Bild folgtKI-generierte IllustrationCypripedium calceolus
Auch bekannt als: Europäischer Frauenschuh, Gelb-Frauenschuh, Gelber Frauenschuh, Marienfrauenschuh
4
Arten
interagieren
7
Interaktionen
dokumentiert
Wer den Frauenschuh (Cypripedium calceolus) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Die Pflanze trägt eine große, goldgelbe Blüte in Form eines Pantoffels, die von vier schmalen, rotbraunen Blütenblättern umrahmt wird. Als gefährdete Art der Roten Liste 3 ist sie ein kostbarer Gast in unseren Gärten. Von ihrer komplexen Blütenform profitieren Bestäuber wie die Rotschopfige Sandbiene (Andrena haemorrhoa) und die Steinhummel (Bombus lapidarius). Wenn du ihr einen kalkhaltigen, halbschattigen Platz einräumst, leistest du einen echten Beitrag zum Artenschutz. Mit dieser Orchidee holst du dir ein Stück unberührte Natur direkt vor das Fenster.
Gefährdeter Juwel: Ein stolzes Refugium für die Rotschopfige Sandbiene.
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Diese Orchidee nutzt eine raffinierte Strategie zur Bestäubung, die sogenannte Kesselfalle. Nach aktuellen Bestäubungsdaten sind besonders die Honigbiene (Apis mellifera) und die Rotschopfige Sandbiene (Andrena haemorrhoa) häufige Besucher. Auch die Steinhummel (Bombus lapidarius) sucht die auffälligen Blüten auf. Die Insekten rutschen in den glatten Schuh und müssen sich mühsam ins Freie arbeiten, wobei sie zwangsläufig die Bestäubungsorgane berühren. Da die Art auf der Roten Liste 3 geführt wird, bietet jeder Gartenstandort ein wichtiges Trittsteinbiotop (vernetzende Lebensräume für gefährdete Arten). Die ökologische Bedeutung liegt primär in der spezialisierten Interaktion mit diesen bodennistenden Wildbienen.
Der Frauenschuh ist nicht kindersicher. Die Pflanze enthält in ihren Drüsenhaaren den Stoff Cypripedin, der bei Kontakt Hautreizungen auslösen kann. Zudem ist die Pflanze beim Verzehr giftig, weshalb sie außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern und Haustieren stehen sollte.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Mai – Jun
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.33 m
Der Frauenschuh braucht einen Platz im Halbschatten, an dem der Boden frisch (gleichmäßig feucht) bleibt. Als Mittelzehrer (Pflanze mit mäßigem Nährstoffbedarf) bevorzugt er normalen Gartenboden, der jedoch unbedingt kalkhaltig und locker sein muss.
Standort: Lichter Schatten unter Laubbäumen ist ideal.
Boden: Kalkreich, humos und gut durchlässig; Staunässe vermeiden.
Pflanzzeit: März bis Mai oder September bis November.
Pflege: Wurzelwerk beim Pflanzen nicht verletzen, da die Pflanze in Symbiose (Lebensgemeinschaft) mit Bodenpilzen lebt.
Düngung: Nur sehr sparsam mit kalkhaltigem Kompost versorgen.
Rückschnitt: Nicht nötig; das Laub im Herbst natürlich einziehen lassen.
Gute Partnerin ist das Leberblümchen (Hepatica nobilis). Beide Arten teilen die Vorliebe für kalkreiche Standorte im lichten Schatten und bilden zusammen ein ökologisch wertvolles Waldrand-Ensemble.
Der Frauenschuh (Cypripedium calceolus) gehört zur Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae) und ist die prächtigste wildwachsende Orchidee Mitteleuropas. Er ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch und besiedelt dort bevorzugt lichte Laubwälder oder Gebüschsäume. Auffällig ist die Kesselfalle, eine botanische Besonderheit, bei der Insekten in den 'Schuh' gleiten und nur über einen bestimmten Weg wieder hinausfinden. Die Pflanze wächst aus einem kräftigen Rhizom (waagerecht wachsender Wurzelstock) und erreicht eine Höhe von etwa 30 bis 50 Zentimetern.
4 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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