Bild folgtKI-generierte IllustrationTaraxacum balticum
Auch bekannt als: Taraxacum balticum
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
Wer den Baltischen Löwenzahn (Taraxacum balticum) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Er besticht durch seine charakteristisch tief eingeschnittenen Blätter und die leuchtend gelben Korbblüten (Blütenstände aus vielen Einzelblüten). Da diese Art auf der Roten Liste mit der Stufe 2 als stark gefährdet geführt wird, ist sie ein echtes Juwel für deinen Naturgarten. Er dient als lebenswichtige Nahrungsquelle für spezialisierte Schmetterlinge wie den Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe) oder den Westlichen Scheckenfalter (Melitaea varia). Durch die Ansiedlung trägst du aktiv zum Erhalt einer verschwindenden heimischen Wildpflanze bei. Probiere es aus und gib diesem seltenen Spezialisten einen Platz in deiner grünen Oase.
Rarität im Garten: Schütze den gefährdeten Löwenzahn und seine Scheckenfalter.
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Der ökologische Wert dieser seltenen Art ist für spezialisierte Insekten immens. Nach aktuellen Bestäubungsdaten profitieren vor allem seltene Scheckenfalter-Arten wie der Spanische Maivogel (Euphydryas desfontainii) und der Algerische Scheckenfalter (Melitaea aetherie) von seinem Nektarangebot. Auch der Amerikanische Distelfalter (Vanessa virginiensis) sowie Melitaea ornata suchen die Blüten gezielt auf. Da die Art stark gefährdet ist, bietet sie eine exklusive Nische in einem vernetzten Biotop. Die enthaltenen Samen dienen im Spätsommer zudem kleineren Singvögeln als wertvolle Energielieferanten für den Winter.
Bitte beachte, dass der Baltische Löwenzahn nicht als kindersicher eingestuft wird. Der in den Stängeln enthaltene Milchsaft (bitterer Pflanzensaft) kann bei empfindlicher Haut Reizungen auslösen oder bei Verzehr größerer Mengen zu Unwohlsein führen. Eine direkte Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Doppelgängern besteht bei genauer Betrachtung der typischen Rosettenform kaum.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Apr – Aug
Bioregion
Mediterranean
Damit der Baltische Löwenzahn in deinem Garten gedeiht, solltest du folgende Punkte beachten:
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, da er als Lichtpflanze keine Beschattung verträgt.
Boden: Er bevorzugt kalkhaltige, eher feuchte Böden, die aber nicht staunass sein dürfen.
Pflanzzeit: Setze die Jungpflanzen idealerweise von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, sofern der Boden frostfrei ist.
Mykorrhiza: Die Pflanze bildet eine Symbiose mit Arbuskulären Mykorrhizapilzen (nützliche Bodenpilze), weshalb du auf Kunstdünger verzichten solltest, um das Bodenleben zu schonen.
Pflege: Halte den Bereich um die Rosette anfangs frei von starkwüchsigen Gräsern, damit der seltene Löwenzahn nicht verdrängt wird.
Vermehrung: Er vermehrt sich über seine Flugsamen; lass die Pusteblumen daher stehen.
Kombinationsempfehlung: Eine gute Partnerin ist die Grasnelke (Armeria maritima) – beide schätzen offene, sonnige Standorte und ergänzen sich hervorragend in ihrem naturnahen Erscheinungsbild.
Der Baltische Löwenzahn gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und innerhalb der Gattung Taraxacum zur Sektion der Palustria (Sumpflöwenzähne). Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Spanien bis in den Ostseeraum, wobei er in Mitteleuropa extreme Seltenheitswerte erreicht. Als Indigen (einheimisch) oder Archäophyt (vor 1492 eingewandert) ist er fest in unserer Flora verwurzelt. Morphologisch unterscheidet er sich von gemeinen Löwenzähnen oft durch schmalere Hüllblätter (die grünen Blättchen unter der Blüte) und einen spezialisierten Wuchs an feuchten Standorten.
1 Video zu Baltischer Löwenzahn

6 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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