Bild folgtKI-generierte IllustrationCuscuta lupuliformis
Auch bekannt als: Pappel-Teufelszwirn, Cuscuta lupuliformis
2
Arten
interagieren
2
Interaktionen
dokumentiert
Wer die Pappel-Seide (Cuscuta lupuliformis) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Sie bildet auffällige, gelblich-rote fadenartige Gespinste, die wie wirres Garn ohne Blätter in Gebüschen hängen. In deinem Naturgarten ist dieser heimische Vollschmarotzer (Pflanze ohne Blattgrün, die ganz auf Kosten des Wirts lebt) ein faszinierendes Wunderwerk der Evolution. Er bietet wertvollen Nektar für Schmetterlinge wie den Malven-Dickkopffalter (Spialia phlomidis) oder den Afrikanischen Monarchen (Danaus chrysippus). Du musst dir keine Sorgen um deine Gehölze machen; in einem ökologisch stabilen Garten halten sich Wirt und Seide ganz natürlich im Gleichgewicht. Wenn du im Frühjahr nach ihr Ausschau hältst, förderst du ein Stück echte Wildnis direkt vor deiner Haustür.
Faszinierender Überlebenskünstler: Ein seltener Nektarquell für besondere Falter.
Klicken hebt Verbindungen hervor · Nochmals klicken öffnet die Artenseite
Netzwerk wird geladen...
Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist die Pappel-Seide eine wichtige Nahrungsquelle für spezialisierte Falter. Besonders der Malven-Dickkopffalter (Spialia phlomidis) und der Afrikanische Monarch (Danaus chrysippus) profitieren von ihrem Nektarangebot. Trotz ihrer parasitischen Lebensweise ist sie über eine Mykorrhiza AM (arbuskuläre Mykorrhiza, eine Form der Pilz-Wurzel-Symbiose) indirekt mit dem Bodenleben verbunden. Im Winter dienen die verbleibenden Kapseln als Nahrungsquelle für Vögel, die die kleinen Samen fressen. In deinem Garten fördert sie die natürliche Vielfalt, indem sie dichte Heckenstrukturen ökologisch aufwertet.
Bitte beachte, dass die Pappel-Seide (Cuscuta lupuliformis) als nicht kindersicher eingestuft wird. Sie enthält bestimmte Inhaltsstoffe, die bei Hautkontakt oder Verzehr zu Unverträglichkeiten führen können. Es besteht jedoch kaum Verwechslungsgefahr mit essbaren Wildkräutern, da ihre fadenförmige, blattlose Wuchsform im Garten einzigartig ist.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jul – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Kletterpflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
1.54 m
Die Pappel-Seide stellt besondere Ansprüche an ihren Platz im Garten:
Standort: Sie benötigt einen halbschattigen Platz, der nicht zu stark austrocknet.
Boden: Die Erde sollte frisch (mäßig feucht) sein. Als Mittelzehrer (Pflanze mit normalem Nährstoffbedarf) kommt sie mit herkömmlichem Gartenboden gut zurecht.
Pflanzzeit: Du kannst die Samen von März bis Mai oder im Herbst von September bis November aussäen, sofern der Boden offen ist.
Besonderheit: Da sie ein Schmarotzer ist, keimt der Samen im Boden, muss aber innerhalb weniger Tage eine Wirtspflanze finden, sonst stirbt der Keimling ab.
Pflege: Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich, da die Pflanze einjährig ist und nach der Samenreife im Spätherbst von selbst vergeht.
Vermehrung: Sie versamt sich an geeigneten Standorten meist von allein.
Kombinationsempfehlung: Eine ideale Partnerin ist die Silber-Weide (Salix alba). Sie bietet als robuster Wirt im frischen Halbschatten genau die richtige Basis und hält den Nährstoffentzug problemlos aus.
Die Pappel-Seide (Cuscuta lupuliformis) gehört zur Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Sie ist in Deutschland und Österreich heimisch und wird oft als Archäophyt (Art, die vor 1492 eingeführt wurde) eingestuft. Typischerweise besiedelt sie frische Standorte im Halbschatten, vorzugsweise in Auenwäldern oder an Ufersäumen. Als Besonderheit besitzt sie Haustorien (Saugorgane), mit denen sie die Rinde von Wirtspflanzen durchdringt, um Wasser und Nährstoffe aufzunehmen, da sie selbst keine Photosynthese betreiben kann.
2 Videos zu Pappel-Seide


•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →