Erfahre, wie du eine Totholzecke im Garten anlegen kannst und warum Steinhaufen überlebenswichtig für unsere heimische Tierwelt sind. Praxis-Tipps für den Naturgarten.
In einem aufgeräumten Garten finden Tiere kaum Zuflucht. Wie ich bereits im Artikel Artenschutz beginnt vor der Tür: Warum wir den Fokus ändern müssen erläutert habe, ist unsere heimische Natur auf Strukturen angewiesen, die wir oft fälschlicherweise als unordentlich empfinden. Totholz und Steinhaufen sind das Herzstück eines jeden Naturgartens.
Der Begriff „Totholz“ ist eigentlich paradox, denn in ihm pulsiert das Leben. Bis zu einem Viertel aller Waldarten ist in irgendeiner Phase ihres Lebens auf Holz in verschiedenen Zersetzungsstadien angewiesen.
So gehst du vor:
Beim Totholzecke im Garten anlegen geht es nicht um Ästhetik nach menschlichem Maßstab, sondern um die Bedürfnisse von Hirschkäfer, Zaunkönig und Erdkröte.
Während Totholz oft Feuchtigkeit speichert, dient ein Steinhaufen als Wärmespeicher. Er ist das ideale Habitat für Reptilien und viele Insektenarten, die auf Sonnenenergie angewiesen sind.
Tipps für den perfekten Steinhaufen:
| Merkmal | Totholzecke | Steinhaufen |
|---|---|---|
| Hauptzielgruppe | Käfer, Pilze, Vögel, Igel | Eidechsen, Wildbienen, Blindschleichen |
| Idealer Standort | Schatten bis Halbschatten | Volle Sonne (Südlage) |
| Material | Äste, Stämme, Wurzelstöcke | Natursteine, Lesesteine, Ziegel (unbehandelt) |
| Funktion | Nahrung & Feuchtigkeit | Wärme & Überwinterung |
In einem funktionierenden Naturgarten greifen diese Elemente ineinander. Ein Haufen aus Reisig zieht Insekten an, die wiederum Singvögeln als Nahrung dienen. Der Steinhaufen bietet der Zauneidechse einen Platz zum Aufwärmen, während sie in der angrenzenden Wiese auf Jagd geht.
Vermeide diese Fehler:
Wer eine Totholzecke im Garten anlegen möchte, entscheidet sich bewusst für den Schutz der heimischen Fauna. Es ist der einfachste Weg, vom bloßen Gartenbesitzer zum aktiven Naturschützer zu werden. Jeder Ast und jeder Stein zählt in der Summe für unsere Artenvielfalt.
Heimische Harthölzer wie Eiche oder Obstbäume sind ideal. Sie rotten langsamer und bieten Käferlarven über Jahre Nahrung und Schutz. Weichholz zerfällt schneller, ist aber auch wertvoll.
Steinhaufen benötigen volle Sonne, am besten in Süd-Ausrichtung. So speichern sie tagsüber Wärme, die wechselwarme Tiere wie Eidechsen oder Blindschleichen für ihren Stoffwechsel brauchen.
Nein, im Gegenteil. In einer Totholzecke siedeln sich Nützlinge an, die Blattläuse und Schnecken regulieren. Ein ökologisches Gleichgewicht verhindert Massenvermehrungen von Schädlingen.
Hauptartikel: Artenschutz beginnt vor der Tür: Warum wir den Fokus ändern müssen




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