Erfahren Sie, wie Sie Ihren Garten für Igel öffnen. Ein einfaches Loch im Zaun schafft lebenswichtige Wanderwege und fördert die Artenvielfalt im Naturgarten.
In unseren modernen Siedlungen herrscht oft Ordnungsliebe vor Ökologie. Perfekt gezogene Zäune und blickdichte Mauern grenzen Grundstücke akkurat ab. Für unsere heimische Tierwelt, insbesondere für den Igel (Erinaceus europaeus), sind diese Grenzen jedoch ein massives Problem.
Igel sind Wanderer. Sie benötigen große Reviere, um ausreichend Käfer, Larven und Regenwürmer zu finden. Ein einzelner Garten ist meist zu klein, um ein Tier dauerhaft zu ernähren. Wenn wir den Garten für Igel öffnen, schaffen wir einen sogenannten „Igel-Highway“. Ohne diese Durchlässe sind die Tiere gezwungen, über gefährliche Straßen auszuweichen oder sie verhungern schlichtweg in isolierten Grünflächen.
Nicht jeder Zaun ist von Natur aus igelfreundlich. Die folgende Tabelle zeigt, wo Handlungsbedarf besteht:
| Zaun-Typ | Durchlässigkeit | Empfohlene Maßnahme |
|---|---|---|
| Maschendraht | Null | Unten aufschneiden und Drahtenden sicher umbiegen. |
| Holzzaun | Gering | Einzelne Latte kürzen oder Loch aussägen. |
| Hecke (Heimisch) | Hoch | Keine Aktion nötig, Laubschicht am Boden belassen. |
| Gabionen/Mauern | Null | Einzelne Steine entnehmen oder Rohr einbauen. |
| Doppelstabmatte | Null | Eine Masche im unteren Bereich heraustrennen. |
Ein ökologisch wertvoller Durchlass erfordert weder viel Zeit noch teures Werkzeug. Das Ziel ist eine Öffnung von exakt 13 x 13 Zentimetern. Diese Größe ist ideal: Sie ist groß genug für den kräftigsten Igel, aber zu klein für die meisten Hunde und Katzen.
Was Sie für den Umbau benötigen:
Ein offener Zaun ist der erste Schritt. Doch was findet der Igel vor, wenn er Ihren Garten betritt? Ein englischer Rasen bietet weder Schutz noch Nahrung. Kombinieren Sie den Igel-Highway daher mit wilden Ecken. Wer den Tieren wirklich helfen will, sollte zudem für sichere Rückzugsorte sorgen. Eine ideale Ergänzung ist es, ein [Igelhaus bauen: Das sichere Winterquartier im Holzstapel] umzusetzen, damit die Wanderer auch einen Platz zum Schlafen finden.
Vorteile eines vernetzten Gartens:
Naturschutz beginnt an der Grundstücksgrenze. Ein Loch im Zaun ist ein kleines Zugeständnis für uns, aber ein riesiger Gewinn für die Natur. Wenn ganze Nachbarschaften kooperieren und ihre Zäune öffnen, entsteht ein lebendiges Netzwerk, das unsere Artenvielfalt nachhaltig sichert. Machen Sie den ersten Schritt und öffnen Sie Ihre Pforte für die stacheligen Nützlinge.
Ein Loch pro Zaunseite ist ideal. So kann der Igel den Garten als Transitweg nutzen, ohne umkehren zu müssen. Das fördert die natürliche Wanderung und Nahrungssuche.
Ratten benötigen keine speziellen Löcher; sie klettern oder graben sich ohnehin durch. Ein Igel-Durchlass lockt keine Schädlinge an, die nicht sowieso schon Zugang hätten.
Hier hilft meist nur ein Durchbruch mit dem Bohrhammer oder das Setzen eines stabilen Kunststoffrohres. Alternativ kann eine Treppenhilfe über die Mauer gebaut werden.
Nutzen Sie Kantenschutzprofile aus dem Baumarkt oder biegen Sie die Drahtenden mit einer Zange so um, dass keine Verletzungsgefahr für die weiche Igelnase besteht.
Hauptartikel: Igelhaus bauen: Das sichere Winterquartier im Holzstapel




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