Bild folgtKI-generierte IllustrationFlachs-Seide
Auch bekannt als: cuscute du lin
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
Wer die Flachs-Seide (Cuscuta epilinum) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Sie bildet fadenförmige, gelbliche bis rötliche Stängel aus, die sich wie lebendige Seidenschnüre fest um ihre Wirtspflanzen schlingen. Da sie kein Blattgrün besitzt, ist sie ein faszinierender Vollschmarotzer (Pflanze ohne Photosynthese), der heute extrem selten ist. Im Naturgarten ist sie ein Zeugnis alter Ackerbaukultur und unterstützt spezialisierte Insekten wie den Persischen Würfelfalter (Spialia phlomidis). Wenn du ein Stück botanische Geschichte bewahren willst, ist diese Art ein echtes Juwel für deinen Garten.
Ein seltener Gast aus der Vergangenheit: Schmarotzer-Schönheit für den Lein.
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Obwohl sie ein Parasit ist, spielt die Flachs-Seide eine wichtige Rolle im ökologischen Gefüge. Nach aktuellen Bestäubungsdaten profitieren Schmetterlinge wie der Persische Würfelfalter (Spialia phlomidis) von ihren Blüten. Sogar Wanderfalter wie der Afrikanische Monarch (Danaus chrysippus) besuchen die Pflanze gelegentlich auf der Suche nach Nektar. Die symbiotische Verbindung wird durch die Arbuskuläre Mykorrhiza (AM - eine Form der Pilz-Wurzel-Symbiose) unterstützt, die den Nährstoffaustausch im Bodennetzwerk fördert. Für Vögel bieten die reifenden Kapseln im Spätsommer eine zusätzliche Nahrungsquelle.
Die Flachs-Seide gilt als nicht kindersicher und sollte in Gärten mit kleinen Kindern oder neugierigen Haustieren mit Vorsicht behandelt werden. Da sie oft Stoffe aus ihren Wirtspflanzen anreichert, kann ihre Giftigkeit variieren. Eine direkte Verwechslungsgefahr mit essbaren Wildkräutern besteht aufgrund der fadenartigen Wuchsform ohne Blätter kaum.
Licht
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Feuchtigkeit
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Boden
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Blütezeit
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Bioregion
Continental
Die Flachs-Seide benötigt zwingend einen Wirt, um zu überleben. Wähle einen vollsonnigen Standort mit durchlässigem Boden. Da sie keine Wurzeln im herkömmlichen Sinne behält, erfolgt die Aussaat zusammen mit dem Wirt von März bis Mai. Streue die Samen direkt an die Basis der Wirtspflanzen, damit die Keimlinge schnell Kontakt finden.
Standort: Sonnig und warm.
Boden: Mäßig trocken bis frisch, keine Staunässe.
Pflege: Keine Düngung erforderlich, da sie sich vom Wirt ernährt.
Vermehrung: Erfolgt ausschließlich über Samen.
Wichtig: Da die Pflanze einjährig ist, musst du die Samenreife abwarten.
Kombinationsempfehlung: Die beste Partnerin ist der Gemeine Lein (Linum usitatissimum) – ohne ihn kann die Flachs-Seide nicht existieren, da sie eine obligat parasitische Verbindung (lebensnotwendiges Schmarotzertum) eingeht.
Die Flachs-Seide gehört zur Familie der Windengewächse (Convolvulaceae) und innerhalb der Ordnung der Nachtschattenartigen (Solanales) zur Gattung Seide (Cuscuta). In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt sie als hochgradig gefährdet, da ihr natürlicher Lebensraum – die traditionellen Flachsfelder – fast verschwunden ist. Morphologisch auffällig sind die knäueligen, weißlichen Blütenstände und das völlige Fehlen von Laubblättern. Als einjährige Pflanze keimt sie im Boden, verliert aber sofort den Bodenkontakt, sobald sie ihren Wirt gefunden hat.
2 Videos zu Flachs-Seide


•Middleton-Welling_2020
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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