Anleitung zur Aussaat von Kornblume, Ringelblume & Kamille im Mai. Erfahre alles über ökologischen Nutzen, Lichtkeimer und den Schutz heimischer Insekten.
Im ökologischen Gefüge deines Gartens spielen einjährige Wildblumen eine strategische Rolle. Während viele mehrjährige Stauden im Mai bereits ihre Hauptwachstumsphase abgeschlossen haben, füllen Einjährige wie die Kornblume (Centaurea cyanus) oder die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) rasch entstehende Lücken im Beet oder in der Wiese. Diese Pflanzen haben einen beschleunigten Lebenszyklus: Sie keimen, blühen und versamen sich innerhalb eines Jahres. Für die lokale Fauna bedeutet dies eine zuverlässige Nahrungsquelle in den kritischen Sommermonaten Juli und August.
Der ökologische Wert liegt insbesondere in der Bereitstellung von hochwertigem Pollen und Nektar. Viele spezialisierte Insektenarten sind auf die zeitliche Verfügbarkeit dieser Ressourcen angewiesen. Durch eine gestaffelte Aussaat im Mai stellst du sicher, dass die Blütezeit bis weit in den September hineinreicht. Dies fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern stabilisiert das gesamte Ökosystem in deinem Garten, da Nützlinge wie Schwebfliegen (Syrphidae) angelockt werden, deren Larven als natürliche Gegenspieler von Blattläusen (Aphidoidea) fungieren.
Die Kornblume (Centaurea cyanus) ist ein klassischer Begleiter von Getreidefeldern, der im modernen Ackerbau durch Herbizideinsatz selten geworden ist. Im Naturgarten ist sie jedoch ein unverzichtbarer Pollenlieferant. Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist ihr Nektar besonders zuckerreich, was sie zu einem Magneten für die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) und verschiedene Hummelarten (Bombus) macht.
Die Acker-Ringelblume (Calendula arvensis) ist die kleinere, zierlichere Verwandte der bekannten Garten-Ringelblume. Sie ist in der DACH-Region besonders an trocken-warmen Standorten wertvoll. Die Ringelblume (Calendula officinalis) hingegen ist robuster und liefert eine größere Menge an Biomasse. Beide Arten zeichnen sich durch eine extrem lange Blühdauer aus. Sie sind wichtige Futterpflanzen für Schmetterlinge wie den Kleinen Fuchs (Aglais urticae).
Die Echte Kamille (Matricaria chamomilla), oft auch als Echte Kamille (Matricaria recutita subsp. recutita) bezeichnet, ist eine Pionierpflanze. Sie besiedelt bevorzugt nährstoffreiche, offene Böden. Ökologisch gesehen ist sie besonders für kleine solitäre Wildbienen und Grabwespen von Bedeutung, die die flachen Blütenkörbe leicht anfliegen können.
| Art | Wissenschaftlicher Name | Standort | Keimtyp | Hauptnutzen für Insekten |
|---|---|---|---|---|
| Kornblume | Centaurea cyanus | Sonnig, eher mager | Dunkelkeimer (leicht bedecken) | Hoher Nektarwert für Hummeln |
| Acker-Ringelblume | Calendula arvensis | Sonnig, trocken | Lichtkeimer | Lange Blütezeit für Schmetterlinge |
| Echte Kamille | Matricaria chamomilla | Sonnig, offen | Lichtkeimer | Pollenquelle für Schwebfliegen |
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Damit die Aussaat erfolgreich ist, musst du die natürlichen Bedürfnisse der Samen berücksichtigen. Ein häufiger Fehler ist das einfache Verstreuen in dichten Rasen – hier haben die Keimlinge keine Chance gegen den Konkurrenzdruck der Gräser.
Ein Naturgarten nach dem Vorbild der DACH-Region verzichtet konsequent auf Torf. Nutze für die Anzucht oder Bodenverbesserung ausschließlich torffreie Substrate oder eigenen Rindenkompost. Torfabbau zerstört Moore, welche die wichtigsten CO2-Speicher unserer Erde sind und spezialisierten Arten wie dem Hochmoor-Perlmuttfalter (Boloria aquilonaris) den Lebensraum rauben.
Die Förderung von Arten wie der Kornblume (Centaurea cyanus) hilft zudem indirekt Vögeln. Nach der Blüte reifen die ölreichen Samen heran, die im Spätsommer und Herbst eine wichtige Nahrungsgrundlage für den Stieglitz (Carduelis carduelis) bilden. Wenn du die verblühten Pflanzen bis zum Frühjahr stehen lässt, bietest du zudem Überwinterungsmöglichkeiten für Insektenlarven in den hohlen Stängeln.
Im Mai sind auch viele Tiere aktiv, die unter besonderem Schutz stehen. Wenn du Bodenstellen für deine Wildblumen vorbereitest, achte auf den Maulwurf (Talpa europaea). Seine Hügel sind keine Ärgernisse, sondern perfekte, vegetationsfreie Aussaatstellen für deine Wildblumenmischung. Das Ebnen dieser Hügel ist erlaubt und bietet den idealen feinkrümeligen Boden für die Echte Kamille (Matricaria chamomilla).
Sollten Schnecken deine Keimlinge bedrohen, verzichte unbedingt auf Schneckenkorn mit Metaldehyd. Dieses Gift schädigt Igel (Erinaceus europaeus) und Erdkröten (Bufo bufo), die vergiftete Schnecken fressen. Nutze stattdessen mechanische Barrieren wie Kupferbänder oder sammle die Tiere in den Abendstunden ab. Ein naturnaher Garten, der Nützlinge fördert, reguliert den Schneckenbestand meist langfristig von selbst.
Nein, das ist nicht erfolgversprechend. Diese Arten brauchen offenen Boden ohne Konkurrenz durch Gräser, um erfolgreich zu keimen und zu wachsen.
Samen von Lichtkeimern wie der Kamille benötigen Helligkeit zum Keimen. Sie dürfen daher nicht mit Erde bedeckt, sondern nur fest angedrückt werden.
Nein, Kornblume und Kamille bevorzugen eher magere Standorte. Zu viel Stickstoff fördert das Blattwachstum zulasten der Blütenstabilität und Artenvielfalt.
Bei ausreichender Feuchtigkeit und Wärme kannst du mit der ersten Blüte etwa 6 bis 8 Wochen nach der Aussaat rechnen, also ab Juli.
Ja, das ist sogar sehr empfehlenswert. Die Erde ist feinkrümelig und unkrautfrei – ideal für Pionierpflanzen wie die Echte Kamille.
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