Erfahren Sie, wie Sie den Hauhechel-Bläuling fördern. Der Gewöhnliche Hornklee ist die wichtigste Raupenfutterpflanze. Tipps für mehr Biodiversität im Naturgarten.
Wer die Artenvielfalt im eigenen Grün steigern möchte, muss über die reine Optik hinausdenken. In unserem Leitfaden zur [Herbstpflanzung im Naturgarten: 5 heimische Stauden für mehr Biodiversität] haben wir bereits gezeigt, wie wichtig standortgerechte Pflanzen sind. Ein absoluter Star unter den heimischen Wildpflanzen ist der Gewöhnliche Hornklee (Lotus corniculatus). Er ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern das Lebenselixier für einen unserer schönsten Tagfalter: den Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus).
Der Hauhechel-Bläuling ist der am häufigsten vorkommende Bläuling in Mitteleuropa. Doch dieser Schein trügt oft. Die Bestände gehen vielerorts zurück, weil magere Wiesen und Brachflächen verschwinden.
Was diesen Falter so besonders macht:
Um den hauhechel bläuling fördern zu können, müssen wir verstehen, dass er ein Spezialist ist. Ohne Schmetterlingsblütler (Fabaceae) hat er keine Chance. Hier kommt der Hornklee ins Spiel.
Der Hornklee ist eine ökologische Allzweckwaffe. Er ist robust, kommt mit Trockenheit klar und verbessert sogar den Boden.
| Merkmal | Details für den Naturgarten |
|---|---|
| Wuchsform | Niederliegend bis aufsteigend, bildet Polster |
| Wurzelsystem | Tiefwurzler (bis zu 1 Meter tief) |
| Bodenanspruch | Eher mager, kalkhaltig, durchlässig |
| Blütezeit | Mai bis September (Dauerblüher) |
| Ökologischer Wert | Futterpflanze für über 60 Insektenarten |
Die Beziehung zwischen dem Bläuling und dem Hornklee ist eine faszinierende Symbiose. Es geht dabei um mehr als nur ein bisschen Nektar.
1. Die exklusive Kinderstube Die Weibchen legen ihre Eier gezielt an den Blättern des Hornklees ab. Die schlüpfenden Raupen fressen ausschließlich an diesen Pflanzen. Ohne Hornklee gibt es keinen Nachwuchs. Der Name "Hauhechel-Bläuling" führt übrigens oft in die Irre: Zwar nutzt er auch die Hauhechel, doch der Gewöhnliche Hornklee ist in unseren Gärten die weitaus wichtigere Basis.
2. Symbiose mit Ameisen Die Raupen des Bläulings besitzen spezielle Drüsen. Sie sondern ein zuckerhaltiges Sekret ab, das Ameisen anlockt. Im Gegenzug schützen die Ameisen die Raupen vor Fressfeinden. Dieser Vorgang findet oft direkt am Fuße der Hornklee-Pflanze statt.
3. Nektar für die Eltern Auch die erwachsenen Falter nutzen die gelben Blüten als Energiequelle. Der Hornklee produziert reichlich Nektar mit hohem Zuckergehalt. Das macht ihn auch für Wildbienen, wie die Hornklee-Mörtelbiene, unersetzlich.
Wie holen Sie den blauen Gast nun konkret in Ihren Garten? Es ist einfacher, als Sie denken.
Ein entscheidender Punkt beim hauhechel bläuling fördern ist die Winterruhe. Die Raupen der letzten Generation überwintern meist bodennah an der Pflanze oder in der Streuschicht. Wer im Herbst alles akkurat zurückschneidet und das Laub entfernt, entsorgt unfreiwillig die Falter des nächsten Jahres. Lassen Sie die vertrockneten Stängel des Hornklees unbedingt bis zum Frühjahr stehen. Ein wilder Garten ist im Winter der beste Schutzraum für die Biodiversität.
Hornklee ist die lebensnotwendige Kinderstube. Ohne seine Blätter können sich die Raupen nicht entwickeln. Er bietet zudem proteinreichen Nektar für viele andere Wildbienenarten an.
Wählen Sie einen vollsonnigen Platz mit magerem Boden. Staunässe mag die Pflanze nicht. Ein Steingarten oder eine Trockenmauer sind ideal, um den Hauhechel-Bläuling gezielt zu fördern.
Lassen Sie verblühte Stängel und Laub bis zum Frühjahr stehen. Die Raupen überwintern oft bodennah an der Pflanze. Ein herbstlicher Rückschnitt würde die nächste Generation vernichten.
Hauptartikel: Herbstpflanzung im Naturgarten: 5 heimische Stauden für mehr Biodiversität




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