Bild folgtKI-generierte IllustrationLeersia oryzoides
Auch bekannt als: Leersia oryzoides, Wilder Reis
40
Arten
interagieren
47
Interaktionen
dokumentiert
Wer den Kleistogamen Queckenreis (Leersia oryzoides) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Mit seinen extrem rauen, fast sägeartigen Blatträndern und den oft schüchtern in den Blattscheiden versteckten Blütenständen ist er unverwechselbar. Dieses Süßgras ist ein spezialisierter Bewohner nasser Standorte und spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem, da es als Raupennahrung für seltene Falter wie den Buntfarbigen Dickkopffalter (Carterocephalus palaemon) dient. Da die Art auf der Roten Liste mit der Stufe 3 (gefährdet) geführt wird, leistest du mit einer Pflanzung am Teichrand einen echten Beitrag zum Artenschutz. Wenn du eine dauerfeuchte Stelle im Garten hast, solltest du diesem heimischen Wildgras unbedingt einen Platz geben.
Scharfzüngiger Uferwächter: Gefährdeter Spezialist und Kinderstube für Falter.
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Nach aktuellen Beobachtungsdaten ist der Kleistogame Queckenreis eine bedeutende Futterquelle für verschiedene Schmetterlingsarten. Insbesondere die Raupen von Dickkopffaltern wie dem Rostfarbigen Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus), dem Spiegelfleck-Dickkopffalter (Heteropterus morpheus) und dem Gelbwürfeligen Dickkopffalter (Carterocephalus silvicola) nutzen die Blätter als Nahrungsgrundlage. Auch für die Vogelwelt ist das Gras von Bedeutung: Die Brautente (Aix sponsa) besucht die Bestände, um die Samen zu fressen. Durch die Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen (Lebensgemeinschaft zwischen Wurzeln und Pilzen vom Typ AM) trägt die Pflanze zudem zur Stabilität des Bodenökosystems im Uferbereich bei.
Die Pflanze gilt als nicht kindersicher, da die Blattränder durch eingelagerte Kieselsäure extrem scharf sind und bei unvorsichtiger Berührung schmerzhafte Schnitte in der Haut verursachen können. Es sind jedoch keine giftigen Inhaltsstoffe bekannt. Eine Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten besteht aufgrund der charakteristischen rauen Textur und des nassen Standorts praktisch nicht.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Starkzehrer (Nährstoffreicher/Fetter Boden)
Blütezeit
Aug – Okt
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
1.08 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, da das Gras viel Licht für eine gute Entwicklung benötigt.
Boden: Als Starkzehrer (Pflanze mit hohem Nährstoffbedarf) benötigt er einen sehr nährstoffreichen, fetten Boden.
Feuchtigkeit: Er braucht dauerhafte Nässe; der Boden sollte niemals austrocknen, ideal ist eine Sumpfzone oder ein Graben.
Pflanzzeit: Setze das Gras zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis November, sofern der Boden nicht gefroren ist.
Pflege: Ein Rückschnitt ist im späten Winter möglich, aber nicht zwingend erforderlich, da die Halme Struktur bieten.
Vermehrung: Die Pflanze verbreitet sich an zusagenden Standorten selbst über Ausläufer.
Kombination: Eine gute Partnerin ist die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus). Beide teilen die Vorliebe für nasse, nährstoffreiche Standorte und ergänzen sich optisch durch das filigrane Graslaub und die markanten Schwertblätter der Lilie.
Der Kleistogame Queckenreis gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und ist in Mitteleuropa eine einheimische Art. Sein natürlicher Lebensraum umfasst Uferzonen, Gräben und schlammige Böden, die regelmäßig überschwemmt werden. Eine morphologische Besonderheit ist die Kleistogamie (die Eigenschaft, dass sich Blüten nicht öffnen und im Inneren der Blattscheiden selbst bestäuben), was dem Gras seinen Namen gab. Die Pflanze wächst ausdauernd und bildet oberirdische Kriechtriebe (Stolonen), mit denen sie dichte Bestände an nassen Standorten entwickeln kann.
39 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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