten anlegen: Heimische Arten gezielt fördern
Viele Arten überwintern als Ei, Raupe oder Puppe in vertrockneten Stängeln oder im Laub. Ein Rückschnitt zerstört diese nächste Generation von Faltern.
Der Sommerflieder (Buddleja davidii) ist ein invasiver Neophyt. Er bietet zwar Nektar, verdrängt aber heimische Pflanzenarten und liefert – anders als heimische Sträucher – kein Raupenfutter. Bessere Alternativen: Wasserdost, Dost, Flockenblume oder Blutweiderich.
Die Große Brennnessel (Urtica dioica) ist unverzichtbar. Sie dient über 30 heimischen Falterarten, wie dem Tagpfauenauge, als alleinige Kinderstube.
Pflanze Doldenblütler wie Echten Fenchel oder Wilde Möhre. Diese dienen als spezifische Eiablageplätze und Nahrung für die auffälligen Raupen.




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