
Molinia caerulea
Auch bekannt als: Aira caerulea
Artengruppe
12
Arten
interagieren
12
Interaktionen
dokumentiert
12
Wirtsbeziehungen
Arten
Schon von weitem faellt das Gewöhnliche Pfeifengras (Molinia caerulea) durch seine markanten, knotenfreien Halme auf, die straff aus den dichten Blatthorsten emporragen. In deinem Naturgarten ist es unverzichtbar, da es als wichtige Kinderstube für spezialisierte Schmetterlinge dient. Unter anderem finden die Raupen der Scheck-Tageule (Euclidia mi) und der Dreizack-Graseule (Calamia tridens) hier ihre Nahrung. Das Gras bringt Struktur und eine wunderschöne Herbstfärbung in deine Beete. Wenn du einen sonnigen Platz mit magerem Boden hast, wirst du viel Freude an dieser robusten Art haben.
Goldener Herbstaspekt und lebenswichtige Kinderstube für acht Falterarten.
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Dieses Gras ist ein wahrer Magnet für spezialisierte Nachtfalter. Nach aktuellen Daten profitieren acht verschiedene Falterarten von der Pflanze als Raupenfutter. Dazu gehören der Trinker (Euthrix potatoria) und die Rote Schwertlilideneule (Xylena vetusta). Auch die Weißstirn-Graseule (Mythimna conigera) und die Gelbliche Zwergeule (Photedes fluxa) sind auf die Bestände angewiesen. Während der Wintermonate bieten die stehengelassenen Halme wertvollen Schutz für überwinternde Insekten. Vögel nutzen die verbliebenen Samenstände in der kalten Jahreszeit als natürliche Nahrungsquelle.
Das Gewöhnliche Pfeifengras ist nicht als kindersicher eingestuft. Die Blätter können scharfkantig sein und bei unvorsichtiger Handhabung kleine Schnitte verursachen. Zudem gilt die Pflanze als schwach giftig, weshalb Halme oder Blätter nicht verzehrt werden sollten. Eine Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Doppelgängern besteht bei uns nicht.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Aug – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.94 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz aus.
Boden: Die Erde sollte mager, also ein Schwachzehrer-Standort mit wenig Nährstoffen sein.
Feuchtigkeit: Das Gras bevorzugt frische Bedingungen, was einer mäßig feuchten Gartenerde entspricht.
Pflanzzeit: Setze das Gras von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden offen ist.
Pflege: Schneide die alten Halme erst im späten Februar zurück, um Insekten im Winter Schutz zu bieten.
Vermehrung: Eine Teilung des Wurzelstocks im Frühjahr ist gut möglich.
Da das Gras eine AM-Mykorrhiza (Symbiose mit Bodenpilzen zur Nährstoffaufnahme) eingeht, solltest du auf Kunstdünger verzichten.
Kombination: Eine gute Partnerin ist der Teufelsabbiss (Succisa pratensis).
Ökologische Begründung: Beide Arten teilen die Vorliebe für magere Standorte und fördern gemeinsam die Vielfalt an Raupen und Faltern im Garten.
Das Gewöhnliche Pfeifengras (Molinia caerulea) gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz weit verbreitet. Es besiedelt natürlicherweise Standorte wie Moore, Feuchtwiesen oder lichte Wälder. Ein botanisches Merkmal ist die Halmbildung: Die Halme sind nur an der Basis geknotet, was sie früher ideal für die Reinigung von Pfeifenstielen machte. Die Pflanze bildet kompakte Horste (dichte Blattschöpfe) und ist perfekt an nährstoffarme Verhältnisse angepasst.
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_468436865
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