Bild folgtKI-generierte IllustrationEriophorum angustifolium
Auch bekannt als: Schmalblatt-Wollgras
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Arten
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Interaktionen
dokumentiert
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Wirtsbeziehungen
Arten
Mit ihren schneeweißen, baumwollartigen Fruchtbüscheln fällt das Schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium) sofort auf. Diese charakteristische Art unserer Moore ist ein wahrer Überlebenskünstler auf nährstoffarmen, nassen Böden. Für spezialisierte Insekten wie die Raupen der Glanzgras-Hauheulereule (Amphipoea lucens) stellt es eine lebensnotwendige Futtergrundlage dar. Da die Pflanze auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten steht, leistest du mit ihrer Ansiedlung am Teichrand einen aktiven Beitrag zum Artenschutz. Mit dieser Wahl holst du dir ein Stück ursprüngliche Natur in deinen Garten. Wenn du einen feuchten Platz hast, kannst du beim Wachsen dieses besonderen Sauergrases kaum etwas falsch machen.
Wolliger Charme für Sumpfzonen und Lebensraum für die seltene Schneeammer.
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In deinem Garten dient das Schmalblättrige Wollgras als spezialisierte Kinderstube für seltene Falter. Die Raupen der Glanzgras-Hauheulereule (Amphipoea lucens) sind auf diese Pflanze als Futterquelle angewiesen. Im Winter bieten die markanten Fruchtstände einen wichtigen Anlaufpunkt für Vögel. So nutzt etwa die Schneeammer (Plectrophenax nivalis) die Samen als energiereiche Nahrung in der kalten Jahreszeit. Da die Art in der freien Natur durch Entwässerung immer seltener wird, fungiert dein Garten als wertvolles Trittsteinbiotop (vernetzende Lebensinsel für bedrohte Arten). Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist der Erhalt solcher spezialisierten Moorelemente für die regionale Biodiversität entscheidend.
Das Schmalblättrige Wollgras gilt als nicht kindersicher. Dies liegt vor allem an den scharfen Kanten der Blätter, die bei unvorsichtiger Berührung zu kleinen Schnittwunden führen können. Die Pflanze selbst ist jedoch nicht giftig, sodass keine Gefahr durch versehentliches Verschlucken besteht.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Apr – Mai
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.1 m
Wähle einen vollsonnigen Platz für das Wollgras.
Der Boden muss dauerhaft feucht bis nass sein, ideal ist eine Uferzone oder ein Moorbeet.
Achte darauf, dass das Substrat mager (nährstoffarm) und kalkfrei ist.
Die Pflanzzeit liegt im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis Ende November.
Da es ein Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) ist, darfst du es niemals düngen.
Entferne abgestorbene Halme erst im späten Winter, um die Pflanze zu schützen.
Eine Vermehrung ist durch Teilung des Wurzelstocks im Frühjahr leicht möglich.
Gieße in trockenen Sommern ausschließlich mit Regenwasser, da Leitungswasser oft zu viel Kalk enthält.
Als Begleitpflanze eignet sich das Sumpf-Blutauge (Comarum palustre).
Diese Kombination ist ökologisch sinnvoll, da beide Arten ähnliche Ansprüche an dauerhafte Nässe und nährstoffarme Bedingungen teilen.
Das Schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium) gehört zur Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Es ist in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch und besiedelt bevorzugt Moore und Sumpfwiesen. Typisch sind die Ausläufer bildenden Rhizome (unterirdisch kriechende Sprossteile), durch die es lockere Bestände bildet. Im Gegensatz zu verwandten Arten hat es meist mehrere hängende Ährchen (Blütenstände) pro Halm. Aufgrund des Rückgangs seiner Lebensräume wird es bereits auf der Vorwarnliste (V) der Roten Liste geführt.
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•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
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•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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