Erfahre, wie du Lichtschächte am Haus für die Erdkröte (Bufo bufo) und andere Amphibien sicherst. Praxisnahe Tipps zur Nachrüstung und Prävention im Juni.
Im Monat Juni herrscht im Garten Hochbetrieb. Während die ersten Beeren reifen, vollzieht sich am Boden oft unbemerkt eine Massenwanderung: Die Jungtiere der Erdkröte (Bufo bufo) verlassen ihre Geburtsgewässer. Diese sogenannten „Absetzer“ sind oft kaum größer als ein Fingernagel und suchen nach feuchten Verstecken im Unterwuchs. Auf ihrem Weg stoßen sie häufig auf Hauswände, denen sie instinktiv folgen. Hier lauert eine unterschätzte Gefahr: der Kellerlichtschacht. Was für uns der Belüftung dient, wird für Amphibien zur unüberwindbaren Barriere.
Amphibien wie der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) oder der Feuersalamander (Salamandra salamandra) bevorzugen kühle, schattige Plätze. Ein offener Schacht suggeriert zunächst ein ideales Mikroklima. Einmal in die Tiefe gestürzt, gibt es jedoch meist kein Entrinnen. Die glatten Wände aus Beton oder Kunststoff bieten keinen Halt für die weichen Bäuche der Tiere. Nach aktuellen Beobachtungsdaten verenden in einem einzigen ungesicherten Schacht pro Saison bis zu zwanzig Individuen an Erschöpfung oder Wassermangel.
Besonders kritisch ist die Situation für die Erdkröte (Bufo bufo), die aufgrund ihrer Standorttreue jedes Jahr dieselben Wanderrouten nutzt. Auch die Berle (Berula erecta), die oft an Gräben in Gartenähe wächst, markiert Lebensräume, aus denen Tiere in angrenzende Wohngebiete abwandern. Da Amphibien über ihre Haut atmen, führt die trockene Luft am Schachtgrund binnen weniger Tage zum Tod.
Du hast zwei primäre Möglichkeiten, deine Schächte zu sichern: die aktive Barriere (Abdeckung) und die passive Rettung (Ausstiegshilfe).
Herkömmliche Gitterroste haben Maschenweiten von etwa 30 mal 30 Millimetern. Das ist groß genug, um selbst ausgewachsenen Amphibien keinen Schutz zu bieten. Die wirksamste Methode ist das Aufbringen eines zusätzlichen Insektenschutzgitters aus Edelstahl. Gewebe aus Aluminium oder Kunststoff sind ungeeignet, da sie durch Witterung spröde werden oder von Nagetieren wie der Wanderratte (Rattus norvegicus) durchbissen werden können.
| Material | Maschenweite | Schutzwirkung | Langlebigkeit |
|---|---|---|---|
| Standard-Gitterrost | 30-40 mm | Keine Wirkung | Sehr hoch |
| Fliegengitter (Kunststoff) | 1-2 mm | Hoch (anfangs) | Gering (UV-anfällig) |
| Edelstahlgewebe | < 2 mm | Sehr hoch | Sehr hoch |
| Streckmetall (Aluminium) | 5-8 mm | Bedingt (Jungtiere fallen durch) | Mittel |
Das Gewebe muss bündig mit der Hauswand abschließen. Nutze hierfür spezielle Befestigungsprofile oder witterungsbeständigen Montagekleber, um sicherzustellen, dass keine Lücken entstehen, durch welche die Tiere unter das Gitter rutschen.
Falls eine vollständige Abdeckung technisch nicht möglich ist – etwa bei sehr unebenen Wänden –, musst du den Tieren den Rückzug ermöglichen. Eine Amphibienleiter besteht aus einem rauen Material, das schräg in den Schacht gestellt wird. Nach Bestäubungs- und Wanderungsdaten aus ökologischen Feldversuchen werden Rampen mit einem Neigungswinkel von maximal 45 Grad am besten angenommen.
Als Material eignet sich ein stabiler Streifen aus Kunststoff-Recyclingmaterial, der mit einem groben Glasfaser-Gewebe oder einer Besandungsmatte (ähnlich einer Dachpappe, aber ohne Schadstoffabgabe) beklebt ist. Wichtig ist, dass die Leiter bis ganz auf den Boden des Schachts reicht und oben einen direkten Übergang ins Gelände bietet.
Solltest du ein Tier im Schacht finden, setze es vorsichtig in einen schattigen Bereich mit dichter Vegetation, idealerweise in die Nähe von heimischen Pflanzen wie dem Anis (Pimpinella anisum), dessen dichte Blätter Schutz vor Fressfeinden bieten. Berühre Amphibien nur mit feuchten Händen, um ihre empfindliche Schleimhaut nicht zu verletzen.
Durch diese baulichen Maßnahmen verwandelst du dein Haus von einem Hindernisparcours in einen sicheren Lebensraum. Der Schutz der Erdkröte (Bufo bufo) trägt maßgeblich dazu bei, die natürliche Regulation von Schadinsekten in deinem Garten aufrechtzuerhalten, da Amphibien eine Vielzahl von wirbellosen Tieren verzehren.
Glatte Wände verhindern die Flucht. Tiere sterben im Schacht durch Austrocknung, Erschöpfung oder Hunger, da sie keine Nahrung finden.
Feinmaschiges Edelstahlgewebe ist ideal. Es ist witterungsbeständig, stabil gegen Nager und lässt Licht sowie Luft in den Keller.
Die Rampe sollte einen Winkel von 45 Grad nicht überschreiten, damit Amphibien wie die Erdkröte (Bufo bufo) sie sicher erklettern können.
Hebe es vorsichtig mit feuchten Händen heraus und setze es an einem schattigen, feuchten Ort im Garten wieder aus.
label_main_article: Amphibienschutz im Garten: Erdkröte und Co. effektiv schützen
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