Erfahre, warum Klee im Rasen ein Gewinn für die Biodiversität ist. Tipps zu Stickstofffixierung, Pflege und Nutzen für Insekten wie Hummeln und Bläulinge.
Lange Zeit galt Klee in der traditionellen Gartenpflege als unerwünschtes Beikraut, das die Gleichmäßigkeit eines Zierrasens störte. Aus ökologischer Sicht stellt diese Sichtweise jedoch ein Missverständnis dar. Kleearten sind essenzielle Bestandteile funktionierender Ökosysteme in Mitteleuropa. Im Mai, wenn die Temperaturen steigen und das Wachstum im Garten an Fahrt gewinnt, zeigt der Klee seine besonderen Fähigkeiten als Bodenverbesserer und Lebensraum.
Die Anwesenheit von Klee im Rasen ist ein deutliches Signal für die Bodenbeschaffenheit. Er fungiert als Zeigerpflanze (Indikator für Standortbedingungen) für eher stickstoffarme Böden. Während Gräser auf eine externe Zufuhr von Nährstoffen angewiesen sind, hat der Klee eine autarke Strategie entwickelt. Durch die Zusammenarbeit mit Bakterien versorgt er sich selbst und das umliegende Erdreich mit lebensnotwendigen Nährstoffen. Für dich als Gartenbesitzer bedeutet das: Weniger Arbeit durch Verzicht auf synthetische Düngemittel und eine höhere Widerstandsfähigkeit deiner Grünfläche gegenüber Hitzeperioden.
Die wichtigste Eigenschaft der Schmetterlingsblütler (Fabaceae), zu denen der Klee gehört, ist die Stickstofffixierung. An den Wurzeln von Weißklee (Trifolium repens) oder Rotklee (Trifolium pratense) befinden sich kleine Ausstülpungen, die sogenannten Knöllchen. In diesen leben Knöllchenbakterien (Rhizobien). Diese Mikroorganismen besitzen die seltene Fähigkeit, elementaren Stickstoff aus der Bodenluft aufzunehmen und in eine für Pflanzen verfügbare Form (Ammonium) umzuwandeln.
Im Gegenzug liefert die Pflanze den Bakterien durch Photosynthese gewonnenen Zucker. Stirbt der Klee ab oder werden Pflanzenteile durch das Mähen zersetzt, wird dieser Stickstoff frei und steht den benachbarten Gräsern zur Verfügung. So entsteht ein natürlicher Kreislauf, der den Einsatz von mineralischen Düngern (Blaukorn o.ä.) vollkommen überflüssig macht. Ein kleehaltiger Rasen bleibt zudem im Sommer deutlich länger grün, da das Wurzelsystem tiefer in den Boden vordringt als das der meisten Rasengräser und so auch in tieferen Schichten Feuchtigkeit erschließt.
Besonders im Mai beginnt die Hauptblütezeit des Klees. Für die lokale Fauna ist dies von entscheidender Bedeutung. Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist der Weißklee (Trifolium repens) eine der ertragreichsten Nektarquellen im Siedlungsraum.
Zu den häufigsten Besuchern gehören:
Ein kurz gehaltener Zierrasen bietet diesen Arten keinerlei Überlebenschance. Erst durch das Zulassen von Klee und anderen Kräutern verwandelst du eine ökologische Wüste in ein funktionierendes Biotop.
| Merkmal | Weißklee (Trifolium repens) | Rotklee (Trifolium pratense) | Hornklee (Lotus corniculatus) |
|---|---|---|---|
| Wuchshöhe | 5 bis 20 cm | 15 bis 60 cm | 5 bis 30 cm |
| Trittfestigkeit | Sehr hoch (ideal für Spielrasen) | Gering (eher für Randbereiche) | Mittel (für Blumenrasen) |
| Blütezeit | Mai bis Oktober | Mai bis September | Mai bis September |
| Hauptnutzer | Honigbienen, Hummeln | Langrüsselige Hummeln | Wildbienen, Bläulinge |
| Bodenanspruch | Nährstoffarm bis mittel | Mittel bis nährstoffreich | Trocken bis mäßig feucht |
Wenn du dich entscheidest, die Biodiversität in deinem Garten durch Klee zu erhöhen, solltest du im Mai mit folgenden Maßnahmen beginnen:
Oft wird befürchtet, dass Klee andere Pflanzen verdrängt. In einem gesunden Mischverhältnis stabilisiert er den Rasen jedoch eher. Sollten im Rasen Pflanzen wie die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) auftauchen, handelt es sich um invasive Neophyten (gebietsfremde Pflanzen), die den heimischen Klee unterdrücken können. Hier ist ein frühzeitiges Ausstechen der Wurzeln sinnvoll, um die heimische Artenvielfalt zu bewahren.
Falls du Barfußläufer bist und Stiche von Bienen oder Hummeln befürchtest, empfiehlt es sich, Laufwege regelmäßig zu mähen und nur die Randbereiche oder Inseln als "Klee-Wiesen" stehen zu lassen. So lenkst du die Insekten gezielt auf Flächen, die du seltener betrittst.
Warum verschwindet mein Klee trotz Aussaat wieder? Meist liegt es an Überdüngung oder zu tiefem Mähen. Klee benötigt Licht am Boden und eine Konkurrenzsituation, in der Gräser nicht durch Kunstdünger dominieren.
Ist Rotklee für den normalen Rasen geeignet? Nur bedingt. Rotklee (Trifolium pratense) wächst aufrecht und verträgt häufiges Betreten kaum. Er ist besser in einer Wildblumenwiese am Gartenrand aufgehoben.
Hilft Klee wirklich gegen braune Stellen im Sommer? Ja, da Klee tiefer wurzelt als Gras, bleibt er länger grün und beschattet den Boden, was die Verdunstung reduziert und den gesamten Rasen kühler hält.
Welche Insekten profitieren am meisten vom Hornklee? Der Hornklee (Lotus corniculatus) ist eine lebenswichtige Futterpflanze für über 60 Insektenarten, darunter die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum).
Kann ich Klee auch im Schatten ansiedeln? Die meisten Kleearten sind sonnenliebend. Im tiefen Schatten unter Bäumen wird er kümmern; dort sind eher schattenverträgliche Bodendecker wie das Kleine Immergrün (Vinca minor) heimisch.
Muss ich Klee im Winter besonders schützen? Nein, die heimischen Arten sind winterhart. Der Weißklee (Trifolium repens) überdauert den Frost problemlos durch seine am Boden kriechenden Ausläufer.
Meist liegt es an Überdüngung oder zu tiefem Mähen. Klee benötigt Licht am Boden und eine Konkurrenzsituation, in der Gräser nicht durch Kunstdünger dominieren.
Nur bedingt. Rotklee (Trifolium pratense) wächst aufrecht und verträgt häufiges Betreten kaum. Er ist besser in einer Wildblumenwiese am Rand aufgehoben.
Ja, da Klee tiefer wurzelt als Gras, bleibt er länger grün und beschattet den Boden, was die Verdunstung reduziert und den gesamten Rasen kühler hält.
Der Hornklee (Lotus corniculatus) ist Futterpflanze für über 60 Insektenarten, darunter die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) und diverse Bläulinge.
Die meisten Kleearten sind sonnenliebend. Im tiefen Schatten wird er kümmern; dort sind eher schattenverträgliche, heimische Bodendecker besser geeignet.
Nein, die heimischen Arten sind winterhart. Der Weißklee (Trifolium repens) überdauert den Frost problemlos durch seine am Boden kriechenden Ausläufer.
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