Bild folgtKI-generierte IllustrationSecale cereale
Auch bekannt als: Roggen
Wer Roggen (Secale cereale) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Die blaugrau bereiften Halme und die Ähren mit ihren langen, borstigen Grannen (fadenförmige Fortsätze) sind sein markantestes Kennzeichen. In deinem Naturgarten fungiert er vor allem als wertvoller Bodenverbesserer, der mit seinem tiefreichenden Wurzelsystem die Struktur der Erde nachhaltig lockert. Er schützt die Bodenoberfläche in der kalten Jahreszeit vor Nährstoffauswaschung und Erosion. Da er sehr genügsam ist, eignet er sich hervorragend für Gartenbesitzer, die eine unkomplizierte Gründüngung suchen. Mit diesem Getreide tust du deinem Gartenboden etwas Gutes und schaffst gleichzeitig eine natürliche Struktur in deinen Beeten.
Der robuste Bodenretter: Roggen sorgt für gesunde Erde und wintergrüne Beete.
Roggen leistet einen wesentlichen Beitrag zur Bodengesundheit in deinem Garten. Durch die intensive Durchwurzelung wird das Edaphon (die Gesamtheit der Bodenlebewesen) gefördert, was die Humusbildung anregt. Die Pflanze schützt den Boden vor dem Austrocknen und verhindert, dass wertvolle Nährstoffe über den Winter in tiefere Schichten ausgewaschen werden. Da der Roggen als Windbestäuber große Mengen an Pollen produziert, stellt er eine relevante Pollenquelle dar. Die stehengebliebenen Halme und Ähren bieten zudem eine schützende Struktur für überwinternde Lebewesen. In der ökologischen Gartenkultur ist er daher ein wichtiges Element für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit.
Roggen gilt als nicht kindersicher. Eine Gefahr geht primär vom Mutterkorn (Claviceps purpurea) aus, einem hochgiftigen Pilz, der sich als dunkle, hornartige Auswüchse in den Ähren bilden kann. Zudem können die harten und spitzen Grannen bei unvorsichtigem Kontakt zu Verletzungen an Haut oder Augen führen.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Mai – Jun
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
1.27 m
Die Aussaat kann im zeitigen Frühjahr von März bis Mai oder als Winterroggen von September bis November erfolgen.
Wähle einen Standort mit offenem Boden; der Roggen stellt kaum Ansprüche an die Bodenqualität.
Streue das Saatgut breitwürfig aus und arbeite es etwa drei bis vier Zentimeter tief in die Erde ein.
Ein leichtes Antreten der Fläche sorgt für den nötigen Bodenschluss der Samen.
Der Wasserbedarf ist moderat; nach dem Keimen kommt die Pflanze auch mit trockeneren Phasen gut zurecht.
Eine Düngung ist in der Regel nicht erforderlich, da Roggen als Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) gilt.
Wenn du ihn als Gründüngung nutzt, schneide die Halme vor der Samenreife ab.
Die Pflanzenreste können als Mulchschicht liegen bleiben oder flach untergegraben werden.
Gute Partnerin: Saat-Wicke (Vicia sativa) – sie reichert als Leguminose (Hülsenfrucht) Stickstoff an, während der Roggen den Boden lockert und der Wicke als Stütze dient.
Der Roggen (Secale cereale) ist ein ein- bis zweijähriges Gras aus der Familie der Süßgräser. Er gilt in Österreich als heimisch und ist dort sowohl als Kulturpflanze als auch als Archäophyt (eine vor dem Jahr 1492 eingewanderte Pflanze) weit verbreitet. Die Pflanze zeichnet sich durch ihre außergewöhnliche Winterhärte aus und bildet vierkantige Ähren aus. Ein besonderes Merkmal ist das Wurzelsystem, das wesentlich tiefer in den Boden eindringt als bei anderen heimischen Getreidearten.
1 Video zu Roggen

•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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