Bild folgtKI-generierte IllustrationSempervivum globiferum
Auch bekannt als: Sprossende Hauswurz, Sprossender Donarsbart, Sempervivum globiferum
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
An den kugeligen, dichten Blattrosetten, die kleine Tochterpflanzen wie an dünnen Fäden hervorbringen, lässt sich die Sprossende Fransen-Hauswurz (Sempervivum globiferum) sofort erkennen. Diese Überlebenskünstlerin ist in unseren Gärten besonders wertvoll, da sie auf der Roten Liste mit der Stufe 3 als gefährdet eingestuft wird. In der Natur dient sie spezialisierten Schmetterlingen wie dem Roten Apollo (Parnassius apollo) als wichtige Lebensgrundlage. Mit ihrer Fähigkeit, auf kargstem Stein zu siedeln, ist sie die perfekte Wahl für deinen Steingarten oder Trockenmauern. Wenn du ihr einen Platz gibst, leistest du einen echten Beitrag zum regionalen Artenschutz.
Rote-Liste-Art und exklusive Lebensgrundlage für den seltenen Apollofalter.
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Diese Hauswurz-Art ist eine hochspezialisierte Futterquelle für seltene Gebirgsschmetterlinge. Nach aktuellen Bestäubungsdaten profitieren insbesondere der Alpen-Apollo (Parnassius phoebus) und der Rote Apollo (Parnassius apollo) von diesem Vorkommen. Durch die Symbiose mit Arbuskulärer Mykorrhiza (AM) verbessert die Pflanze zudem die Bodenstruktur an extremen Standorten. Da sie in Österreich als gefährdet gilt, ist jede Ansiedlung im Garten eine wertvolle Trittstein-Biotope für diese bedrohten Falterarten.
Die Sprossende Fransen-Hauswurz wird laut Datenbank als nicht kindersicher eingestuft. Auch wenn keine schwere Giftigkeit bekannt ist, sollte auf einen Standort geachtet werden, an dem Kleinkinder die fleischigen Rosetten nicht versehentlich in den Mund nehmen können. Im Vergleich zu anderen Dickblattgewächsen ist hier Vorsicht geboten.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Jul – Sep
Wuchsform
Sukkulente
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.15 m
Standort: Wähle den sonnigsten Platz im Garten. Die Pflanze benötigt volles Licht und kommt mit extrem trockenen Standorten (Ellenberg Feuchtezahl 1 bis 2) bestens zurecht.
Boden: Das Substrat muss mineralisch und durchlässig sein. Eine Mischung aus Sand, Kies und sehr wenig Humus ist ideal, da Staunässe unbedingt vermieden werden muss.
Pflanzzeit: Setze die Rosetten von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden nicht gefroren ist.
Pflege: Die Pflanze ist extrem pflegeleicht und benötigt keinen Dünger. Sie geht mit Pilzen eine Arbuskuläre Mykorrhiza (eine nützliche Lebensgemeinschaft zwischen Pflanze und Bodenpilz) ein, die ihr hilft, Nährstoffe aus kargem Boden aufzunehmen.
Vermehrung: Die Tochterrosetten trennen sich von selbst und schlagen Wurzeln, sobald sie Bodenkontakt haben.
Kombinationsempfehlung: Als Partnerin eignet sich der Scharfe Mauerpfeffer (Sedum acre) hervorragend, da beide dieselben extremen Standorte besiedeln und die Blütezeit ökologisch ergänzen.
Die Sprossende Fransen-Hauswurz gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) innerhalb der Ordnung der Steinbrechartigen (Saxifragales). Sie ist in Österreich indigen (heimisch) und besiedelt dort bevorzugt Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) sowie Felsspalten. Eine morphologische Besonderheit sind die bewimperten (gefransten) Kronblätter ihrer glockigen Blüten und die namensgebende Eigenschaft, Tochterrosetten an Ausläufern zu bilden, die sich leicht ablösen und wegrollen können.
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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