Bild folgtKI-generierte IllustrationBlackstonia perfoliata
Auch bekannt als: Gentiana perfoliata
Artengruppe
37
Arten
interagieren
70
Interaktionen
dokumentiert
An den bläulich-grünen, paarweise verwachsenen Blättern, durch die der Stängel hindurchzuwachsen scheint, lässt sich der Durchwachsenblättrige Bitterling sofort erkennen. Diese zierliche Art ist mit der Einstufung in die Rote Liste 2 (stark gefährdet) eine echte Seltenheit, die du mit etwas Glück in deinem Garten ansiedeln kannst. Besonders die Gewöhnliche Bindensandbiene (Andrena combinata) steuert die gelben Sternblüten gezielt an. Wenn du einen sonnigen, eher mageren Standort bietest, leistest du einen wertvollen Beitrag zum Erhalt dieser bedrohten Pflanze. Schau mal genau hin: Die Blätter bilden oft kleine Becken, in denen sich Tau sammeln kann.
Stark gefährdete Rarität mit faszinierenden Blattformen für Wildbienen.
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Trotz ihrer zierlichen Gestalt ist die Art eine wichtige Ressource für spezialisierte Bestäuber. Nach aktuellen Bestäubungsdaten wird sie regelmäßig von der Gewöhnlichen Bindensandbiene (Andrena combinata) und der Runzelwangigen Schmalbiene (Lasioglossum rugolorum) besucht. Da die Pflanze in der freien Natur stark gefährdet ist, fungiert jeder Gartenstandort als Trittsteinbiotop (vernetzender Lebensraum für wandernde Arten). Die Samenreife im Spätsommer bietet zudem eine Nahrungsgrundlage für kleine Samenfresser unter den Vögeln, während die hohlen Stängel im Winter als Rückzugsort für Kleinstlebewesen dienen können.
Die Pflanze ist als nicht kindersicher eingestuft. Wie viele Vertreter der Enziangewächse enthält sie starke Bitterstoffe, die bei direktem Verzehr zu Übelkeit führen können. Eine Verwechslungsgefahr mit hochgiftigen Arten besteht aufgrund der sehr markanten Blattstellung kaum.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Apr – Aug
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.25 m
Damit der Bitterling sich wohlfühlt, braucht er einen Platz in voller Sonne. Er ist ein klassischer Schwachzehrer (Pflanze, die auf nährstoffarmem Boden wächst) und reagiert empfindlich auf Dünger. Der Boden sollte frisch (mäßig feucht) sein, aber eine gute Durchlässigkeit aufweisen, damit keine ständige Staunässe entsteht.
Pflanzzeit: Setze die Jungpflanzen am besten von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden offen ist.
Pflege: Da die Art zweijährig oder einjährig wächst, ist sie auf Selbstaussaat angewiesen. Lass die vertrockneten Fruchtstände daher unbedingt bis zum nächsten Frühjahr stehen.
Boden: Ideal ist ein kalkhaltiger Untergrund.
Kombinationsempfehlung: Eine gute Partnerin ist das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea). Beide teilen die Vorliebe für kalkreiche, eher nährstoffarme Standorte und fördern als verwandte Enziangewächse eine spezialisierte Insektenwelt.
Der Durchwachsenblättrige Bitterling (Blackstonia perfoliata) gehört zur Familie der Enziangewächse. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist er als Archäophyt (eine Pflanze, die bereits vor 1492 eingeführt wurde) oder indigen (ursprünglich einheimisch) verbreitet, heute jedoch sehr selten. Er besiedelt bevorzugt wechselfeuchte Magerstandorte und kalkreiche Böden. Einzigartig ist die namensgebende Morphologie: Die gegenständigen Blätter sind am Grund so breit verwachsen, dass der Stängel sie mittig zu durchbohren scheint (perfoliat), was ihm eine fast geometrische Ästhetik verleiht.
25 Arten interagieren mit dieser Pflanze
12 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →