Das Behaarte Schaumkraut ist ökologisch wertvoll und essbar. Erfahre, warum der Kreuzblütler 37 Wildbienenarten nährt und wie du ihn nutzt.
Das Behaarte Schaumkraut (Cardamine hirsuta) wird oft vorschnell als „Unkraut“ gejätet. Doch dieser unscheinbare Kreuzblütler ist ein ökologisches Kraftpaket im Naturgarten. Während es früher in Deutschland eher selten war, hat es sich seit den 1970er Jahren – begünstigt durch mildere Winter – rasant ausgebreitet. Nutze dieses Durchsetzungsvermögen für die Biodiversität in deinem Garten.




| Eigenschaft | Detail |
|---|---|
| Botanischer Name | Cardamine hirsuta |
| Familie | Kreuzblütler (Brassicaceae) |
| Wuchshöhe | Bis zu 30 cm |
| Lebenszyklus | Einjährig |
| Blütezeit | Februar bis Juni (kleine weiße Blüten) |
| Vermehrung | Schleudermechanismus der Schoten |
| Standort | Halbschattig, feucht, stickstoffreich |
Auch wenn die Pflanze klein und unscheinbar wirkt, spielt sie eine enorme Rolle für die heimische Fauna. Achte darauf, Bestände im Frühjahr nicht sofort zu entfernen, um folgenden Arten eine Überlebenschance zu sichern:
Sagenhafte 37 Wildbienenarten nutzen das Behaarte Schaumkraut als Pollenquelle. Für sieben dieser Arten ist es sogar überlebenswichtig, da sie auf Kreuzblütler spezialisiert sind (oligolektisch). Dazu zählen:
Nicht nur Bienen profitieren. Die Pflanze dient als Raupenfutterpflanze für Weißlinge, insbesondere für den Raps-Weißling (Pieris napi) und gelegentlich den Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae). Wenn du das Schaumkraut stehen lässt, förderst du aktiv die nächste Generation dieser Falter.
Was für Insekten gut ist, kann auch deinen Speiseplan bereichern. Das Behaarte Schaumkraut ist vollständig essbar. Durch die enthaltenen Senföle besitzt es einen scharf-würzigen Geschmack, der stark an Kresse erinnert.
So verwendest du es in der Küche:
In der Volksheilkunde werden ihm zudem blutreinigende und verdauungsfördernde Eigenschaften nachgesagt.
Das Behaarte Schaumkraut ist ein Gewinner des Klimawandels. Es nutzt einen effektiven Schleudermechanismus: Bei Berührung oder Reife platzen die straff aufrechten Schoten auf und katapultieren die Samen weit in die Umgebung. Diese Strategie sichert den Bestand im Garten zuverlässig. Da die Pflanze klein bleibt und nicht wuchert, stellt sie keine Konkurrenz für deine Stauden dar – sie füllt vielmehr ökologische Nischen.
Nein, ökologisch betrachtet ist es ein wertvolles Wildkraut. Es ernährt 37 Wildbienenarten und Schmetterlingsraupen und sollte im Naturgarten toleriert werden.
Ja, die Pflanze ist essbar. Sie enthält Senföle und schmeckt scharf-würzig wie Kresse. Sie eignet sich hervorragend für Salate, Quark oder Pesto.
Die Blütezeit reicht von Februar bis Juni. Als Frühblüher ist es eine der ersten Nahrungsquellen für Insekten nach dem Winter.
Es ist Futterpflanze für die Raupen des Raps-Weißlings und Pollenquelle für spezialisierte Sandbienen wie die gefährdete Schweriner Sandbiene.
Es bevorzugt halbschattige Standorte mit feuchtem, stickstoffreichem Boden, kommt aber auch in Pflasterritzen oder lückigen Rasenflächen vor.
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