Wildbienen im Garten fördern: Setzen Sie auf heimische Pflanzen für spezialisierte Solitärbienen. Erfahren Sie alles über Oligolektiker und ökologische Pflanzpläne.
Ein bunter Garten ist schön. Für den Artenschutz reicht „bunt“ aber nicht aus. Wir müssen den Fokus schärfen. In meinem letzten Artikel Artenschutz beginnt vor der Tür: Warum wir den Fokus ändern müssen habe ich erläutert, warum wir umdenken müssen. Ein entscheidender Faktor dabei ist die Wirtsspezialisierung unserer Wildbienen.
Etwa ein Drittel unserer heimischen Wildbienenarten sind sogenannte Oligolektiker. Das bedeutet: Diese Bienen sind beim Pollensammeln auf ganz bestimmte Pflanzen angewiesen. Fehlen diese Pflanzen, verschwindet die Biene. Es nützt dann auch das teuerste Insektenhotel nichts. Wir müssen Wildbienen im Garten fördern, indem wir ihre spezifischen Partnerpflanzen etablieren.
Wenn Sie gezielt Wildbienen im Garten fördern möchten, sollten Sie diese „Traumpaare“ der Natur kennen. Hier geht Ökologie vor Optik.
Die Glockenblumen-Scherenbiene ist ein klassischer Spezialist. Sie benötigt zwingend Pollen von Glockenblumen (Campanula).
Der Gewöhnliche Natternkopf ist eine ökologische Schlüsselpflanze. Er bedient über 40 Insektenarten.
Rainfarn und Wildpastinak sind unverzichtbar für die spät im Jahr fliegende Rainfarn-Seidenbiene.
| Pflanzenart (Heimisch) | Ziel-Bienenart (Beispiele) | Blütezeit |
|---|---|---|
| Glockenblumen (Campanula spp.) | Glockenblumen-Scherenbiene | Juni - August |
| Natternkopf (Echium vulgare) | Natternkopf-Mauerbiene | Juni - September |
| Wald-Ziest (Stachys sylvatica) | Wald-Wollbiene | Juni - August |
| Flockenblumen (Centaurea spp.) | Flockenblumen-Langhornbiee | Juni - August |
| Zaunrübe (Bryonia dioica) | Zaunrüben-Sandbiene | Juni - September |
| Reseda (Reseda lutea) | Reseda-Maskenbiene | Juni - September |
Um Wildbienen im Garten fördern zu können, brauchen Sie Struktur. Wildbienen haben einen kleinen Flugradius. Oft fliegen sie nur 200 bis 300 Meter weit.
Gefüllte Blüten sind für Bienen wertlos. Die Staubblätter sind zu Schaublättern umgezüchtet. Es gibt weder Pollen noch Nektar. Achten Sie beim Kauf auf den botanischen Namen. Nur die Wildform garantiert den ökologischen Nutzen.
Wildbienen im Garten fördern bedeutet, die Natur als Lehrmeister zu akzeptieren. Heimische Wildpflanzen sind oft robuster als Zuchtsorten. Sie brauchen weniger Wasser und keinen Dünger. Sie passen perfekt in unsere Zeit der klimatischen Veränderungen. Werden Sie zum Gastgeber für Spezialisten. Ihr Garten wird es Ihnen mit einer faszinierenden Vielfalt danken.
Oligoletische Wildbienen sammeln Pollen nur an einer Pflanzenfamilie oder Gattung. Fehlt diese Pflanze im Garten, verschwindet auch die spezialisierte Bienenart trotz Nistplatzangeboten.
Gefüllte Blüten haben ihre Staubblätter in Blütenblätter umgewandelt. Sie bieten weder Nektar noch Pollen. Für Insekten sind sie ökologische Wüsten ohne jeglichen Nutzwert für das Überleben.
Nein, für eine stabile Population benötigen Wildbienen ein großes Angebot. Man sollte daher ganze Gruppen heimischer Stauden pflanzen, um den Energiebedarf für die Brutversorgung zu decken.
Etwa 75 Prozent der heimischen Wildbienen nisten im Erdboden. Neben den richtigen Pflanzen sind daher offene Bodenstellen und Sandarien im Garten ebenso wichtig wie die Pollenquellen.
Hauptartikel: Artenschutz beginnt vor der Tür: Warum wir den Fokus ändern müssen




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