Erfahre, wie Du die Uferzone Deines Gartenteichs für Amphibien wie die Erdkröte optimierst. Tipps zu Pflanzen wie Berle und zur hydrobiologischen Gestaltung.
Der Erfolg eines Gartenteichs als Naturschutzprojekt entscheidet sich nicht in der Tiefe, sondern am Rand. Während die Tiefwasserzone als thermischer Puffer für die Überwinterung dient, ist das Litoral (die Uferzone) der Ort, an dem das Leben pulsiert. Für die Erdkröte (Bufo bufo) und andere heimische Amphibien stellt dieser Bereich den Übergang zwischen ihrem aquatischen Geburtsort und ihrem terrestrischen Lebensraum dar.
Physikalisch betrachtet erwärmt sich flaches Wasser deutlich schneller als tiefe Wasserschichten. Im Juni führt die intensive Sonneneinstrahlung dazu, dass in Zonen mit einer Tiefe von 5 bis 20 Zentimetern ideale Bedingungen für das Stoffwechselwachstum der Kaulquappen herrschen. Höhere Temperaturen beschleunigen die enzymatischen Prozesse im Körper der Larven des Grasfroschs (Rana temporaria) und der Erdkröte (Bufo bufo), was die Entwicklungszeit bis zur vollständigen Metamorphose verkürzt. Dies ist ein entscheidender Überlebensvorteil, um das Risiko durch Prädation (Fressen durch Fressfeinde) im Wasser zu minimieren.
Ein gesundes Mikroklima entsteht jedoch nur durch ein ausgewogenes Verhältnis von Nährstoffen und Sauerstoff. Hier übernehmen submerse (untergetauchte) und emerse (aus dem Wasser ragende) Pflanzen die Hauptrolle. Die Berle (Berula erecta), auch Schmalblättriger Merk genannt, ist hierbei von besonderem Wert. Sie siedelt sich bevorzugt in flachen, langsam fließenden oder stehenden Bereichen an und trägt durch ihre Photosyntheseleistung massiv zur Sauerstoffsättigung bei. Zudem bietet ihr feingliedriges Wurzelgeflecht einen sicheren Rückzugsort für Larven des Teichmolchs (Lissotriton vulgaris), wenn der Rückenschwimmer (Notonecta glauca) oder die Larve des Gelbrandkäfers (Dytiscus marginalis) auf Jagd gehen.
Ein naturnaher Teichrand sollte niemals steil abfallen. Ein Neigungswinkel von maximal 20 Grad ist ideal. Dies ermöglicht es den Tieren, an jeder Stelle das Wasser problemlos zu verlassen oder aufzusuchen. Erdkröten nutzen oft flache Ausstiege, die mit Moosen oder flachen Steinen bedeckt sind, um den Übergang in die feuchte Ufervegetation zu bewältigen.
In der folgenden Tabelle findest Du eine Auswahl geeigneter Pflanzenarten für die Optimierung Deiner Flachwasserzone:
| Pflanzenart (Wissenschaftlicher Name) | Bevorzugte Wassertiefe | Ökologischer Nutzen |
|---|---|---|
| Berle (Berula erecta) | 0 – 20 cm | Sauerstoffspender, Versteck für Insektenlarven |
| Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) | 0 – 10 cm | Nährstoffzehrer, Sitzwarte für Libellen |
| Wasser-Minze (Mentha aquatica) | 0 – 10 cm | Starker Nährstoffentzug, Insektenweide |
| Tannenwedel (Hippuris vulgaris) | 10 – 30 cm | Laichsubstrat für Molche, Wasserreinigung |
| Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) | 0 – 5 cm | Deckung für junge Erdkröten beim Landgang |
Wenn Du Deinen Gartenteich für Amphibien optimieren möchtest, solltest Du im Juni folgende Maßnahmen ergreifen:
Ein monotoner Teichrand ist für die Biodiversität wertlos. Du solltest Strukturen schaffen, die sowohl Schutz als auch Jagdmöglichkeiten bieten. Totholz in Form von mürben Ästen, die halb im Wasser liegen, dient als ideale Ausstiegshilfe und wird von der Erdkröte (Bufo bufo) gern als Versteck genutzt. Nach aktuellen Beobachtungsdaten zur Amphibiendichte siedeln sich in strukturbetonten Teichen bis zu viermal mehr Arten an als in technisch perfektionierten, aber sterilen Wasserbecken.
Indem Du die Flachwasserzone als dynamischen Lebensraum begreifst und gezielt heimische Arten förderst, leistest Du einen messbaren Beitrag zum Artenschutz in Deiner Region. Der Juni ist der Monat, in dem Du die Früchte Deiner naturnahen Gartenarbeit in Form von kleinen Hüpfern und schwimmenden Larven direkt beobachten kannst.
Die Berle (Berula erecta) reichert das Wasser mit Sauerstoff an und bietet Larven von Amphibien und Libellen lebensnotwendigen Schutz vor Fressfeinden.
Sei vorsichtig: Im Juni nutzen viele Tiere die Pflanzen als Versteck oder Laichplatz. Schneide nur, wenn der Bewuchs die Wasseroberfläche komplett verschließt.
Eine ideale Zone verläuft stufenlos von 0 bis 20 cm. Dies garantiert die optimale Erwärmung und sichere Ausstiegsstellen für junge Amphibien.
Schaffe flache Uferbereiche mit Moos, flachen Steinen oder Totholz und vermeide steile Folienränder, an denen die Tiere abrutschen könnten.
label_main_article: Amphibienschutz im Garten: Erdkröte und Co. effektiv schützen
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