Erfahre, wie du mit heimischen Pflanzen die natürliche Nahrung für Igel im Garten fördern kannst. Tipps für Insektenvielfalt und Igelhilfe im Naturgarten.
Viele Gartenbesitzer meinen es gut: Sie stellen Schälchen mit Katzenfutter auf und hoffen, den stacheligen Besuchern zu helfen. Doch die nachhaltigste Form der Igelhilfe findet nicht am Napf, sondern im Beet statt. Um die natürliche Igel-Nahrung im Garten zu fördern, müssen wir die Nahrungskette an ihrer Basis stärken – bei den Insekten.
Ein Igel frisst pro Nacht bis zu 70 Gramm Insekten und andere Kleintiere. In einem klinisch reinen Garten mit englischem Rasen und Thuja-Hecken findet er jedoch kaum Beute. Er verhungert im schlimmsten Fall vor einer Kulisse aus exotischem Grün. Wenn du jedoch ein krankes oder untergewichtiges Tier entdeckst, hilft nur schnelles Handeln. Schau in diesem Fall in unseren Ratgeber Igel gefunden? So rettest du ihn richtig (Schritt-für-Schritt Anleitung).
Unsere heimischen Insekten haben sich über Jahrtausende an regionale Pflanzen angepasst. Viele Schmetterlingsraupen können nur an ganz bestimmten Blättern fressen. Fehlen diese Pflanzen, verschwinden die Insekten – und damit die Nahrungsgrundlage des Igels.
Exotische Zierpflanzen wie Kirschlorbeer oder Forsythien sind für unsere Fauna wertlos. Sie bieten weder Pollen noch fressbare Blätter. Wer die Artenvielfalt und damit das Nahrungsangebot für Igel steigern möchte, muss auf ökologische Qualität setzen.
Hier ist eine Auswahl an Pflanzen, die besonders effektiv die Insektenwelt unterstützen:
| Pflanze | Zielgruppe (Insekten) | Nutzen für den Igel |
|---|---|---|
| Hainbuche | Käfer, Raupen | Hohes Vorkommen an Laufkäfern |
| Wasserdost | Falter, Schwebfliegen | Nachtaktive Insekten als Beute |
| Schlehe | Über 100 Insektenarten | Massives Buffet für Insektenfresser |
| Königskerze | spezialisierte Rüsselkäfer | Larven und Käfer als Proteinquelle |
| Eiche | Rekordhalter (über 400 Arten) | Unerschöpfliche Nahrungsquelle |
Neben der richtigen Pflanzenwahl spielt das Gartenmanagement eine entscheidende Rolle. Damit sich Laufkäfer, Regenwürmer und Larven ansiedeln, solltest du folgende Regeln beachten:
Ein Garten, in dem die Igel-Nahrung im Garten gefördert wird, sieht vielleicht nicht aus wie aus dem Hochglanzmagazin. Er ist lebendig, ein bisschen wild und summt vor Leben. Aber genau diese Struktur rettet Leben. Wenn du dem Igel einen echten Gefallen tun willst, sorge für ein dichtes Netzwerk aus heimischen Stauden, Hecken und wilden Ecken. So findet das Tier das ganze Jahr über genug Kraft, um den Winter aus eigener Energie zu überstehen.
Igel sind Insektenfresser. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Laufkäfer, Larven, Schmetterlingsraupen und Regenwürmer. Obst oder Gemüse fressen sie entgegen hartnäckiger Mythen nicht.
Heimische Pflanzen dienen spezialisierten Insekten als Nahrungsquelle. Nur wenn Käfer und Falter im Garten siedeln, findet der Igel genug natürliche Beute für sich und seinen Nachwuchs.
Nein, Ordnung schadet. Igel brauchen Laub, Totholz und wilde Ecken. Hier leben die meisten Insekten. Ein zu sauberer Garten ist für die Tiere leider wie eine betonierte Wüste ohne Nahrung.
Besser ist ein naturnaher Garten. Zufütterung mit Katzenfutter sollte nur in Ausnahmen (Frühjahr/Herbst bei Hunger) erfolgen. Natürliche Insektennahrung ist deutlich gesünder für Igel.
Hauptartikel: Igel gefunden? So rettest du ihn richtig (Schritt-für-Schritt Anleitung)




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