Bild folgtKI-generierte IllustrationSchoenus nigricans
Auch bekannt als: choin noirâtre, Kopfbinsen
Kaum zu uebersehen: Das Schwarze Kopfried (Schoenus nigricans) verraet sich durch seine namensgebenden, tiefbraunen bis fast schwarzen Bluetenkoepfchen, die auf straffen, aufrechten Halmen sitzen. Diese horstbildende (in Buescheln wachsende) Schoenheit ist in unseren Gaerten selten geworden und steht auf der Roten Liste der gefaehrdeten Arten (Stufe 2). Wenn du einen feuchten Platz im Garten hast, leistest du mit dieser indigenen (heimischen) Art einen echten Beitrag zum Erhalt unserer regionalen Flora. Sie bringt Struktur und eine herbe Eleganz in Teichnaehe. Wenn du dich fuer dieses Gras entscheidest, zeigst du echtes Fingerspitzengefuehl fuer seltene Standortspezialisten.
Stark gefaehrdete Kostbarkeit: Schuetze seltene Moorpflanzen in deinem Garten.
Da fuer das Schwarze Kopfried aktuell keine spezifischen Daten zu Bestaeubern oder Raupen vorliegen, liegt sein Hauptwert im Artenschutz. Mit der Einstufung in die Rote Liste 2 (stark gefaehrdet) ist die Ansiedlung im Garten ein aktiver Schutz gegen das Aussterben dieser spezialisierten Art in der Region. Die Pflanze lebt in einer VAR-Mykorrhiza (einer speziellen Form der Lebensgemeinschaft zwischen Pilzwurzeln und Pflanze), die ihr das Ueberleben auf kargen Standorten ermoeglicht. Als standorttreue, ausdauernde Art sichert sie die genetische Vielfalt in feuchten Lebensraeumen und bietet Kleinstlebewesen innerhalb ihrer dichten Horste Schutz.
Das Schwarze Kopfried ist nicht als kindersicher eingestuft. Dies liegt an den sehr starren und harten Blaettern, die bei unvorsichtiger Beruehrung wie kleine Messer wirken und die Haut ritzen koennen. Giftige Inhaltsstoffe sind nicht bekannt, daher besteht fuer Mensch und Haustier keine Gefahr durch Vergiftung. Achte beim Pflanzen einfach auf robuste Gartenhandschuhe.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jun – Jul
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.29 m
Damit das Schwarze Kopfried bei dir gedeiht, braucht es einen vollsonnigen Platz und 'nasse Fuesse'.
Standort: Waehle eine Stelle mit dauerhafter Feuchtigkeit, idealerweise in der Sumpfzone deines Gartenteichs.
Boden: Die Pflanze ist ein Schwachzehrer (benoetigt kaum Naehrstoffe) und bevorzugt kalkhaltige Substrate. Vermeide Duenger konsequent.
Pflanzzeit: Setze das Kopfried von Maerz bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden frostfrei ist.
Pflege: Schneide die Halme erst im spaeten Fruehjahr zurueck, da sie als Winterschutz fuer das Herz der Pflanze dienen.
Vermehrung: Eine Teilung der Horste (Wurzelstoecke) ist im zeitigen Fruehjahr moeglich.
Kombination: Eine wunderbare Partnerin ist die Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris). Beide Arten teilen sich in der Natur den Lebensraum der Kalkflachmoore und ergaenzen sich optisch hervorragend durch ihre unterschiedlichen Wuchsformen.
Das Schwarze Kopfried (Schoenus nigricans) gehoert zur Familie der Sauergrasgewaechse (Cyperaceae). Es ist in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz heimisch und besiedelt dort vorzugsweise Kalk-Niedermoore und sickerfeuchte Quellfluren. Du erkennst die Pflanze an ihren graugruenen, borstlichen Blaettern und den markanten, zweizeilig angeordneten Aehrchen. Ein besonderes Merkmal ist der Standortanspruch als Schwachzehrer (Pflanze, die an naehrstoffarme Boeden angepasst ist), was sie zu einem wichtigen Zeiger fuer intakte, magere Oekosysteme macht.
1 Video zu Schwarzes Kopfried

•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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