Erfahre, wie du einen Laubhaufen für Igel anlegen kannst und warum Ordnung im Herbstgarten der Biodiversität schadet. Tipps für deinen Naturgarten.
Der Herbstwind bläst, die Bäume leuchten in Gold und Rot – und plötzlich ist der Rasen bedeckt mit einer dicken Schicht Laub. Viele Hobbygärtner greifen nun reflexartig zu Harke und Laubsauger. Doch halt! Bevor Sie den Garten „winterfest“ und damit steril machen, sollten Sie umdenken. Als Fachredakteur für Naturgärten sage ich Ihnen: Lassen Sie die Blätter liegen. Ein wilder Haufen ist kein Zeichen von Faulheit, sondern ein aktiver Beitrag zum Artenschutz.
Laubsauger und Laubbläser sind die Feinde eines jeden Naturgartens. Sie saugen nicht nur Blätter auf, sondern auch Käfer, Spinnen und Larven. Diese Kleinstlebewesen sind die Basis unserer Nahrungskette. Wer den Garten klinisch rein hält, entzieht Vögeln und Igeln die Nahrungsgrundlage. Zudem zerstört die extreme Luftgeschwindigkeit die empfindliche Bodenstruktur.
Einen Laubhaufen für Igel anlegen ist die einfachste Art, aktiv Leben zu retten. Es erfordert kaum Aufwand, bietet aber einen enormen Mehrwert. Folgen Sie diesen Schritten:
Sollten Sie bereits einen geschwächten Igel in Ihrem Garten gefunden haben, lesen Sie unbedingt unsere Ergänzung: Igel gefunden? So rettest du ihn richtig (Schritt-für-Schritt Anleitung).
| Merkmal | Aufgeräumter Garten | Naturgarten mit Laubhaufen |
|---|---|---|
| Überwinterungschancen | Nahezu null für viele Arten | Exzellent für Igel, Amphibien & Insekten |
| Bodenqualität | Trocknet aus, benötigt Dünger | Humusbildung durch natürliche Zersetzung |
| Arbeitsaufwand | Hoch (Harken, Entsorgen) | Minimal (Liegenlassen) |
| Schädlingskontrolle | Chemiekeule oft nötig | Nützlinge regulieren Schädlinge biologisch |
Ein Laubhaufen ist nicht nur ein Schlafplatz. Er ist ein komplexes Ökosystem. Während der Igel oben im Nest schlummert, zersetzen Mikroorganismen am Boden die Blätter. Davon profitieren:
Wer heimische Gehölze im Garten hat, tut sich und der Natur einen Gefallen. Die Blätter von Eiche, Buche oder Obstbäumen verrotten unterschiedlich schnell und bieten so über Monate hinweg Schutz. Vermeiden Sie das Einbringen von exotischem Laub wie Kirschlorbeer in den Igelhaufen, da diese Blätter oft schwer verrotten und kaum ökologischen Wert bieten.
Verzichten Sie diesen Herbst auf den Perfektionismus. Mut zur Unordnung rettet Leben. Ein Haufen Laub ist kein Abfall, sondern die Wiege für das Leben im nächsten Frühjahr.
Sobald das Laub fällt, ist der ideale Zeitpunkt. Wichtig: Lassen Sie den Haufen danach bis April absolut unberührt, um den empfindlichen Winterschlaf der Tiere nicht lebensgefährlich zu stören.
Wählen Sie einen windgeschützten, ruhigen Platz im Halbschatten, etwa unter einer Hecke. Dort bleibt das Material stabil liegen und bietet optimalen Schutz vor Frost sowie hungrigen Fressfeinden.
Heimische Arten wie Buche, Ahorn oder Obstbäume sind ideal. Eichenlaub verrottet langsamer und sorgt für eine stabile Struktur, die den ganzen Winter über isoliert und wertvolle Feuchtigkeit hält.
Hauptartikel: Igel gefunden? So rettest du ihn richtig (Schritt-für-Schritt Anleitung)




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