
Asplenium scolopendrium
Auch bekannt als: Hirschzungenfarn, langue de cerf, Phyllitis
Unverwechselbar ist die Hirschzunge (Asplenium scolopendrium) durch ihre ungeteilten, zungenförmigen Blätter, die glänzend grün und ledrig aus dem Boden wachsen. Als einer der wenigen heimischen Farne behält sie ihr Laub auch im Winter, was sie zu einem wertvollen Strukturelement im Naturgarten macht. In der freien Natur besiedelt sie bevorzugt Schluchtwälder (kühle, feuchte Hangwälder) und bietet dort kleinsten Lebewesen einen geschützten Rückzugsort. Da sie keine Blüten bildet, lockt sie zwar keine Bienen an, bereichert aber das Mikroklima in schattigen Nischen erheblich. Wenn du eine robuste Pflanze für dunklere, feuchte Gartenecken suchst, liegst du mit ihr genau richtig.
Immergrüner Glanz für schattige Plätze: Die Hirschzunge liebt Kalk und Kühle.
Die ökologische Bedeutung der Hirschzunge liegt primär in ihrer Funktion als immergrüner Bodenbedecker in schattigen Lagen. Da Farne keine Blüten mit Nektar produzieren, spielt sie für klassische Bestäuber wie Wildbienen keine direkte Rolle als Nahrungsquelle. Dennoch ist sie wertvoll: In ihren dichten, ledrigen Wedeln finden Kleinstlebewesen und Amphibien wie der Feuersalamander (Salamandra salamandra) feuchte Verstecke während heißer Sommertage. Auch für die Bodenfauna ist sie wichtig, da unter den Blättern eine konstante Luftfeuchtigkeit herrscht. Sie trägt somit wesentlich zur Stabilität des Mikroklimas in deinem Garten bei.
Die Hirschzunge ist als nicht kindersicher eingestuft und sollte daher nicht in Bereichen gepflanzt werden, in denen kleine Kinder spielen. Alle Pflanzenteile sind für den Verzehr ungeeignet und können bei Kontakt oder Einnahme zu Unverträglichkeiten führen. Eine Verwechslung mit giftigen Arten ist aufgrund der einzigartigen Blattform jedoch fast ausgeschlossen.
Licht
Schatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jul – Aug
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Farn
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.3 m
Wähle einen Standort im Schatten, da direkte Sonne die Blätter verbrennen würde.
Der Boden sollte frisch (mäßig feucht) und als Mittelzehrer (normal nährstoffreich) beschaffen sein.
Achte auf eine gute Kalkversorgung, da die Art kalkhold (kalkliebend) ist.
Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis Ende November, solange der Boden offen ist.
Gieße bei langanhaltender Trockenheit nach, damit der Wurzelballen nicht austrocknet.
Im Winter benötigt sie keinen Rückschnitt; die alten Wedel schützen das Herz der Pflanze.
Entferne vertrocknete Blätter erst im zeitigen Frühjahr, wenn der neue Austrieb sichtbar wird.
Eine Vermehrung erfolgt am einfachsten durch Teilung des Wurzelstocks im zeitigen Frühling.
Gute Partnerin: Die Frühlings-Knotenblume (Leucojum vernum) – beide teilen die Vorliebe für kühle, feuchte Standorte und ergänzen sich optisch hervorragend im Vorfrühling.
Die Hirschzunge (Asplenium scolopendrium) gehört zur Familie der Streifenfarngewächse (Aspleniaceae) und ist in Deutschland sowie Österreich indigen (einheimisch). Ihr natürlicher Lebensraum sind kalkreiche Schutthalden und feuchte Felswände im Halbschatten oder Schatten. Anders als die meisten Farne sind ihre Wedel (Farnblätter) nicht gefiedert, sondern ganzrandig und am Grund herzförmig. Auf der Unterseite der Blätter befinden sich die Sori (Sporenkapselhaufen), die in charakteristischen Streifen angeordnet sind. Als ausdauernde, krautige Pflanze bildet sie dichte Horste (büschelartiger Wuchs).
1 Video zu Hirschzunge

•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_540999781
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