Erfahre, wo Hummelköniginnen im Garten überwintern. Tipps zu Verstecken wie Nordhängen, Totholz und Mäusegängen für einen insektenfreundlichen Naturgarten im Winter.
Wenn die Tage kürzer werden und die letzten Astern verblühen, bereitet sich die Natur auf die Winterruhe vor. In der Welt der Hummeln ist dies ein dramatischer Wendepunkt: Während das restliche Volk und die alte Königin sterben, tragen die jungen, befruchteten Königinnen die gesamte Hoffnung für das nächste Jahr in sich. Doch die Frage, die viele Naturgärtner beschäftigt, lautet: Wo überwintern Hummelköniginnen im Garten eigentlich genau?
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Hummeln in ihren alten Nestern bleiben. Tatsächlich suchen sich die künftigen Staatsgründerinnen völlig neue Quartiere, um Frost, Nässe und Fressfeinden zu entgehen.
Bevor sich die Königin zur Ruhe bettet, muss sie sich eine dicke Fettschicht anlegen. Während du mit unserem Spätblüher-Check: So rettest du Hummelköniginnen über den Winter für die nötigen Energiereserven sorgst, beginnt für die Hummel die Suche nach einem Ort, an dem sie die nächsten sechs bis acht Monate verbringen kann.
Hummelköniginnen sind strategische Schläfer. Viele Arten graben sich bevorzugt an Nordhängen oder an der schattigen Nordseite von Gebäuden und Hecken ein. Der Grund ist simpel: Die Wintersonne erreicht diese Stellen kaum. Würde sich der Boden an einem sonnigen Tag im Februar zu stark erwärmen, könnte die Königin zu früh aus der Diapause (Wachstumsruhe) aufwachen. Da zu diesem Zeitpunkt oft noch keine Nahrung verfügbar ist, wäre dies ihr sicheres Todesurteil.
| Versteck-Typ | Warum ist dieser Ort ideal? | Was du im Garten tun kannst |
|---|---|---|
| Verlassene Mäusegänge | Frostsicher und bereits gegraben | Löcher im Boden nicht zutreten oder zuschütten |
| Moospolster & Laubschichten | Hervorragende Isolierung gegen Kälte | Laub unter Sträuchern liegen lassen statt zu häckseln |
| Totholz & morsche Stümpfe | Bieten Schutz vor Nässe und Wind | Altes Holz als „Käferburg“ im Schatten stapeln |
| Lockere Erdhaufen | Einfaches Eingraben möglich | Kleine Erdhügel an ungestörten Ecken belassen |
Die Vorlieben variieren je nach Hummelart, doch folgende Strukturen sind in einem Naturgarten besonders wertvoll:
Ein „aufgeräumter“ Garten ist für eine Hummelkönigin lebensfeindlich. Wer jeden Ast entfernt und den Boden mit Rindenmulch versiegelt, nimmt ihr die Chance zum Eingraben.
Praktische Tipps für den Herbst:
Indem wir diese natürlichen Nischen bewahren, sichern wir die Bestäubung im nächsten Frühjahr. Wenn die Königin im März bei den ersten Sonnenstrahlen unbeschadet aus ihrem Versteck krabbelt, beginnt der Kreislauf des Lebens von vorn.
Je nach Art und Witterung suchen sich die Königinnen bereits ab August, meist aber im September und Oktober, ein geeignetes Winterquartier im Boden oder unter Laub.
Hummeln produzieren Glycerin als natürliches Frostschutzmittel. Problematischer als Kälte ist meist Nässe, die zu Pilzbefall führen kann, oder ein zu frühes Erwachen.
Ja, manche Königinnen nutzen alte Nistkästen. Wichtig ist jedoch, diese nach der Saison nicht zu reinigen, bevor man sicher ist, dass niemand darin überwintert.
Decke sie vorsichtig wieder mit Erde oder Laub zu. Störe sie nicht weiter, da jede Aktivität wertvolle Fettreserven verbraucht, die sie zum Überleben benötigt.
Hauptartikel: Spätblüher-Check: So rettest du Hummelköniginnen über den Winter




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