Schütze die Erdkröte (Bufo bufo) im Mai: Erfahre alles über Amphibienschutz, die Ansiedlung von Froschkraut (Baldellia ranunculoides) und die richtige Teichpflege.
Der Mai markiert in der DACH-Region einen kritischen Wendepunkt im biologischen Jahreszyklus. Während die meisten Individuen der Erdkröte (Bufo bufo) ihre Wanderung zu den Laichgewässern abgeschlossen haben, beginnt nun die empfindliche Phase der Embryonalentwicklung im Wasser. Als poikilotherme (wechselwarme) Tiere sind Amphibien in diesem Monat auf stabile Mikroklimata angewiesen. Jede Störung im Uferbereich kann den Reproduktionserfolg einer ganzen Generation gefährden.
Ökologisch betrachtet fungiert der Gartenteich im Mai als Kinderstube und Jagdrevier zugleich. Die Larven der Erdkröte ernähren sich zunächst von Algen und Detritus (organischem Material), wodurch sie zur Klärung des Wassers beitragen. Später regulieren die adulten Tiere als Prädatoren (Räuber) Bestände von wirbellosen Tieren wie der Spanischen Wegschnecke (Arion vulgaris). Ein naturnaher Garten ohne Pestizide bietet hierfür die notwendige Nahrungsgrundlage.
Die Erdkröte ist eine ortstreue Art, die oft kilometerweite Wanderungen auf sich nimmt, um zu ihrem Geburtsgewässer zurückzukehren. Im Gegensatz zu Fröschen legen Erdkröten ihre Eier in Form von meterlangen Laichschnüren ab, die sie geschickt um Unterwasserpflanzen oder Astwerk wickeln.
Nach dem Laichen ziehen sich die Alttiere in ihre Sommerquartiere zurück. Diese liegen oft in schattigen, feuchten Gartenbereichen. Hier sind Strukturen aus Totholz, Steinhaufen oder dichtem Bewuchs aus heimischen Farnen wie dem Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) lebensnotwendig. Diese Strukturen bieten Schutz vor Austrocknung und Fressfeinden wie der Ringelnatter (Natrix helvetica).
Ein stabiles Teichökosystem benötigt Pflanzen, die als Sauerstoffspender und Nährstoffzehrer fungieren. Das Einsetzen von Arten wie dem Schmalen Froschkraut (Baldellia ranunculoides), das in der Roten Liste als Kategorie 2 (stark gefährdet) geführt wird, ist im Mai ideal. Diese Art bevorzugt flache, lichtreiche Uferzonen und reagiert empfindlich auf Überdüngung.
Um die Biodiversität zu fördern, solltest du den Teich und die angrenzenden Staudenbeete nach einem festen Plan gestalten. Wildwuchs ist zwar erwünscht, doch eine gezielte Standortwahl verhindert, dass stark wuchernde Arten konkurrenzschwache Spezialisten verdrängen.
| Pflanzenart (Heimisch) | Standort | Ökologischer Nutzen |
|---|---|---|
| Schmales Froschkraut (Baldellia ranunculoides) | Flachwasser (bis 10cm) | Stark gefährdet, bietet Deckung für Kleinlebewesen |
| Sumpfdotterblume (Caltha palustris) | Sumpfzone | Wichtige frühe Nektarquelle für Schwebfliegen |
| Wasserfeder (Hottonia palustris) | Unterwasser/Schwimmblatt | Sauerstoffanreicherung, ideal für Laichablage |
| Tannenwedel (Hippuris vulgaris) | Flachwasser | Strukturgeber und Ruheplatz für Libellen wie den Plattbauch (Libellula depressa) |
| Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) | Uferrand | Eiablageplatz für Molche |
Die Anbaufläche im Garten sollte jetzt kritisch geprüft werden. Wenn Stauden zu dicht stehen, entsteht Konkurrenzdruck um Licht und Wasser. Das Umpflanzen sollte bei Amphibienvorkommen jedoch nur mit äußerster Vorsicht erfolgen, um grabende Tiere nicht zu verletzen. Achte bei der Auswahl neuer Pflanzen auf die Standorttreue. Arten wie der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) bevorzugen kühle, feuchte Stellen, die auch von Amphibien geschätzt werden.
Durch das Anlegen eines Pflanzplans vermeidest du Lücken im Blühkalender. Dies stellt sicher, dass Bestäuber wie die Gartenhummel (Bombus hortorum) über die gesamte Saison Nahrung finden. Ein naturnaher Garten ist kein statisches Gebilde, sondern ein Prozess, der durch fachgerechte Lenkung an Stabilität gewinnt.
Sie ernähren sich überwiegend von Algenbelägen und Detritus (organischen Resten) im Teich, bevor sie sich zu räuberischen Fleischfressern entwickeln.
Nein, das ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. Erdkröten sind ortstreu und müssen in ihrem gewählten Lebensraum verbleiben.
Es ist eine stark gefährdete heimische Art, die zur Stabilisierung des Wasserhaushalts beiträgt und spezialisierten Insekten als Lebensraum dient.
Im Gegensatz zu Klumpen (Frösche) legen Erdkröten lange, meist zweireihige Gallertschnüre ab, die zwischen Wasserpflanzen aufgespannt werden.
Fördere natürliche Fressfeinde wie Erdkröten (Bufo bufo). Mechanische Barrieren wie Kupferbänder oder das Absammeln bei Dämmerung sind effektive Methoden.
Verwende ausschließlich torffreie, nährstoffarme Substrate wie ein Sand-Kies-Gemisch, um die Eutrophierung (Überdüngung) des Teichwassers zu verhindern.
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