Bild folgtKI-generierte IllustrationEriophorum vaginatum
Auch bekannt als: Scheidenwollgras, linaigrette vaginée, Scheiden-Wollgras, Moor-Wollgras, Schneiden-Wollgras
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
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Wirtsbeziehungen
Arten
Schon von weitem fällt das Scheidige Wollgras (Eriophorum vaginatum) durch seine schneeweißen, kugeligen Fruchtstände auf, die wie weiche Wattebäusche an den Halmspitzen sitzen. Diese Pflanze ist ein Charakterkopf unserer Moore und bringt wertvolle Struktur in feuchte Gartenbereiche. Da sie auf der Vorwarnliste der Roten Liste steht, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen aktiven Beitrag zum Artenschutz. Besonders die Raupen der Dreizack-Graseule (Calamia tridens) sind auf dieses Sauergras (Gräser mit oft dreikantigen Stängeln) angewiesen. Wenn du einen nassen Standort im Garten hast, ist dieses Gras eine wunderbare Wahl für dich.
Wattebäusche am Teichrand: Überlebenshilfe für die seltene Dreizack-Graseule.
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Nach aktuellen Beobachtungsdaten ist das Scheidige Wollgras eine essenzielle Lebensgrundlage für spezialisierte Insektenarten. Besonders hervorzuheben ist seine Bedeutung als Raupenfutterpflanze für die Dreizack-Graseule (Calamia tridens). Da die Bestände in der freien Natur aufgrund schwindender Moore zurückgehen (Rote Liste V), bietet dein Garten einen wichtigen Trittsteinbiotop (vernetzender Lebensraum). Während der Samenreife dienen die wolligen Köpfe zudem verschiedenen Kleinsäugern als weiches Polstermaterial für ihre Nester. Die Pflanze trägt so zur Stabilisierung der Artenvielfalt in feuchten Gartenarealen bei.
Achtung, das Scheidige Wollgras gilt als nicht kindersicher. Die Blätter der Sauergrasgewächse können sehr scharfkantig sein und bei unvorsichtiger Berührung zu Schnittverletzungen führen. Zudem könnten die feinen Wollfasern der Fruchtstände bei Kleinkindern Reizungen der Atemwege oder Augen verursachen, falls sie damit spielen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mär – Apr
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.42 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz in deinem Garten.
Boden: Die Pflanze ist ein Schwachzehrer (braucht wenig Nährstoffe) und benötigt sauren, mageren Boden.
Feuchtigkeit: Der Boden sollte dauerhaft feucht bis nass sein, ideal ist ein Ellenberg-Feuchtewert von 9 (nass).
Pflanzzeit: Setze das Gras zwischen März und Mai oder von September bis November, solange kein Frost herrscht.
Pflege: Dünge die Pflanze niemals, da sie an nährstoffarme Verhältnisse angepasst ist.
Rückschnitt: Schneide die Halme im Herbst nicht ab, da sie als Winterschutz für das Herz der Pflanze dienen.
Vermehrung: Eine Teilung der Horste ist im Frühjahr möglich.
Gute Partnerin: Die Rosmarinheide (Andromeda polifolia) ist eine ideale Begleiterin, da beide Arten in der Natur gemeinsam in Mooren vorkommen und die gleichen sauren, nassen Bodenverhältnisse bevorzugen.
Das Scheidige Wollgras gehört zur Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Es ist in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz verbreitet und besiedelt vorrangig Hochmoore (regenwassergespeiste Moore) sowie saure Sumpfwiesen. Im Gegensatz zu verwandten Arten bildet es dichte Horste (kompakte Pflanzenbündel) und trägt pro Stängel immer nur eine einzige Ähre (Blütenstand). Die namensgebende Wolle entsteht durch die enorme Verlängerung der Blütenhüllborsten nach der Befruchtung.
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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