Schütze die Erdkröte (Bufo bufo) im Juni: Tipps zu Metamorphose, fischfreien Teichen und Landhabitaten für einen amphibienfreundlichen Naturgarten im Sommer.
Im Juni befinden sich viele Amphibienarten in einer kritischen Phase ihres Lebenszyklus. Während die spektakuläre Krötenwanderung im Frühjahr bei Temperaturen von 5 bis 7 °C und feuchter Witterung stattfindet, ist der Juni die Zeit der Reifung und der beginnenden Abwanderung der Jungtiere aus den Gewässern. Die Erdkröte (Bufo bufo) ist dabei ein besonders nützlicher Bewohner für uns Mensch (Homo sapiens), da sie als natürlicher Regulator von Schnecken und Insekten fungiert.
Ökologisch betrachtet nehmen Amphibien eine Schlüsselrolle als Bioindikatoren (Organismen, deren Vorkommen Rückschlüsse auf die Umweltqualität zulässt) ein. Ihre durchlässige Haut macht sie empfindlich gegenüber Schadstoffen und Austrocknung. Wenn du deinen Garten im Juni amphibienfreundlich gestaltest, sicherst du das Überleben der nächsten Generation, die nun als winzige „Hüpferl“ das Wasser verlässt. Ohne geeignete Landhabitate und Schutz vor Prädatoren (Fressfeinden) ist die Mortalitätsrate (Sterberate) in diesem Monat extrem hoch.
Nach aktuellen biologischen Erkenntnissen findet im Juni in vielen Gartenteichen die Metamorphose statt. Die Kaulquappen entwickeln Lungen und Beine, während sich der Schwanz zurückbildet. In dieser Phase sind sie besonders verwundbar. Sobald sie das Wasser verlassen, suchen sie Schutz in der Vegetation. Hier spielt die Struktur deines Gartens eine Rolle. Offene Rasenflächen ohne Deckung führen durch Sonneneinstrahlung schnell zur Dehydration (Austrocknung).
Ein oft unterschätzter Faktor ist der Fischbesatz. In Teichen mit Goldfischen (Carassius auratus) oder anderen räuberischen Arten haben Amphibienlarven kaum Überlebenschancen. Für eine erfolgreiche Ansiedlung der Erdkröte (Bufo bufo) sollte ein Gewässer fischfrei bleiben. Nur so kann sich ein stabiles ökologisches Gleichgewicht einstellen, in dem auch andere Arten wie der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) oder der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) gedeihen.
Obwohl wir Amphibien oft mit Wasser assoziieren, verbringen Erdkröten (Bufo bufo) den Großteil ihres Lebens an Land. Im Juni suchen sie kühle, feuchte Plätze auf, um die Tageshitze zu überstehen. Hierbei kannst du durch gezielte Maßnahmen helfen. Staple Totholz in schattigen Ecken oder lasse Laubschichten unter Sträuchern liegen. Diese Schichten halten die Bodenfeuchtigkeit und fördern gleichzeitig eine reiche Bodenfauna, von der sich die Kröten ernähren.
Heimische Pflanzen wie der Anis (Pimpinella anisum) oder andere Doldenblütler (Apiaceae) ziehen Schwebfliegen (Syrphidae) und andere Insekten an, die den Amphibien als Nahrung dienen. Ein Garten, der auf chemisch-synthetische Spritzmittel verzichtet, bietet die notwendige Nahrungsgrundlage. Pestizide würden nicht nur die Beutetiere eliminieren, sondern könnten über die Haut der Amphibien direkt in deren Organismus gelangen und dort schwere Schäden verursachen.
| Art | Bevorzugtes Juni-Habitat | Nahrungsquelle | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Erdkröte (Bufo bufo) | Schattige Krautschichten, Totholz | Käfer, Schnecken, Würmer | Standorttreu, sucht oft das gleiche Versteck auf |
| Grasfrosch (Rana temporaria) | Feuchtwiesen, Uferrandzonen | Insekten, Spinnen | Benötigt sehr hohe Luftfeuchtigkeit |
| Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) | Krautreiche Landzonen, Steinspalten | Kleine Insekten, Larven | Verlässt das Wasser meist im Frühsommer |
| Teichmolch (Lissotriton vulgaris) | Dichte Bodenvegetation | Kleinkrebse (im Wasser), Insekten | Bleibt oft länger im Gewässerumfeld |
Um die Biodiversität in deinem Garten aktiv zu fördern und besonders der Erdkröte (Bufo bufo) zu helfen, solltest du folgende Schritte umsetzen:
Auch wenn die Hauptwanderzeit im Frühjahr liegt, ist Vorsicht im Straßenverkehr weiterhin geboten. Nach aktuellen Beobachtungen können schon wenige Autos in der Nacht hohe Verluste verursachen, da nicht nur das Überfahren, sondern auch der Luftdruck bei Geschwindigkeiten über 30 km/h die inneren Organe der Tiere schädigen kann. Wenn du in deinem Umfeld Wanderstrecken kennst, fahre dort besonders bei Regen und Dunkelheit extrem langsam. Unterstütze organisierte Sammelaktionen nur nach Rücksprache mit Fachleuten, um die Tiere nicht unnötigem Stress auszusetzen. Im eigenen Garten hingegen ist das „wilde Herumtragen“ zu vermeiden; schaffe lieber die passenden Bedingungen, damit die Tiere von selbst bleiben und gedeihen.
Fische fressen den Laich und die Kaulquappen von Erdkröten (Bufo bufo) und anderen Amphibien, was eine erfolgreiche Vermehrung im Garten fast unmöglich macht.
Schaffe schattige Rückzugsorte durch Totholz, Laubschichten oder flache Wasserstellen, um Dehydration (Austrocknung) der wechselwarmen Tiere zu verhindern.
Sie ernähren sich von Insekten, Käfern, Spinnen und Schnecken. Ein giftfreier Garten sichert ihr Überleben durch ein reiches Nahrungsangebot.
Setze das Tier vorsichtig in ein schattiges Gebüsch und installiere eine Ausstiegshilfe oder ein Schutzgitter, um künftige Fallen zu vermeiden.
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