Bild folgtKI-generierte IllustrationRubus chamaemorus
Auch bekannt als: Sumpfbrombeere, Torfbeere, Multebeere, Schellbeere, Multbeere, Moltbeere
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
2
Wirtsbeziehungen
Arten
Unverwechselbar ist die Moltebeere (Rubus chamaemorus) durch ihren niedrigen, kriechenden Wuchs und die markant gelappten Blätter. In deinem Garten leistet sie einen unschätzbaren Beitrag zum Artenschutz, da sie in Deutschland als vom Aussterben bedroht gilt (Rote Liste 1). Besonders der Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino) und die Dreipunkt-Glanzeule profitieren von ihrem Vorhandensein als Lebensraum und Nahrungsquelle. Als Gärtner bewahrst du mit dieser Pflanze ein echtes Relikt der Eiszeit, das in unseren Breiten extrem selten geworden ist. Hast du in deinem Garten ein feuchtes Plätzchen frei, um diese botanische Rarität zu unterstützen?
Rote Liste 1: Hol dir eine der seltensten Eiszeit-Pflanzen in deinen Garten.
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Die Moltebeere ist nach aktuellen Bestäubungsdaten eine wichtige Komponente im Ökosystem Moor und Heide. Zu den regelmäßigen Besuchern gehört der Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino), der die Blüten zur Nektaraufnahme nutzt. Auch die Dreipunkt-Glanzeule findet an der Pflanze einen Rückzugsort, während der Rapsglanzkäfer (Brassicogethes aeneus) die Blüten aufsucht. Da die Art auf der Roten Liste der Kategorie 1 steht, ist ihre Förderung im Garten ein hochwirksamer Beitrag zur genetischen Vielfalt. Die Samen können zudem in strengen Wintern als Nahrung für Vögel dienen, sofern die Früchte ausreifen.
Die Moltebeere wird in der Datenbank als nicht kindersicher eingestuft. Dies begründet sich oft durch die Verwechslungsgefahr mit ungenießbaren Wildbeeren für Laien oder die empfindlichen Standortbedingungen. Da die Pflanze in Deutschland extrem selten ist, sollte sie ohnehin eher als Beobachtungsobjekt und Naturschutzprojekt statt als Naschpflanze betrachtet werden.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mai – Jun
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.1 m
Standort: Suche einen vollsonnigen Platz, damit die Pflanze genügend Energie für die Blüte bilden kann.
Bodenfeuchte: Der Boden muss 'frisch' (mäßig feucht) gehalten werden, was eine konstante Wasserversorgung ohne Staunässe bedeutet.
Bodenbeschaffenheit: Als Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) benötigt sie einen sehr mageren, kalkfreien und eher sauren Boden.
Pflanzzeit: Setze die Moltebeere idealerweise von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden offen ist.
Pflege: Auf Dünger solltest du komplett verzichten, da ein zu hohes Nährstoffangebot zum Absterben der Pflanze führen kann.
Vermehrung: Die Pflanze breitet sich langsam über ihre Rhizome (unterirdisch kriechende Wurzelstöcke) aus.
Winterschutz: Ein Rückschnitt ist nicht nötig, da die oberirdischen Triebe im Winter natürlicherweise einziehen.
Kombinationsempfehlung: Eine ideale Partnerin ist die Glockenheide (Erica tetralix). Beide Arten teilen die Vorliebe für feuchte, nährstoffarme Moorstandorte und ergänzen sich hervorragend in ihrem Wuchsverhalten.
Die Moltebeere (Rubus chamaemorus) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist ein klassischer Vertreter der borealen Flora. In Mitteleuropa ist sie indigen (ursprünglich heimisch), beschränkt sich jedoch auf spezialisierte Lebensräume wie Moore und lichte Bruchwälder. Morphologisch unterscheidet sie sich von anderen Brombeerarten durch ihren krautigen Wuchs ohne Verholzung und die Ausbildung von nur einer Blüte pro Trieb. Da sie als Archäophyt (vor 1492 eingeführt oder heimisch) gilt und ihre Bestände stark rückläufig sind, steht sie unter strengem Schutz.
5 Arten interagieren mit dieser Pflanze
13 weitere Arten besuchen die Blüten
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →