Bild folgtKI-generierte IllustrationTypha minima
Wer den Zwerg-Rohrkolben (Typha minima) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Die Pflanze besticht durch ihre kugeligen bis eifoermigen, dunkelbraunen Bluetenkolben, die wie kleine Paukenschlaegel an den grazilen Halmen sitzen. Da die Art in der Natur als ausgestorben oder verschollen (Rote Liste 0) gilt, ist sie fuer den Naturgarten von unschaetzbarem Wert fuer den Ex-situ-Artenschutz (Erhalt einer Art ausserhalb ihres natuerlichen Lebensraums). Sie dient als wichtige Strukturpflanze in der Uferzone und bietet einen geschuetzten Raum fuer die spezialisierte Begleitflora feuchter Standorte. Mit der Pflanzung dieses seltenen Archäophyten (Pflanze, die vor 1492 eingefuehrt wurde oder als einheimisch gilt) holst du dir eine botanische Raritaet in den Garten. Du kannst aktiv dazu beitragen, dass diese faszinierende Art in unserer Gartenkultur ueberlebt.
Botanische Raritaet fuer den Teich: Retten Sie eine fast ausgestorbene Art.
Die oekologische Bedeutung des Zwerg-Rohrkolbens liegt primaer in seinem Status als hochgradig bedrohte Art. Nach aktuellen Daten zur Rote Liste 0 gilt er in der freien Natur als ausgestorben oder verschollen, weshalb jeder Bestand in Gaerten ein wertvolles genetisches Reservoir darstellt. Er fungiert als Strukturgeber am Wasser, der durch seine dichten Halme Versteckmoeglichkeiten fuer kleine Teichbewohner bietet. Spezifische Bestaeuberdaten liegen fuer diese Art aktuell nicht vor, doch wie die meisten Rohrkolben ist er windbestaeubt. Die reifen Samenkolben bieten im spaeten Jahr zudem Material fuer den Nestbau verschiedener heimischer Vogelarten.
Der Zwerg-Rohrkolben ist laut Datenbank nicht als kindersicher eingestuft. Dies liegt weniger an einer Giftigkeit – die Pflanze gilt als ungiftig –, sondern an den schmalen, festen Blaettern, die bei unvorsichtiger Handhabung zu leichten Schnittverletzungen fuehren koennen. Zudem sollte beachtet werden, dass die feinen Samenhaare der Kolben bei direktem Kontakt die Schleimhaeute reizen koennen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mai – Jun
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.51 m
Damit der Zwerg-Rohrkolben gut gedeiht, benoetigt er einen vollsonnigen Standort. Als Pflanze feuchter Standorte sollte er in der Flachwasserzone deines Teichs bei einer Wassertiefe von maximal 10 Zentimetern oder in dauerfeuchter Sumpferde stehen. * Der Boden sollte naehrstoffarm sein, da die Art ein Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Naehrstoffbedarf) ist. * In zu fettem Boden wird er leicht von starkwuechsigeren Pflanzen verdraengt. * Die ideale Pflanzzeit liegt im Fruehling von Maerz bis Mai oder im Herbst von September bis Ende November. * Eine Vermehrung ist durch Teilung des Wurzelstocks im Fruehjahr unkompliziert moeglich. * Da die Pflanze eher zierlich waechst, musst du keine Wucherung wie bei grossen Rohrkolben-Arten befuerchten. * Im Winter solltest du die vertrockneten Halme unbedingt stehen lassen, da sie als Winterschutz dienen. * Eine gute Partnerin ist das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) - beide teilen die Vorliebe fuer sonnige, nasse Standorte und das Vergissmeinnicht ueberwuchert den kleinen Rohrkolben nicht.
Der Zwerg-Rohrkolben (Typha minima) gehoert zur Familie der Rohrkolbengewaechse (Typhaceae) und ist in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz indigen (einheimisch). Sein natuerlicher Lebensraum sind offene, sonnige Pionierstandorte (neu entstandene Lebensraeume) an kiesigen Ufern alpiner Fluesse. Im Gegensatz zu seinen grossen Verwandten erreicht er nur eine Wuchshoehe von etwa 30 bis 80 Zentimetern. Typisch sind die sehr schmalen, grasartigen Blaetter und die raeumliche Trennung der maennlichen und weiblichen Bluetenteile auf dem Bluetenstand, wobei der weibliche Kolben auffaellig kurz und dick ausfaellt.
2 Videos zu Zwerg-Rohrkolben


•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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