Bild folgtKI-generierte IllustrationLolium arundinaceum
Auch bekannt als: Festuca uechtritziana
42
Arten
interagieren
50
Interaktionen
dokumentiert
3
Wirtsbeziehungen
Arten
Typisch für den Rohr-Schwingel (Lolium arundinaceum) sind seine kräftigen, bis zu 1,5 Meter hohen Horste und die auffallend breiten, auf der Oberseite sehr rauen Blätter. Dieses Gras ist ein unverzichtbarer Baustein für einen lebendigen Garten, da es als wichtige Kinderstube für zahlreiche Schmetterlinge dient. Besonders der Rostfarbene Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus) und der Gelbwürfelige Dickkopffalter (Carterocephalus silvicola) nutzen die Pflanze zur Eiablage. Wenn du dieses Gras bei dir ansiedelst, schaffst du ein wertvolles Rückzugsgebiet für spezialisierte Falterarten. Du wirst sehen, wie viel Leben in der Struktur dieser stabilen Halme einkehrt.
Wichtige Kinderstube für seltene Dickkopffalter und robuste Strukturgeberin.
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Nach aktuellen Beobachtungsdaten ist dieses Gras eine wertvolle Futterpflanze für die Raupen vieler Dickkopffalter, darunter der Schwarzfleckige Golddickkopffalter (Heteropterus morpheus) und der Gelbwürfelige Dickkopffalter (Carterocephalus silvicola). Auch für das Braunauge (Lasiommata maera) und den Mandeläugigen Mohrenfalter (Erebia alberganus) stellt es eine wichtige Lebensgrundlage dar. Die stabilen Halme bieten dem Trockenrasen-Halmeulchen (Mesoligia furuncula) einen Lebensraum. Im Winter dienen die stehengelassenen Samenstände als wichtige Futterquelle für Vögel, während die dichten Horste Schutz für nützliche Insekten bieten.
Auffällig ist, dass der Rohr-Schwingel nicht als kindersicher eingestuft wird. Das liegt vor allem an den scharfen Blatträndern, die bei unvorsichtiger Berührung kleine Schnittwunden verursachen können. Zudem gehen diese Gräser oft Symbiosen mit Endophyten (im Inneren der Pflanze lebende Pilze) ein, die für den Menschen ungenießbare Stoffe produzieren können.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Feb – Okt
Wuchsform
Gras
Standort: Wähle einen sonnigen bis halbschattigen Platz in deinem Garten.
Boden: Das Gras liebt nährstoffreiche, eher schwere und feuchte Böden, kommt aber dank seiner tiefen Wurzeln auch mit zeitweiliger Trockenheit gut zurecht.
Pflanzzeit: Setze junge Pflanzen entweder im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis Ende November, solange der Boden nicht gefroren ist.
Pflege: Der Rohr-Schwingel ist äußerst pflegeleicht und benötigt kaum Dünger.
Symbiose: Die Pflanze profitiert von der AM-Mykorrhiza (einer Lebensgemeinschaft zwischen Pflanzenwurzeln und Pilzen, die die Nährstoffaufnahme verbessert).
Schnitt: Schneide die alten Halme erst im späten Frühjahr zurück, um Überwinterungsgäste nicht zu stören.
Vermehrung: Eine Teilung der Horste im Frühjahr ist unkompliziert möglich.
Kombinationsempfehlung: Gute Partnerin ist die Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica) – beide teilen die Vorliebe für feuchtere Standorte und die Schafgarbe findet im stabilen Gras den nötigen Halt.
Der Rohr-Schwingel gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und ist in Österreich sowie weiten Teilen Mitteleuropas heimisch. Er besiedelt bevorzugt Feuchtwiesen, Uferränder und nährstoffreiche Weiden. Morphologisch zeichnet er sich durch eine offene Rispe (ein verzweigter Blütenstand) aus, deren unterste Seitenäste meist paarweise angeordnet sind. Als ausdauernde Pflanze bildet er keine Ausläufer, sondern wächst in dichten, stabilen Büscheln, die auch im Winter standfest bleiben.
38 Arten interagieren mit dieser Pflanze
3 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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