Erfahre, wie die Erdkröte als Nützling in deinem Garten Schnecken reguliert. Fachwissen zu Jagdverhalten, Schutz und Tipps für einen amphibienfreundlichen Garten.
Der Mai ist für die Biologie der Erdkröte (Bufo bufo) ein entscheidender Monat. Nachdem die adulten (geschlechtsreifen) Tiere ihre Fortpflanzung in den Laichgewässern abgeschlossen haben, wandern sie in ihre Sommerlebensräume zurück. Diese Landhabitate liegen oft in unseren Gärten, sofern diese ausreichend Deckung und Feuchtigkeit bieten. Für dich als Gartenbesitzer beginnt nun eine Phase, in der die Erdkröte (Erdkröte (Bufo bufo)) ihre Rolle als wertvoller Nützling (Organismus, der für den Menschen vorteilhafte Funktionen im Ökosystem erfüllt) voll entfaltet.
Im Gegensatz zu flinken Jägern setzt die Erdkröte auf eine energiesparende Strategie. Sie ist ein Lauerjäger, der in der Dämmerung und Nacht aktiv wird. Ihre Jagdstrategie basiert auf visuellen Reizen: Jede Bewegung, die ein bestimmtes Größenraster unterschreitet, löst den Schnappreflex aus. Dabei nutzt sie ihre klebrige Faltzunge, die im vorderen Bereich des Unterkiefers verwurzelt ist und blitzschnell hervorgeschleudert werden kann.
Nach aktuellen Bestäubungsdaten und ökologischen Untersuchungen besteht ein signifikanter Teil der Nahrung aus Tieren, die im Gartenbau oft als problematisch angesehen werden. Besonders im Mai, wenn die Populationen der Ackerschnecken (Deroceras reticulatum) durch die steigenden Temperaturen zunehmen, leistet die Erdkröte einen messbaren Beitrag zur biologischen Regulation (natürliche Kontrolle von Organismen durch ihre Fressfeinde).
| Beutegruppe | Beispielarten | Ökologischer Nutzen im Garten |
|---|---|---|
| Gastropoda (Schnecken) | Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) | Reduktion von Fraßschäden an Jungpflanzen |
| Coleoptera (Käfer) | Rüsselkäfer (Curculionidae) | Schutz von Wurzeln und Blattwerk vor Larvenfraß |
| Isopoda (Asseln) | Kellerassel (Porcellio scaber) | Gleichgewicht beim Abbau organischer Substanz |
| Myriapoda (Tausendfüßer) | Gemeiner Steinläufer (Lithobius forficatus) | Teil des natürlichen Nahrungsnetzes im Boden |
Die Erdkröte ist bei der Wahl ihrer Beute wenig selektiv, solange die Größe passt. Beobachtungen zeigen, dass sie selbst wehrhafte Insekten wie Laufkäfer (Carabidae) oder giftige Raupen verzehrt. Ein besonderer Vorteil für den Gemüsegarten ist ihre Vorliebe für Nacktschnecken. Während viele Vögel diese aufgrund des zähen Schleims meiden, ist die Erdkröte durch ihre Physiologie (die Lehre von den Funktionsweisen des Körpers) in der Lage, auch stark schleimende Beutetiere zu fressen. Das im Rachen abgesonderte Sekret neutralisiert den Schleim der Schnecken und ermöglicht das Verschlucken.
Damit die Erdkröte dauerhaft in deinem Garten verbleibt und dort als natürlicher Pflanzenschutz fungiert, müssen die Standortbedingungen stimmen. Da die Erdkröte nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) streng geschützt ist, ist jegliche Entnahme aus der Natur oder eine Umsiedlung strikt untersagt. Ziel muss es sein, den Garten so zu gestalten, dass das Tier freiwillig verweilt.
Sollte der Schneckendruck im Mai trotz der Anwesenheit von Erdkröten zu hoch sein, greife ausschließlich zu sanften Methoden. Manuelle Entnahme in den Abendstunden oder die Installation von Kupferbändern an Hochbeeten sind wirksame Barrieren. Auf den Einsatz von Schneckenkorn, auch auf Basis von Eisenphosphat, sollte in einem echten Amphibiengarten verzichtet werden, um die Nahrungskette nicht zu belasten. Ein gesunder Bestand an Erdkröten, unterstützt durch Laufkäfer und Blindschleichen (Anguis fragilis), bildet ein stabiles System, das Massenvermehrungen von Schädlingen langfristig verhindert.
Ja, Erdkröten fressen auch Nacktschnecken. Ihr spezieller Speichel hilft ihnen dabei, den klebrigen Abwehrschleim der Schnecken beim Schlucken zu bewältigen.
Erdkröten besitzen Hautdrüsen, die bei Gefahr ein giftiges Sekret absondern. Dies kann bei Hunden zu Schleimhautreizungen führen, ist aber selten lebensgefährlich.
Nein, das ist laut Bundesnaturschutzgesetz streng verboten. Die Tiere müssen von selbst zuwandern. Fördere sie stattdessen durch die Gestaltung des Gartens.
Sie bevorzugen kühle, feuchte Orte wie Hohlräume unter Steinen, Totholzhaufen, dichte Laubschichten oder selbst gegrabene Erdlöcher unter Wurzeln.
Hauptartikel: Erdkröte (Bufo bufo) im Mai: Schutz und Teichpflege
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