Schneide Stauden erst im Frühling! Alte Stängel sind lebenswichtige Winterquartiere für Wildbienen & Co. So schützt du die Biodiversität im Garten.
Der Winter im Garten wirkt auf den ersten Blick ruhig, doch der Schein trügt. In den scheinbar toten, vertrockneten Pflanzenresten herrscht reges Leben. Wer seinen Garten im Herbst „aufräumt“ und alles bodeneben abschneidet, vernichtet unwissentlich einen ganzen Mini-Zoo. Als Naturgärtner gilt hier der Grundsatz: Ökologie vor übertriebener Ordnung.
Viele Insekten sind auf Pflanzenstrukturen angewiesen, um die kalte Jahreszeit zu überleben. Dabei unterscheidet man zwischen zwei wesentlichen Stängel-Typen, die unterschiedliche Funktionen erfüllen.
Einige Wildbienenarten, wie zum Beispiel die Keulhornbiene (Ceratina), nagen ihre Nistgänge in das weiche Mark von Pflanzenstängeln. Andere Insekten nutzen bereits hohle Stängel als frostgeschützten Rückzugsort. Auch die Puppen und Eier diverser Schmetterlinge haften oft direkt an diesen Strukturen.
| Pflanzentyp / Stängelart | Typische Bewohner / Nutzen |
|---|---|
| Brombeere & Holunder (markhaltig) | Nistplatz für markbesiedelnde Wildbienen (nagen Gänge ins Mark). |
| Sonnenblume & Karde (hohl/strukturiert) | Winterquartier für Marienkäfer und Florfliegen. |
| Gräser & Staudenreste | Anhaftungsort für Schmetterlingseier und Puppen. |




Damit du die Biodiversität in deinem Garten förderst, musst du deinen Pflegekalender anpassen. Gehe wie folgt vor:
Warten bis zum Frühjahr: Lasse Staudenreste den ganzen Winter über stehen. Schneide erst im März oder April, wenn die ersten Insekten bereits schlüpfen.
Der 25-cm-Schnitt: Schneide die Stängel nicht direkt über dem Boden ab. Lasse stattdessen Stummel in einer Höhe von 20 bis 25 cm stehen.
Schnittgut verwerten: Das abgeschnittene obere Material solltest du keinesfalls schreddern oder verbrennen. Darin könnten sich noch überwinternde Larven befinden. Bündele die Stängel und lagere sie trocken oder baue sie waagerecht in ein „Stängelhotel“ ein. Totholz und Laubinseln am Heckenrand sind dafür ideale Lagerplätze.
Indem du Unordnung zulässt und alte Strukturen bewahrst, rettest du Bestäuber und sicherst dir im Frühling direkt die nächste Generation an Nützlingen für deinen Garten.
Erst im März oder April. Ein Schnitt im Herbst zerstört wichtige Winterquartiere für Wildbienen und Schmetterlinge.
Diese senkrechten Stummel dienen markbesiedelnden Wildbienen (z. B. Keulhornbienen) im Frühjahr als Niströhren für ihre Brut.
Besonders markhaltige (Brombeere, Holunder) und hohle Stängel (Sonnenblume) sind essenziell als Nistplatz und Kälteschutz.
Nein. Im Schnittgut befinden sich oft Larven oder Puppen. Bündele die Stängel lieber und lagere sie an einem geschützten Ort.
Dazu gehören Wildbienen, Florfliegen, Marienkäfer sowie die Eier und Puppen verschiedener Schmetterlingsarten.
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